Wiesen sanieren und retten, was zu retten ist - Links rund um die Nachsaat und Co
Dieser Tagen gibt es erstmals seit Wochen wieder nennenswerte Regenfälle im gesamten Bundesland. Ob sie ausreichen werden, um die verbrannten Wiesen zu reaktivieren, ist unklar. Vieles hängt nicht nur davon ab, wie viel Regen fällt, sondern auch, wie stark die Grasnarbe geschädigt wurde. Besonders ausgetrocknete Flächen müssen saniert und nachgesät werden. Die Zeit für weitere Ernten wird nun vor allem bei Bodenheuwerbung knapp. Damit eine Schadensbegrenzung möglichst gut gelingt, hat die Landwirtschaftskammer Salzburg ein Maßnahmenpaket zusammengestellt. „Jetzt muss alles darangesetzt werden, die Schäden auf den Betrieben so weit wie möglich zu begrenzen. Wie groß die Ausfälle tatsächlich sind, wird sich endgültig erst im September und Oktober zeigen – dann werden wir auch klar erkennen, wo gezielte finanzielle Hilfen notwendig sind“, betont LK-Präsident Rupert Quehenberger.
Trotz Regens geht man davon aus, dass sich in manchen Bereichen die ausgetrockneten Grünlandbestände heuer nicht mehr eigenständig erholen werden. Ein wichtiger Schlüssel wird es sein, diese Wiesen noch heuer zu sanieren, damit sie möglichst rasch wieder Futter liefern. „Neuanlagen mit schnell wachsenden Kleearten oder Weidelgräsern bringen sehr schnell erste Ergebnisse. Mittelfristig ist es wichtig, auf hitzetolerante Sorten zu setzen“, so der Grünlandreferent der LK Salzburg, Matthias Greisberger (siehe dazu Seite 7). Die LK ist derzeit in intensiven Gesprächen mit dem Ministerium, um auch jenen Betrieben eine Neuanlage ohne Prämienverlust zu ermöglichen, die an der ÖPUL-Maßnahme „Humuserhalt und Bodenschutz auf umbruchsfähigem Grünland (HBG)“ teilnehmen. Eine Nachsaat mit Striegeln bzw. speziellen Nachsaatgeräten steht schon jetzt allen Betrieben offen.
LK bietet Beratung in allen Bereichen an
„Wir setzen unsere Beratungsressourcen gezielt in den am stärksten betroffenen Regionen ein“, versichert Rupert Quehenberger, Präsident der Landwirtschaftskammer Salzburg. „Jetzt müssen wir schnell handeln, um die Verluste für Landwirte und Verbraucher so gering wie möglich zu halten und die Flächen schnell wieder in den Ertrag zu bringen.“
Ein Thema sind auch mögliche Prämienverluste bei vorzeitigen Almabtrieben. Aktuell müssen Tiere mindestens 60 Tage auf der Alm bleiben, damit die Betriebe die Almzahlungen erhalten. Doch wegen der Trockenheit sind viele Almweiden bereits abgegrast. Landwirte, die ihre Tiere vorzeitig ins Tal zurückholen, riskieren den Verlust der Prämie, da „Futterknappheit“ nicht als höhere Gewalt anerkannt ist. Diese Regelung müsse ausgesetzt werden, um die Betriebe nicht noch zusätzlich finanziell zu belasten, forderte die LK in der Vorwoche. Ein vorzeitiger Abtrieb aufgrund von „Wassermangel“ (höhere Gewalt) ist hingegen bereits jetzt möglich.
In der vergangenen Woche konnte auch erreicht werden, dass Flächen in der Maßnahme „Naturschutz“ mit festgelegtem Nutzungstermin ab 12. August vorzeitig genutzt werden konnten. Die Projektbestätigung wird diesbezüglich nicht abgeändert und die ausgewiesene Prämie wird für die betroffenen Flächen trotzdem gewährt.
Unterstützung für Prämien absichern
Im Bundesland Salzburg sind bereits 85 Prozent der Ackerflächen und mehr als 60 Prozent des Grünlands gegen Elementarrisiken versichert. Die öffentliche Hand übernimmt 55 Prozent der Versicherungsprämie für die Dürreversicherung. Bund und Land tragen jeweils die Hälfte dieser Förderung. Aktuell beträgt die Förderung landesseitig rund 2,2 Millionen Euro jährlich.
Landesrat Maximilian Aigner: „Eine hohe Versicherungsdurchdringung hilft, finanzielle Schäden erheblich abzufedern und den Betrieben Planungssicherheit zu geben.“ In enger Abstimmung mit dem Bund wolle man die Prämienunterstützung trotz angespannter Budgets absichern und auch die finanziellen Mittel für eine höhere Durchversicherung bereitstellen.
Alle nicht versicherten Landwirte müssen derzeit auf das von der Bundesregierung in Aussicht gestellte Soforthilfepaket hoffen. Ob und in welchem Ausmaß dieses kommen wird, ist weiterhin offen und hängt von einer Einigung in der Bundesregierung ab.
Links zum Thema
- Heiße, trockene Sommer hinterlassen zunehmend Spuren auf unseren Wiesen. Wo wertvolle Futtergräser zurückgehen, entstehen Lücken, die unerwünschten Pflanzen Platz bieten. Wer diese Entwicklung erkennt und mit einer standortgerechten Nachsaat gegensteuert, schafft die Grundlage für leistungsfähige und widerstandsfähige Grünlandbestände.
- Die anhaltend hohen Temperaturen in Kombination mit den vielerorts ausbleibenden Niederschlägen setzen die Grünlandbestände massiv unter Stress. Zahlreiche Flächen zeigen bereits deutliche Trockenheitsschäden, die Erträge bleiben hinter den Erwartungen zurück und vielerorts stellt sich die Frage, welche Maßnahmen nun sinnvoll sind.
- Ausnahmeregelung für 2026 aufgrund der Trockenheit