Weidehaltung bei automatischen Melksystemen
Betriebliche Voraussetzungen
Für das AMS ist entscheidend, dass Kühe regelmäßig zum Melken kommen. Als unabdingbare betriebsstrukturelle Voraussetzung gilt daher das Vorhandensein hofnaher Weideflächen, wobei eine direkte Anbindung von Stall zur Weide den Idealzustand darstellt. Innerbetrieblich querende Fahrwege können noch gut mit z.B. Weiderosten oder Weideschranken überbrückt werden. Flächen über wenig benutzte Güterwege könnten ähnlich erschlossen werden. Hier muss jedoch mit dem Straßenerhalter gesprochen werden. Außerdem ist in solchen Fällen die Haftungsfrage sehr heikel, wenn ein Straßenverkehrsteilnehmer (z.B. Radfahrer) bei einer solchen Einrichtung zu Schaden kommt. Straßendurchführungen bieten hier die sicherste Variante für die Erschließung von Weideflächen, wenn auch die Teuerste.
Zielsetzung - Melkpriorität vs. Weidepriorität
"Wie lässt sich die Weidehaltung in das AMS integrieren?". Oder: "Wie lässt sich das AMS in die Weidehaltung integrieren?". Es handelt sich hier um zwei ähnlich klingende Fragen, aber um zwei völlig verschiedene Blickwinkel in der Herangehensweise bei der Planung.
Bei höheren Einzeltierleistungen oder begrenzt verfügbaren Weideflächen steht die Auslastung des AMS im Vordergrund. Die Futteraufnahme auf der Weide spielt dabei eine eher untergeordnete Rolle.
Soll hingegen das Weidepotenzial durch die Ausdehnung des Weideanteils in der Ration besser ausgeschöpft werden (z.B. Halbtagesweide und mehr), stellen sich rasch höhere Anforderungen. Nicht unbedingt an die Technik: Die kann sogar - wenn richtig eingesetzt - Unterstützung leisten. Viel entscheidender ist hier das Futtermanagement im Stall und Management der Weideflächen. Dabei sind immer zwei Fragen entscheidend:
• Wie schaffe ich den Anreiz, dass die Tiere die Weide aufsuchen?
• Und gleichzeitig: wie kommen meine Kühe in regelmäßigen Abständen wieder zum Melken zurück in den Stall?
Bei höheren Einzeltierleistungen oder begrenzt verfügbaren Weideflächen steht die Auslastung des AMS im Vordergrund. Die Futteraufnahme auf der Weide spielt dabei eine eher untergeordnete Rolle.
Soll hingegen das Weidepotenzial durch die Ausdehnung des Weideanteils in der Ration besser ausgeschöpft werden (z.B. Halbtagesweide und mehr), stellen sich rasch höhere Anforderungen. Nicht unbedingt an die Technik: Die kann sogar - wenn richtig eingesetzt - Unterstützung leisten. Viel entscheidender ist hier das Futtermanagement im Stall und Management der Weideflächen. Dabei sind immer zwei Fragen entscheidend:
• Wie schaffe ich den Anreiz, dass die Tiere die Weide aufsuchen?
• Und gleichzeitig: wie kommen meine Kühe in regelmäßigen Abständen wieder zum Melken zurück in den Stall?
Gezieltes Futter- und Weidemanagement schafft Anreize
Für eine ausreichend hohe Weidefutteraufnahme sollte die Futtervorlage im Stall entsprechend konsequent reduziert werden. Gleichbleibende Vorlagezeitpunkte können im Tagesablauf in eine Routine gebracht werden und für die Kühe einen Impuls darstellen, um den Stall bzw. das AMS aufzusuchen. Dazwischen muss jedoch die Weide aufgesucht werden, um frisches Futter zu bekommen. Dies setzt natürlich voraus, dass auf der Weide ausreichend Weidefutter in entsprechender Qualität vorhanden ist.
Ist die Kuh auf der Weide, soll sie dann auch irgendwann wieder das AMS aufsuchen. Dies kann witterungsbedingt oder bei altmelkenden Kühen durchaus eine Herausforderung darstellen. Aber auch hier gibt es Tipps, die Abhilfe schaffen können; zum Beispiel die Zufütterung von Kraftfutter, die ohnehin in den meisten Fällen über das AMS erfolgt. In weidegrasbasierten Systemen kann die Menge entsprechend reduziert werden, sodass es dort hauptsächlich die Funktion als Lockfutter trägt. Die Wasserversorgung kann als weiteres "Steuerelement" betrachtet werden (siehe unten).
