Aktuelle Pflanzenschutzinformationen Nr. 5/2026
Raps-Schädlinge
Am Wochenende werden die Temperaturen deutlich ansteigen und bei über 15 °C herrschen dann optimale Zuflugbedingungen für den Rapsglanzkäfer. Bisher war die Aktivität auf Grund der niedrigen Temperaturen eher gering. Besonders gefährlich wird es, wenn die Knospen sich deutlich füllen und gelblich verfärben. Zur Beurteilung wird der Haupttrieb herangezogen, die Gelbschale dient nur mehr zur Orientierung. Über www.warndienst.at kann zusätzlich zur eigenen Beobachtung die Prognose des Zufluges der Rapsglanzkäfer abgerufen werden. Die wirtschaftliche Schadensschwelle sind bis ES 55 (geschlossene Einzelblüten des Haupttriebes deutlich sichtbar) acht Käfer pro Knospe (im Durchschnitt von zehn ausgezählten Haupttrieben). Die Behandlung soll am Nachmittag bei warmen Temperaturen durchgeführt werden, die Temperatur sollte aber nicht über 20 °C sein, auf Abdrift in Nachbarflächen ist zu achten.
Wird eine Behandlung nötig, so stehen neben 0,2 l/ha Mavrik Vita/Evure das Sivanto Energy (0,5 bis 0,75 l/ha), eine Kombination aus einem neuen Wirkstoff und dem bekannten Decis, sowie Carnadine (0,2 l/ha – darf im Raps nur einmal eingesetzt werden) mit dem neonicotinoiden Wirkstoff Acetamiprid, der auch in Mospilan 20 SG (0,2 kg/ha) enthalten ist, zur Verfügung. Wurde im Herbst bereits Carnadine eingesetzt, so ist im Frühjahr gegen Glanzkäfer Mospilan 20 SG möglich, nicht jedoch ein zweites Mal Carnadine. Alle genannten Produkte erfassen auch gegen Pyrethroide des Typs II resistente Käfer. Auf dem Markt ist auch das synthetische Pyrethroid (Typ II) Sherpa Duo (0,2 l/ha). Durch die spezielle Formulierung mit dem Hilfsstoff Piperonylbutoxid werden auch Glanzkäfer erfasst, die eine metabolische Resistenz mit geringem Resistenzfaktor besitzen. Außer Mavrik Vita/Evure und Mospilan 20 SG sind alle Produkte bienengefährlich, sollten blühende Unkräuter im Bestand sein, dürfen diese nicht eingesetzt werden. In Mischungen mit Azolfungiziden dürfen Mavrik Vita/Evure und Mospilan 20 SG nur außerhalb der Bienenflugzeit eingesetzt werden. Details zum Bienenschutz sind auch in einem unten verlinkten Artikel zu entnehmen.
Wird eine Behandlung nötig, so stehen neben 0,2 l/ha Mavrik Vita/Evure das Sivanto Energy (0,5 bis 0,75 l/ha), eine Kombination aus einem neuen Wirkstoff und dem bekannten Decis, sowie Carnadine (0,2 l/ha – darf im Raps nur einmal eingesetzt werden) mit dem neonicotinoiden Wirkstoff Acetamiprid, der auch in Mospilan 20 SG (0,2 kg/ha) enthalten ist, zur Verfügung. Wurde im Herbst bereits Carnadine eingesetzt, so ist im Frühjahr gegen Glanzkäfer Mospilan 20 SG möglich, nicht jedoch ein zweites Mal Carnadine. Alle genannten Produkte erfassen auch gegen Pyrethroide des Typs II resistente Käfer. Auf dem Markt ist auch das synthetische Pyrethroid (Typ II) Sherpa Duo (0,2 l/ha). Durch die spezielle Formulierung mit dem Hilfsstoff Piperonylbutoxid werden auch Glanzkäfer erfasst, die eine metabolische Resistenz mit geringem Resistenzfaktor besitzen. Außer Mavrik Vita/Evure und Mospilan 20 SG sind alle Produkte bienengefährlich, sollten blühende Unkräuter im Bestand sein, dürfen diese nicht eingesetzt werden. In Mischungen mit Azolfungiziden dürfen Mavrik Vita/Evure und Mospilan 20 SG nur außerhalb der Bienenflugzeit eingesetzt werden. Details zum Bienenschutz sind auch in einem unten verlinkten Artikel zu entnehmen.
