„Low-Input“: Wirtschaften aus den eigenen Stärken:Stiegerhof in Maishofen
Inmitten des Gemeindegebietes von Maishofen befindet sich der Stiegerhof. Isabella und Alois
Dick setzen bei ihrem Betrieb auf eine „Low-Input-Bewirtschaftung“. „Uns ist es wichtig, so viel wie möglich aus den eigenen Ressourcen produzieren zu können“, so der Betriebsführer. Bereits seit dem Jahr 2006 hat der Betrieb das Konzept einer Kurzrasenweide. Überzeugt von der extensiven Wirtschaftsweise und inspiriert von Auslandsreisen nach Australien, Neuseeland und in die Schweiz, startete man im Jahr 2012 die Kreuzungszucht mit geeigneten Weiderassen wie z. B. Jersey bzw. Kiwi-Cross. Diese kleinrahmigen Tiere eignen sich für die Weidehaltung optimal und verursachen kaum Trittschäden. Des Weiteren stellte der Berieb auf Heumilch um und man entschied sich gegen den Einsatz von Kraftfutter. Auch ließ die Familie fortan die Hörner der Tiere wachsen. „Die Weidegenetik hat sich bei uns gut etabliert wichtige Aspekte waren für uns eine an die Wirtschaftsweise angepasste Leistung und die Tiergesundheit“, so Alois. Vollstens zufrieden ist er auch mit der Umstellung auf eine saisonale Abkalbung. „Dadurch ist es möglich, den Fokus auf jede der einzelnen Arbeitsspitzen genauer zu richten, sei es die Abkalbung, die Besamung, das Melken oder das Trockenstellen. Bei der Fütterung muss nicht unterschieden werden und die Kombination mit der Kurzrasenweide ergänzt sich perfekt. Zwei Monate Melkpause bringen mehr Zeit für die Familie.“
System Kurzrasenweide
Eine frühe Beweidung aller Flächen ab Ende März schafft mehr Elastizität beim ersten und zweiten Schnitt. Im Sommer verbringen die Kühe Tag und Nacht auf der Dauerweide, die mit fixen Tränken ausgestattet ist. In dieser Zeit wird kaum Heu zugefüttert. Die Fläche, die gemäht wird, wird am Ende des Jahres mit dem Mist aus dem Kompoststall gedüngt, die Dauerweide nur mit verdünnter Gülle. Besamt wird selber mit den jeweiligen ausgewählten Zuchtstieren sowie anschließend mit Fleischrassen. Dabei wird seit fünf Jahren die Triple-A-Methode angewandt, die nicht nur auf Leistungsdaten, sondern auf dem Körperbau der Kuh basiert für die Zucht langlebiger Kühe.
Jene Kälber, die nicht nachgezüchtet werden, vermarktet man großteils bereits regional als Milchkalb, der Rest wird von Ammenkühen bis in den Herbst aufgezogen. Diese verbringen ab Mitte Juni gemeinsam mit der Nachzucht den Sommer auf der eigenen Alm im Käfertal in Fusch.
Seit zwei Jahren wird „Smaxtec“ zur Datenaufzeichnung über den Pansen eingesetzt, wodurch sich Geburten, Krankheitsverläufe und Brunst frühzeitig erkennen lassen. Der Betrieb legt zudem großen Wert auf Homöopathie und ist seit über 15 Jahren antibiotikafrei.
Neuer Kompoststall
Der Laufstall wurde schon im Jahr 1971 von den Eltern gebaut – damals einer der ersten. Zu dieser Zeit wurden auf dem Betrieb etwa 25 Kühe verschiedener Pinzgauer- und Fleckviehkreuzungen mit Nachzucht gehalten. An das bestehende Stallgebäude wurde im Jahr 2018 ein Kompoststall drangebaut. Bei einem ständig warmen Untergrund und ausreichender Frischluftversorgung fühlen sich die Kühe besonders wohl. Belüftet wird zweimal täglich mit einem Grupper und neu eingestreut etwa einmal im Monat. Auch ein neuer Tandem-6er-Melkstand wurde ergänzt und der Wartebereich vergrößert.
Die ganzjährige Vermietung ist seit jeher Teil des Betriebs, wo im Jahr 2003 auf Appartements für insgesamt zehn Gäste umgebaut wurde. In einem kleinen Selbstversorgerladen werden außerdem Milch, selbstgemachtes Naturjoghurt und Bio-Eier von einem Nachbarbetrieb angeboten.
Betriebsspiegel
Familie: Alois Dick (54), Land- und Forstwirtschaftsmeister, Betriebsführer; Isabella Dick (49), gel. Diplomkrankenschwester; Simon (22), Informatikstudent; Clara (19), Sportwissenschaftsstudentin; Valentin (18), Zimmererlehrling; Maria Dick (77)
Betrieb: Bio-Heumilchbetrieb; 37 ha Grünland (davon 8,6 ha Dauerweide, 8 ha Naturschutzfläche, Rest zweimähdig mit Beweidung); 660 ha Alm (davon 100 ha LNF, 330 ha Nationalparkkernzone, 330 ha jagdlich genutzt); 60 ha Wald (20 ha Wirtschaftswald, Rest Schutz- und Bannwald); Vieh: ca. 30 Milchkühe (Dreirassenkreuzung aus neuseel. Jersey/Kiwi-Cross, Normande, neuseel. Holstein), ca. 15 Stück Nachzucht, 12 Hühner, Hund Lou; Mitglied bei: LKV, RZV, Bio Austria, Salzburger Direktvermarkter, Weideprojekt aus Nordrhein Westfalen