Silomais auf 1.000 m Seehöhe: Was braucht es für eine gute Ernte?
Der Maschinenring und Schüler der HBLA Ursprung präsentierten bei einem Fachabend in der Landwirtschaftsschule Tamsweg Teilergebnisse eines Silomais-Sortenversuches im Lungau. Silomais ist im Lungau längst mehr als ein Versuchsanbau. Im Jahr 2025 wurden bereits 27 ha Silomaisfläche bewirtschaftet. Geerntet wurden über 1.000 t Silomais, die zu 1.061 Ballen gepresst wurden - ergänzt um eine Fahrsilo-Menge, die etwa 40 weiteren Ballen entspricht. Der Durchschnittsertrag lag bei 41 Ballen pro Hektar auf Biobetrieben und bei 48 Ballen auf konventionell bewirtschafteten Flächen. Der Spitzenertrag kam auf 58 Ballen pro Hektar.
Sortenwahl und Entwicklung als Faktoren
Ein zentrales Ergebnis des Versuchs: Entscheidend für Ertrag, Stärkegehalt und Futterwert ist eine rasche und gleichmäßige Jugendentwicklung. Sorten mit niedriger Reifezahl und schneller Entwicklung sind unter den klimatischen Bedingungen im Lungau klar im Vorteil. Besonders aufschlussreich war der Vergleich zweier Versuchsvarianten mit 14 Tagen Unterschied beim Setzzeitpunkt: Während die geerntete Masse vergleichbar blieb, war der Unterschied im Trockenmasse- und Stärkegehalt signifikant. Der um zwei Wochen später gesetzte Mais schnitt bei der Futtermittelanalyse deutlich schlechter ab.
Erntezeitpunkt beeinflusst Qualität
Im Anbaujahr 2025 wurde die Ernte witterungsbedingt früher durchgeführt als geplant. Nach einem Kälteeinbruch am 4. Oktober mussten die Bestände gehäckselt werden. Die Folgen waren zwar im Masseertrag kaum sichtbar, spiegelten sich aber deutlich in der Futtermittelanalyse: geringere Trockenmassegehalte und ein reduzierter Stärkegehalt. Der Fokus muss auf die frühe Entwicklung der Pflanzen gelegt werden. Phosphor sollte in den oberflächennahen Bodenschichten verfügbar sein, damit Keimlinge diesen mit ihren feinen Wurzeln rasch aufnehmen können. Eine tiefe Einarbeitung ist dabei weniger zielführend. Bei der Verwendung von Wirtschaftsdünger ist die oberflächliche Ausbringung ideal - Gülleseparat eignet sich hervorragend, aber auch Gülle oder Festmist.
Kostenstruktur und Logistik im Fokus
Die Produktionskosten pro Ballen beliefen sich auf rund 60 Euro bei konventionellen und etwa 77 Euro bei biologisch wirtschaftenden Betrieben - jeweils inklusive aller Maschinenleistungen sowie notwendiger Düngungs- und Pflanzenschutzmaßnahmen. Ein wesentlicher Kostenfaktor ist die Logistik vom Feld zur stationären Presse.
Fazit
"Die Sorten 'Primino' und 'Faith' haben sich unter den Bedingungen im Lungau besonders bewährt. Die Empfehlungen basieren auf den aktuellen Versuchsergebnissen und unseren Erfahrungen aus den vergangenen Jahren“, erklärt Hannes Moser. Der Silomaisanbau im Lungau zeigt: Mit gezielter Sortenwahl, abgestimmter Düngung, frühzeitiger Unkrautregulierung und professioneller Disposition lässt sich auch in höheren Lagen eine wirtschaftlich attraktive Silomaisproduktion umsetzen.