Volles Haus beim Pongauer Bezirkskammertag
Vergangenen Mittwoch, den 21. Jänner fand im Pongau der erste Bezirkskammertag dieses Jahres statt. Ein reges Interesse seitens der Bäuerinnen und Bauern sowie viele brennende Themen sorgten für einen bis auf den letzten Platz gefüllten Gemeindesaal in Pfarrwerfen. Auch einer Vielzahl an Ehrengästen war es ein Anliegen, an diesem Abend dabei zu sein. BBK-Obmann Josef Höller konnte unter anderem Landeshauptfrau Mag. Caroline Edtstadler, Landesrat Maximilian Aigner, Ök.-Rat Silvester Gfrerer, LK-Präsident Ök.-Rat Rupert Quehenberger, LK-Vizepräsident Josef Braunwieser, Kammeramtsdirektor Mag. Franz Wieser, Bezirksbäuerin Theresia Walchhofer und Bürgermeister Bernhard Weiß begrüßen.
Gemeinsam als eine Salzburger Bauernschaft
„Diese rekordverdächtige Dichte an Ehrengästen heute zeigt, wie wichtig die Landwirtschaft ist“, startete Caroline Edtstadler ihre Ansprache, in der sie über aktuelle Themen aus der Politik berichtete. Zentrale Eckpunkte sind dabei beispielsweise die Sicherheit wie etwa die Unterstützung der Blaulichtorganisationen, das Vorantreiben der Energieunabhängigkeit sowie die Themen Gesundheit, Pflege, Personal und Budget. Hinsichtlich der Landwirtschaft beschäftige man sich unter anderem intensiv mit der Entbürokratisierung, bei der man so schnell wie möglich handeln möchte. „Was das Freihandelsabkommen Mercosur betrifft, dürfen wir nicht vergessen, dass wir ein exportorientiertes Land sind, aber keinesfalls darf dieses Abkommen auf Kosten der Bäuerinnen und Bauern erfolgen“, so die Landeshauptfrau und fügte hinzu: „Wir müssen uns auch die Frage stellen, was wir brauchen, falls das Abkommen doch kommt, und das sind Punkte wie eine starke GAP, die Herkunftskennzeichnung und informierte Konsumentinnen und Konsumenten, damit in Zukunft vorrangig die Salzburger Produkte gekauft werden.“ Landesrat Aigner ergänzte: „Egal, welche Themen auf uns zukommen –
wenn Gegenwind kommt, müssen wir als eine Salzburger Bauernschaft dagegenstehen, denn es funktioniert nur der gemeinsame Weg.“
Milchmarkt und Tierärztemangel
Angesprochen wurde von LK-Präsident Quehenberger auch die derzeitige Situation auf dem Milchmarkt, die unter anderem der überdurchschnittlich guten Futterernte im Jahr 2025 geschuldet ist. Wie lange diese Marktsituation anhalten wird, ist derzeit noch nicht einschätzbar.
Ein besonderes Anliegen ist ihm die zukünftige Tierärzteversorgung am Land. Dafür konnten im vergangenen Jahr vom Land Salzburg an mehr als fünf Personen Studienplätze zugewiesen werden. Diese verpflichten sich, im Anschluss an das Studium für eine bestimmte Zeit in Salzburg in dieser Berufssparte im Einsatz zu sein. „Diese Initiative ist auch für heuer wieder geplant. Wir beraten außerdem gemeinsam mit der Vedmed-Uni in Wien, wie der Beruf attraktiver gemacht werden kann“, so Quehenberger.
Rupert Quehenberger, Präsident der Landwirtschaftskammer Salzburg
"Das Jahr 2025 war ein Jahr des Umbruchs mit vielen Veränderungen und Neuerungen –
es war in Summe ein sehr forderndes Jahr"
Die BBK‘s werden gebraucht
BBK-Obmann Höller und Bezirskbäuerin Theresia Walchhofer berichteten von den Ereignissen und Aufgaben des vergangenen Jahres – vom Besuch von Minister Norbert Totschnig über die Konstituierung der Ortsausschüsse bis hin zu den Projekten und Funktionärsschulungen der Bäuerinnen. Knapp 1.800 Mehrfachanträge im vergangenen Jahr beweisen stabile Betriebszahlen im Pongau. „73 Investförderungsanträge mit einem Nettoinvestitionsvolumen von 14,5 Mio. Euro zeigen, dass investiert wird und sich etwas tut“, so Walchhofer. Diese Zahlen unterstreichen die Wichtigkeit der Bezirksbauernkammern als erste Anlaufstelle für die bäuerlichen Betriebe in der Region.
Einforstungsrechte und Kuhattacken
Bei der anschließenden Diskussion wurden die verschiedensten Bereiche besprochen, vom Thema Wolf und der Absicherung bei Kuhattacken über die angespannte Milchmarktsituation und den gekürzten Transportkostenzuschuss bis hin zur Herkunftskennzeichnung und natürlich dem Merscosur-Abkommen. Ein bedeutendes Thema an diesem Abend waren auch die Einforstungsrechte, weil die derzeitige Gesetzeslage hinsichtlich Bedarfsprüfung für den Einforstungsberechtigten nicht befriedigend geregelt ist.