Sekundenschlaf und Übermüdung am Steuer
2023 gab es in Österreich 444 Unfälle mit Personenschaden, bei denen Übermüdung der Unfallgrund war. Von diesen 444 österreichweiten Unfällen waren es in Salzburg, wie schon im Jahr 2022, 26. Die Unfalllenker sind in
72,4 % der Fälle männlich, in Salzburg liegt die Quote sogar bei 76,9 %. Übermüdung beeinträchtigt die Reaktionsfähigkeit massiv, komplexe Situationen im Straßenverkehr können nicht mehr rasch erfasst und richtig eingeordnet werden und im schlimmsten Fall fallen die Augen zu. Es ist daher wichtig, bereits auf erste Anzeichen einer Ermüdung zu achten und noch wichtiger ist es, dann auch gleich zu reagieren. Denn es gibt zwar viele Verkehrsteilnehmende, die spüren, dass sie die Müdigkeit beim Lenken ihres Pkw packt, die aber dennoch keine Pause einlegen. Der Zeitdruck und der Terminplan geben den Takt vor und die Alarmsignale des Körpers werden verdrängt. Bereits bei den ersten Warnsignalen des Körpers sollte sofort eine sichere Stelle gesucht und ein 20- bis 30-minütiger „Powernap“ eingelegt werden. Ein offenes Fenster oder starker Kaffee allein helfen nur scheinbar. Auch die Beifahrenden sind gefragt. Wem auffällt, dass der Lenker bzw. die Lenkerin übermüdet ist – sollte diese darauf hinweisen und zur Pause drängen. Auf keinen Fall reicht es aus, sich auf die Fahrassistenzsysteme wie Müdigkeitswarner oder Spurassistent zu verlassen.
Rechtliche Folgen
Auch rechtlich kann der Sekundenschlaf Folgen haben. Man darf sich nur hinter das Lenkrad eines Fahrzeuges setzen, wenn man auch körperlich dazu in der Lage ist. Wenn man übermüdet ist, ist das nicht der Fall. Wird dagegen verstoßen, kann es bei einer Verkehrskont-rolle oder einem Unfall zu einer Verwaltungsstrafe bis zu 726 Euro kommen. War bei einem Unfall mit Personenschaden Sekundenschlaf die Unfallursache, kann dies strafrechtlich als Verschulden relevant werden. Aber auch bei einem reinen Sachschaden, bei dem „nur“ das eigene Auto beschädigt wird, ist Leistungsfreiheit einer allfälligen Kaskoversicherung möglich. Es spricht daher viel für die kurze Pause zur Erholung, denn „im schlimmsten Fall kommt man nicht zu spät, sondern gar nicht mehr ans Ziel“, appelliert die ÖAMTC-Verkehrsjuristin Mag. Christina Holzer-Weiß für sofortiges Reagieren bei Übermüdung.