Salzburgs Wald unter massivem Hitze- und Trockenstress
Hitze und Trockenheit hinterlassen deutliche Spuren im Salzburger Wald. Besonders ältere Bestände geraten zunehmend unter Stress, während zugleich die Borkenkäfergefahr steigt. Die jüngsten Regenfälle sorgen zwar für etwas Hoffnung, doch von einer Entspannung kann noch keine Rede sein. Entscheidend ist nun, wie sich Wetter und Temperaturen in den kommenden Wochen entwickeln.
Trockenheit und Hitze haben heuer dem Wald besonders zugesetzt. Insbesondere auf seichtgründigen Kalkstandorten und durchlässigen Schotterböden sind die Auswirkungen am deutlichsten zu sehen. Hier zeigt sich auch die unterschiedliche Toleranz der Baumarten gegenüber diesen extremen Wetterlagen.
Tanne und Eiche sind sowohl durch ihre genetischen Eigenschaften als auch durch ihre tiefreichenden Wurzeln am besten an Trockenheit angepasst. Die Buche leidet wesentlich stärker unter Trockenheit und Hitze als Bergahorn und Esche. Ein Zeichen dafür ist der frühzeitige Laubfall, der bei der Buche am auffälligsten zutage tritt. Auch Fichten leiden auf ausgeprägten Trockenstandorten. Als Reaktion auf Wassermangel werfen sie ältere Nadeljahrgänge ab, wodurch ihre Kronen durchsichtig werden.
LK-Präsident Rupert Quehenberger.
Ältere Waldbestände leiden deutlich stärker unter dem Wassermangel
Neben dem frühen Laubfall und dem Abstoßen von Nadeljahrgängen verlieren die Bäume durch die Trockenheit auch einen Großteil ihrer Feinwurzeln, die für eine ausreichende Wasserversorgung unabdingbar sind. So wie die Buche erfahrungsgemäß nach dem ersten Trockenjahr im Frühjahr wieder austreibt, werden auch die Feinwurzeln neu gebildet, sofern genügend Bodenwasser zur Verfügung steht.
„Die Erfahrung aus den letzten Trockenjahren in Deutschland zeigt, dass Buchen ein einzelnes Trockenjahr durchaus gut überstehen können. Ein zweites Extremjahr halten sie meist nicht aus und sie sterben nach dem Austrieb ab. Auffällig an den derzeitigen Waldbildern ist aber auch, dass ältere Bäume und Waldbestände schon wesentlich stärker unter dem Klimawandel leiden als junge Wälder. Insofern sollte dies Eingang in die waldbauliche Planung für die nächsten Jahre finden. Die Verjüngung überalteter Waldbestände sollte neben den üblichen Pflegemaßnahmen Vorrang haben“, so der Forstdirektor der LK Salzburg, Dipl.-Ing. Franz Lanschützer.
Kurze Niederschläge bringen keine Entspannung für Wald
Erfreulich sind die stärkeren Niederschläge der letzten Tage. Während Wiesen und Felder auch von geringeren Niederschlagsmengen profitieren, benötigen Wälder wesentlich mehr Regen für eine Durchfeuchtung des Bodens. Bei jedem Regen verdunsten 5 bis 10 Millimeter Niederschlag, bevor das Wasser den Boden erreicht.
Wie sehr der aktuelle Niederschlag eine Entspannung für den Wald bringt, hängt auch davon ab, wie sich die Temperaturen entwickeln. Die Hitze setzt den Bäumen ebenfalls stark zu, und mit höheren Temperaturen steigt auch die Verdunstung.
Trockenheit erhöht Borkenkäfergefahr
In den vergangenen Wochen richtete sich der Blick besonders auf mögliches Käferholz. Die Sorge vor einer größeren Borkenkäferkalamität war berechtigt.
„Trotz enormer Hitze und Trockenheit seit Juni sind kleinere Käfernester an Fichten erst vor Kurzem und damit relativ spät in erhöhter Zahl aufgetreten. Das deutet darauf hin, dass die Entwicklung der Borkenkäfer im Frühjahr verzögert begonnen hat. Umso wichtiger ist es jetzt, befallene Bäume rasch zu finden, aufzuarbeiten und aus dem Wald abzutransportieren. Zeit für die Suche nach von Borkenkäfer befallenen Bäumen und die Beobachtung der Entwicklung des Waldes zu verwenden, ist momentan besonders gut investiert“, sagt LK-Präsident Rupert Quehenberger.
Wie lange der Borkenkäfer bis in den Herbst hinein aktiv bleibt, wird sich erst nach den Regenfällen der letzten Tage zeigen. Jedenfalls besteht noch keine Entspannung. Die Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer sind weiterhin aufgerufen, nach Käferbefall Ausschau zu halten, auch in höheren Gebirgslagen.
Irankrieg führt zu mehr Holzexporten in die USA
Eine Veränderung zeigt sich am internationalen Schnittholzmarkt insofern, als größere Sägewerke begonnen haben, verstärkt für den amerikanischen Markt zu produzieren. Damit gelingt es, den Kriegsgebieten im Nahen Osten sowie dem europäischen Markt ausweichen zu können.
Dazu benötigen diese Sägewerke eine geänderte Holzausformung. Dieser Markt benötigt eine Länge der Holzstämme von 5 Metern. In Europa werden vorwiegend Längen von 4 bzw. 4,5 Metern gewünscht. Daher sollten sich Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer, die in nächster Zeit Holz auf den Markt bringen möchten, bereits vor Beginn der Nutzung Gedanken über die Ausformung machen.
Die Forstberater der Landwirtschaftskammer und die Waldhelfer des Waldverbandes stehen für Beratungen zur Verfügung.
Insgesamt haben die ersten Käferbäume in den letzten Tagen zu einem erhöhten Holzaufkommen geführt. Vielfach wird zusätzlich zum anfallenden Käferholz vorbeugend Frischholz genutzt, um weiterem Befall vorzubeugen.
Die Sägewerke sind damit gut versorgt, zugleich aber so aufnahmefähig, dass das derzeit anfallende Holz problemlos übernommen werden kann. Die Preise für Sägerundholz dürften sich bis in den September hinein auf dem bestehenden Niveau stabilisieren. Auch die Nachfrage nach Industriesägeholz ist bei stabilen Verhältnissen vorhanden.
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- PA Trockenstress bei Salzburgs Wäldern 1 JPG 6,99 MBVom Borkenkäfer befallene Bäume machen die Folgen von Hitze und Trockenheit für den Salzburger Wald sichtbar.
- PA Trockenstress bei Salzburgs Wäldern 2 JPG 10,95 MBVor allem ältere Bäume und Buchen leiden unter der anhaltenden Trockenheit und zeigen bereits deutliche Schäden.