Fehlt die regelmäßige Futtervorlage (z.B. in Vollweidesystemen), bleibt jedoch auch dieser Impuls aus. Hier muss - so paradox es klingt - der Anreiz, das AMS aufzusuchen, über die Weide selber kommen. Das funktioniert dann, wenn die Kuh nach der Melkung wieder eine frische Weidekoppel vorfindet. Diese Systeme sind in Österreich noch selten anzutreffen, erste Erfahrungen gibt es aber bereits.
Ist die Kuh auf der Weide, soll sie dann auch irgendwann wieder das AMS aufsuchen. Dies kann witterungsbedingt oder bei altmelkenden Kühen durchaus eine Herausforderung darstellen. Aber auch hier gibt es Tipps, die Abhilfe schaffen können; zum Beispiel die Zufütterung von Kraftfutter, die ohnehin in den meisten Fällen über das AMS erfolgt. In weidegrasbasierten Systemen kann die Menge entsprechend reduziert werden, sodass es dort hauptsächlich die Funktion als Lockfutter trägt. Die Wasserversorgung kann als weiteres "Steuerelement" betrachtet werden (siehe unten).
Fehlt die regelmäßige Futtervorlage (z.B. in Vollweidesystemen), bleibt jedoch auch dieser Impuls aus. Hier muss - so paradox es klingt - der Anreiz, das AMS aufzusuchen, über die Weide selber kommen. Das funktioniert dann, wenn die Kuh nach der Melkung wieder eine frische Weidekoppel vorfindet. Diese Systeme sind in Österreich noch selten anzutreffen, erste Erfahrungen gibt es aber bereits.
Platzierung AMS und Steuerung zum Weidezugang
Um trotz Weidehaltung noch die angestrebten und notwendigen Melkfrequenzen zu erreichen, hat es sich bewährt, den Weidezugang technisch zu steuern. Je nach Weidestrategie lässt ein Selektionstor die Kühe nur innerhalb eines gewissen Zeitfensters auf die Weide. Zweites Kriterium für den Durchtritt durch das Weidetor ist das Melkanrecht. Das Selektionstor lässt gemolkene Kühe und Kühe ohne Melkanrecht innerhalb eines definierten Zeitfensters auf die Weide. Der Rückweg in den Stall kann über eine Rücklaufsperre (Einwegtor) erfolgen.
Des Weiteren gibt es Unterschiede in der Platzierung von AMS bzw. Selektionstor: Bei einer zentralen Selektion nach dem Melkroboter wird die Kuh direkt nach dem Melkroboter entweder auf die Weide oder zurück in den Stall geschickt, je nach Melkanrecht. Auf Betrieben mit hoher Weidepriorität kann dies in Bezug auf die Weideeffizienz von Vorteil sein. Ist diese Variante nicht möglich, weil die Position des Melkroboters im Stall und die Position des Weideaustriebs sich nicht zusammenlegen lassen, bietet sich eine dezentrale Selektion an.
Auf Wasser auf der Weide nicht verzichten
Oft wird auf der Weide kein Wasser angeboten, damit der Nachtreibeaufwand gering gehalten werden kann. Dies ist bei Jogging- und Stundenweide noch gut vertretbar. Je höher der Weideanteil ist, desto wichtiger wird allerdings die Wasserversorgung auf der Weide - auch bei AMS-Melkung. Die Frage ist in diesen Fällen daher nicht nach dem "ob", sondern nach dem "wie" es angeboten werden soll. Grundsätzlich soll auf der Weide Wasser frisch (Versorgung über Wasserleitung) und in ausreichender Menge (Nachfluss) zur Verfügung stehen. Beim AMS kann über eine zeitliche Einschränkung der Wasserversorgung nachgedacht werden, z.B. indem frischwasserversorgte Tränken per Zeitschaltung gesteuert werden. Damit kann beispielsweise zwei Stunden vor der täglichen Stallroutine die Wasserversorgung auf der Weide gestoppt werden.