Gelebter Kreislauf mit Milchvieh und Junghennen
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Der „Katzmooser“ von Familie Kreuzberger befindet sich im Gemeindegebiet von Elixhausen. Seit 1998 wird die Landwirtschaft von Markus geführt. Durch einen schweren Schicksalsschlag in der Familie übernahm er mit 19 Jahren die Verantwortung, den Erbhof weiterzuführen. Da ein fälliger Stallumbau Anfang der Jahrtausendwende für ihn keine Option war, stieg er 2004 auf Mutterkuhhaltung um und richtete gleichzeitig den Betrieb in
Richtung Bio-Junghennenaufzucht – damals mit 9.600 Stück der erste biologisch geführte Österreichs – ein.
Knapp 20 Jahre später und durch Pacht einiger Flächen reifte beim Landwirtschaftsmeister die Überlegung, mit einer Adaptierung des Rinderstalles wieder zur Milchviehzucht zurückzukehren. Inmitten der Coronapandemie wurden die Pläne in die Tat umgesetzt und so zog man 2022 in den um- und ausgebauten Milchviehstall mit über 60 Milchkühen ein.
Ein stationärer Futtermischer stellt täglich drei verschiedene Rationen für die Trockensteher bzw. für das Milch- und Jungvieh her. Die gemischte TMR (Gras- und Maissilage, Mineralfutter, Gerste und Stroh) wird mittels Futterband den Laktierenden (Stalldurchschnitt von 9.500 kg) zur Verfügung gestellt. In der Zucht setzt man auf hornlose Fleckviehstiere mit guter Fitness sowie einer hohen Melkbereitschaft. Die Milchkühe erhalten das ganze Jahr über freien Zugang zur Weide bzw. zum groß dimensionierten (rund 700 m2) Laufhof. Das Jungvieh wird im ebenfalls 2022 gebauten Kalbinnenstall in drei Altersgruppen auf Tiefstroh im Liegebereich gehalten. Anstatt einer eigenen Abkalbebucht kalben die Trockensteher bzw. Kalbinnen in der Gruppe: „Die Tiere bleiben bis nach der Abkalbung in ihrem gewohnten Umfeld. Ich bin der absoluten Überzeugung, dass das den Kalbeverlauf positiv beeinflusst“, so Markus.
Junghennenaufzucht auf zwei Etappen
Mit dem Einzug der Milchkühe wurde auch der bisherige Geflügelstall erweitert und im alten Heuboden über dem Milchviehstall die Junghennenaufzucht optimiert. Die Tagesküken werden bis zu einem Gewicht von rund 300 g voraufgezogen, ehe sie im Anschluss in den großen Stall mit rund 16.500 Hühnern umgestallt werden, wo sie mit rund 18 Wochen zu den Legebetrieben in ganz Europa ausgeliefert werden. Die Stallungen werden mit einer Hackschnitzelheizung (99 kW) geheizt.
„Durch den Geflügelmist bringe ich zusammen mit der Rindergülle hohe Nährstoffgehalte auf meine Grünlandflächen zurück, die wiederum die Basis des Grundfutters darstellen. Wenn ich dann als gelernter Metzger das hochwertige Fleisch noch verarbeiten darf und es im Hofladen gerne gekauft wird, zeigt das, dass wir auf dem richtigen Weg sind“, so Markus, der einen Teil der Kalbinnen in der eigenen Metzgerei verarbeitet. Zusammen mit dem „Pinzgauer Käsemobil“ produziert Markus eigenen Schnittkäse.
Die Photovoltaikanlagen stellen 210 kWp Strom her. In Kürze wird ein 215-kWh-Speicher installiert. Danach kann die gesamte Hofstätte energieautark geführt werden.
Betriebsreportage
Familie: Markus Kreuzberger (48), Betriebsführer, landw. Meister, Metzgergeselle; Oksana (45), Betriebsführerin, Ärztin; Sarah (13); Marie (4); Raphael (Angestellter)
Betrieb: Bio-Milchviehhaltung und Junghennenaufzucht; 50 ha mehrmähdiges Grünland, 10 ha Acker (Silomais, Feldfutter), 10 ha Wald; Vieh: 63 Milchkühe mit Nachzucht und 30 Kalbinnen, 16.500 Junghennen, 2 Ponys, 2 Schweine, 1 Hund; Mitglied beim LKV, Rinderzuchtverband Salzburg, VFS, öst. Qualitätsgeflügelvereinigung (Q-GV), Bio Austria und Naturland
www.biohof-katzmoos.at