Raps-Wachstumsreglereinsatz
Wo noch kein Wachstumsreglereinsatz durchgeführt wurde soll dieser rasch durchgeführt werden. Vor allem in Beständen, die relativ dünn stehen, wird durch eine Behandlung die Seitenverzweigung gefördert. Details zum Einsatz sind der letzten Ausgabe zu entnehmen.
Wachstumsreglereinsatz in Wintergerste
Nach Ostern werden die ersten früh gesäten und gut entwickelten Wintergerste das Einknotenstadium (ES 31) erreichen. Viele Bestände haben derzeit das BBCH-Stadium 29/30– Ende der Bestockung/Beginn des Längenwachstums – erreicht. Der optimale Wachstumsreglereinsatz ist im ES 31/32, d.h. der erste Knoten ist mind. 1 cm über dem Bestockungsknoten und der zweite Knoten beginnt sich abzuheben (siehe Foto). Es ist darauf zu achten, dass manchmal ein weißlicher gefüllter Halmteil mit etwas stärkerer Wand vorhanden ist. Dies ist der sogenannte Halmheber (siehe Foto links). Die Witterung soll wüchsig sein, Sonne verbessert v.a. bei trinexapaxhältigen Produkten (z.B. Moddus) die Wirkung, Nachtfröste dürfen auf die Anwendung nicht folgen. Die Gerste soll sich aktiv im Wachstum befinden. Es ist besser im ES 32 zu behandeln, als bei ungünstigen Bedingungen (z.B. Kälte, Nachtfrostgefahr, kein Sonnenschein) im ES 31/32.
Die Wirkstoffe Trinexapac, Prohexadion-Ca und Mepiquat-Chlorid hemmen die Produktion
von Gibberellinsäure, einem Wachstumshormon, das auch den Haupttrieb fördert. Zusätzlich
wird die Halmwand gestärkt. Produkte auf Basis von Trinexapac (z.B. Moddus, Calma/Trimaxx, Countdown NT, Modan 250 EC, Moxa/Tridus, Next) benötigen zur guten Wirkung Sonnenschein und Temperaturen über 10 bis 12 °C. Der Kürzungseffekt ist zu Beginn moderat, hält aber lange an. Eine Mischung aus den Wirkstoffen Trinexapac und Prohexadion-Ca ist das Produkt Prodax. Die Aufwandmenge in Gerste beträgt je nach Kürzungsbedarf 0,5 bis 0,75 kg/ha, höhere Mengen bis 1 kg/ha können bei sehr intensiver Bestandesführung notwendig sein. Der Kürzungseffekt ist zu Beginn relativ stark. Fabulis OD ist reines Prohexadion-Ca und wird mit 1,0 bis 1,25 l/ha angewendet. Eine Übersichtstabelle mit den Eigenschaften finden Sie im Download.
Die Aufwandmengen bei den reinen trinexapachältigen Produkten betragen bei zweizeiligen
Sorten 0,3 bis 0,4 l/ha, bei mehrzeiligen 0,5 bis 0,6 l/ha.
Seit einiger Zeit haben CCC-hältige Produkte wie z.B. Stabilan 400/Regulator 720 die Zulassung in Gerste erhalten. In der Praxis kann eine Mischung aus 0,2 bis 0,3 l/ha trinexapachältigem Produkt (z.B. Modus, Moxa, etc.) und 0,9 bis 1,0 Stabilan 400 oder 0,6 bis 0,9 l/ha Regulator 720 eingesetzt werden.
Generell sollen die Bestände bei einem Wachstumsreglereinsatz so wenig Stress wie möglich haben, d.h. keine tiefen Temperaturen bzw. Nachtfröste oder große Tag/Nacht-
Schwankungen, keine Hitze bzw. Trockenheit, keine Staunässe. Optimal sind wüchsige Bedingungen mit Feuchtigkeit im Boden (mindestens 40 % nutzbarer Feldkapazität – ist auch
momentan noch gegeben) und sonniger Witterung.
