Neue Kräfte in bewegten Zeiten
Unter dem Motto „Neue Kräfte in bewegten Zeiten“ stand der Lungauer Kammertag 2026 ganz im Zeichen personeller Veränderungen und von Lösungsansätzen, um die bewegten Zeiten bestmöglich zu bewältigen. Pünktlich zu Maria Lichtmess, dem traditionellen Bauerntag im Lungau, eröffnete BBK-Obmann Johann Schitter die Veranstaltung und die starke Präsenz von Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Verwaltung und Interessenvertretung unterstrich die Bedeutung der Landwirtschaft für den ländlichen Raum. Kammeramtsdirektor Franz Wieser stellte in seinen Grußworten klar, dass trotz angespannter Budgetlage alle Bezirksbauernkammern geöffnet bleiben würdens. Der persönliche Service vor Ort sei unverzichtbar.
Auch das Zusammenspiel zwischen Landwirtschaft und Behörden war Thema. Bezirkshauptfrau Michaela Rohrmoser betonte, dass Eigenkontrollen und behördliche Kontrollen gemeinsam die Grundlage für hochwertige und sichere Lebensmittel bildeten. In der Diskussion wurde aber deutlich, dass Kommunikation auf Augenhöhe und der Dialog mit den Bauern besonders wichtig wären. In seinem Tätigkeitsbericht blickte Johann Schitter auf ein ereignisreiches Jahr zurück. Neben seiner Wiederwahl zum Obmann der BBK Tamsweg standen vor allem die Entwicklungen an den Agrarmärkten im Fokus. EU-weit stieg die Milchproduktion 2025 um rund fünf Prozent, in Österreich sogar um neun Prozent. Der Fleischmarkt entwickelte sich sehr positiv, sowohl in der Zuchtvieh- als auch in der Schlachtviehvermarktung lagen die Preise deutlich über dem Vorjahr. Ein zentrales Thema bleibt für viele Betriebe die Unterstützung bei der Antragstellung von Ausgleichszahlungen. Auf der Bezirksbauernkammer laufen die Arbeiten an den Mehrfachanträgen für 2026 auf Hochtouren, mehr als die Hälfte der rund 700 Anträge konnte bereits erledigt werden. Den Blick auf das Menschenwohl am Hof lenkte Bezirksbäuerin Iris Zitz. Anlässlich des Internationalen Jahres der Bäuerin/Landwirtin stellte sie das Programm „Bäuerinnen-Auszeit“ vor, das 2026 mit monatlichen Angeboten Raum für Erholung und Austausch schaffen soll.
Rupert Quehenberger, Präsident der Landwirtschaftskammer Salzburg
"Bewegte Zeiten sind auch Chance für Neuerungen und die ehrliche Auseinandersetzung mit der eigenen Situation und dem Betrieb."
Landesrat Aigner rief dazu auf, sich aktiv in politische Prozesse einzubringen. Politik setze zwar Rahmenbedingungen, entscheidend sei jedoch das Engagement der bäuerlichen Interessenvertretung. Themen wie Mercosur, Herkunftskennzeichnung und Versorgungssicherheit nannte er als zentrale Herausforderungen. Auch der steigende Energiebedarf und dessen Deckung in Salzburg verlangten künftig verstärkt nach gemeinsamen Lösungen. „Egal, welche Themen auf uns zukommen – wenn Gegenwind entsteht, müssen wir als Salzburger Bauernschaft geschlossen dagegenstehen. Es funktioniert nur der gemeinsame Weg“, so Aigner.
Maximilian Aigner, Landesrat
"Bewegte Zeiten geben keinen Platz für Stillstand. Wenn wir alle Teil der Bewegung sind, können wir viel erreichen."
LK-Präsident Rupert Quehenberger spannte den Bogen von den Tierseuchen des Vorjahres bis zur aktuellen Marktlage, von Mercosur bis zum Wolf. Präsident Quehenberger zeigte auch die große Bandbreite der Produktionskosten in der Milchviehhaltung auf. Ein besonderes Anliegen sei ihm zudem die zukünftige Tierärzteversorgung im ländlichen Raum. Im vergangenen Jahr konnten durch das Land Salzburg mehrere Studienplätze vergeben werden. Zudem werde gemeinsam mit der Veterinärmedizinischen Universität Wien beraten, wie der Beruf langfristig attraktiver gestaltet werden könne. Der Lungauer Kammertag zeigte einmal mehr, wie vielfältig die Themen sind, die die Landwirtschaft aktuell bewegen. Austausch, Information und Zusammenhalt bleiben zentrale Pfeiler für die bäuerliche Zukunft. Die hohe Beteiligung unterstrich eindrucksvoll das große Interesse an Information und Diskussion.