Strategien für nachhaltige Erträge
So hat es im vergangenen Dezember und auch heuer im Jänner kaum geregnet. Die Wetterextreme der Vorjahre, verschärfter Nährstoffdruck, Schädlingsgeschehen und steigende Qualitätsansprüche verlangen mehr denn je eine präzise, nachhaltige und ganzheitliche Bewirtschaftung. Die Beiträge dieser Schwerpunktnummer zeigen eindrucksvoll, wie Wissen aus Forschung, Beratung und Praxis dazu beiträgt, die Leistungsfähigkeit und Stabilität unserer Wiesen und Weiden langfristig zu sichern.
Interessante Fachbeiträge
- Den Auftakt macht das Projekt der HBLFA Raumberg-Gumpenstein "Seedmix - Forschung für klimafitte Wiesen" von Lukas Gaier, Andreas Klingler und Bernhard Krautzer. Sie haben österreichweit auf sieben Standorten untersucht, wie unterschiedliche Saatgutmischungen, Nutzungsintensitäten und Artenzusammensetzungen unter Klimastress reagieren. Besonders deutlich wird dabei die langfristige Überlegenheit hochwertiger ÖAG‑Qualitätssaatgutmischungen. Die Bedeutung einer standortangepassten Bewirtschaftung liefert damit zentrale Erkenntnisse für die Praxis.
- Im Beitrag "Bio‑Grünland - Nährstoffkreisläufe schließen" zeigt Stefan Rudlstorfer, Berater für Biolandbau, wie entscheidend ein bewusstes Management von Nährstoffflüssen für wirtschaftlich erfolgreiche Biobetriebe ist. Schlag- und Hoftorbilanzen werden als wertvolle Werkzeuge vorgestellt, um Nährstoffdefizite zu erkennen, Bodenfruchtbarkeit zu sichern und Kreislaufwirtschaft umfassend, über das Hoftor hinaus, zu denken.
- Einen Blick unter die Oberfläche wirft Elisabeth Murauer, Beraterin der Boden.Wasser.Schutz.Beratung, in "Fresser stehen nicht nur im Stall". Sie macht deutlich, dass Bodenleben und Regenwürmer zentrale Verbündete einer stabilen Grünlandnarbe sind. Artenreiche Bestände, schonende Bewirtschaftung und aktive Förderung der Bodenbiologie bilden die Grundlage einer zukunftsfähigen Grünlandwirtschaft. Gerade unter dem Aspekt zunehmender Wetterextreme wird es immer wichtiger den Boden in den Mittelpunkt zu setzen.
- Mit "Interessante Trends bei den Grassilage‑Qualitäten" analysiert Gregor Großpointner, Berater für Rinderhaltung, aktuelle Entwicklungen der Silagewerte. Seine Auswertung zeigt deutliche Verbesserungen bei Energiegehalten, Rohprotein und Gärqualität. Er sieht im optimierten Schnittzeitpunkt, einer besseren Nährstoffversorgung und in einer sauberen Silierung den Schlüssel zum Erfolg. Gleichzeitig mahnt er zu mehr Analysen später Aufwüchse, um den tatsächlichen Qualitätsverlauf vollständig abbilden zu können.
- Ein Thema, das Oberösterreich weiterhin beschäftigt, beleuchtet Grünlandreferent Michael Fritscher in "Engerlinge im Grünland - zwischen Ruhe und Rückschlag". Die jüngsten Schadereignisse machen deutlich, dass die Engerlingproblematik trotz ruhiger Jahre keineswegs ausgestanden ist. Neben aufmerksamem Monitoring braucht es stabile Pflanzenbestände, optimale Nährstoff- und Kalkversorgung sowie konsequente Pflege. Damit werden die wichtigsten Voraussetzungen eines "fitten" Grünlands geschaffen.
- Abschließend stellt Theresa Frühwirth, Leiterin des Bienenzentrums OÖ, die neue Broschüre "Blütenreiche Wiesenpflanzen für Bienen und andere Bestäuber" vor. Die Analyse von 239 heimischen Arten zeigt, wie wertvoll regionale Wildpflanzen für Biodiversität, Bestäubung und stabile Agrarökosysteme sind. Sie bietet Landwirtinnen und Landwirten eine fundierte Grundlage für artenreiche, ökologisch wertvolle Wiesen.
Wir wünschen allen Lesern ein interessantes Studium unserer Schwerpunktnummer und viel Erfolg beim Start in die neue Grünlandsaison.