Der Befall mit Krankheiten ist noch gering, aktuell sieht man braune Flecke, tw. noch mit leichtem weißem Flaum, diese stammen von absterbendem Mehltau. Auf www.warndienst.at können die Prognosen abgerufen werden. Auch eine Prognose zu den Entwicklungsstadien ist abrufbar. Für Netzflecken ist der Schwellenwert lt. Bayerischen Gerstenmodell bei 20 % Befall auf F-4 oder F-3 (im ES 31 sind das das zweite und dritte Blatt von oben).
von Gibberellinsäure, einem Wachstumshormon, das auch den Haupttrieb fördert. Zusätzlich
wird die Halmwand gestärkt. Produkte auf Basis von Trinexapac (z.B. Moddus, Calma/Trimaxx, Countdown NT, Modan 250 EC, Moxa/Tridus, Next) benötigen zur guten Wirkung Sonnenschein und Temperaturen über 10 bis 12 °C. Der Kürzungseffekt ist zu Beginn moderat, hält aber lange an. Eine Mischung aus den Wirkstoffen Trinexapac und Prohexadion-Ca ist das Produkt Prodax. Die Aufwandmenge in Gerste beträgt je nach Kürzungsbedarf 0,5 bis 0,75 kg/ha, höhere Mengen bis 1 kg/ha können bei sehr intensiver Bestandesführung notwendig sein. Der Kürzungseffekt ist zu Beginn relativ stark. Fabulis OD ist reines Prohexadion-Ca und wird mit 1,0 bis 1,25 l/ha angewendet. Eine Übersichtstabelle mit den Eigenschaften finden Sie im Download.
Die Aufwandmengen bei den reinen trinexapachältigen Produkten betragen bei zweizeiligen
Sorten 0,3 bis 0,4 l/ha, bei mehrzeiligen 0,5 bis 0,6 l/ha.
Seit einiger Zeit haben CCC-hältige Produkte wie z.B. Stabilan 400/Regulator 720 die Zulassung in Gerste erhalten. In der Praxis kann eine Mischung aus 0,2 bis 0,3 l/ha trinexapachältigem Produkt (z.B. Modus, Moxa, etc.) und 0,9 bis 1,0 Stabilan 400 oder 0,6 bis 0,9 l/ha Regulator 720 eingesetzt werden.
Generell sollen die Bestände bei einem Wachstumsreglereinsatz so wenig Stress wie möglich haben, d.h. keine tiefen Temperaturen bzw. Nachtfröste oder große Tag/Nacht-
Schwankungen, keine Hitze bzw. Trockenheit, keine Staunässe. Optimal sind wüchsige Bedingungen mit Feuchtigkeit im Boden (mindestens 40 % nutzbarer Feldkapazität – ist auch
momentan noch gegeben) und sonniger Witterung.
Der Befall mit Krankheiten ist noch gering, aktuell sieht man braune Flecke, tw. noch mit leichtem weißem Flaum, diese stammen von absterbendem Mehltau. Auf www.warndienst.at können die Prognosen abgerufen werden. Auch eine Prognose zu den Entwicklungsstadien ist abrufbar. Für Netzflecken ist der Schwellenwert lt. Bayerischen Gerstenmodell bei 20 % Befall auf F-4 oder F-3 (im ES 31 sind das das zweite und dritte Blatt von oben).
Unkrautbekämpfung/Wachstumsreglereinsatz Winterweizen
In vielen Regionen ist heuer im Weizen noch relativ wenig Unkraut vorhanden. Es könnte nach den Niederschlägen in der Karwoche über Ostern noch Unkraut auflaufen, sodass die Unkrautbekämpfung nach Ostern abgeschlossen werden kann.
Wenn die Bestände sich auch noch stärker bestocken sollen, kann zur Unkrautbekämpfung auch bereits ein CCC-hältiges Produkt beigemengt werden. Die weißen Kronenwurzeln müssen dazu mind. 3 cm Länge besitzen. Zur Bestockungsanregung können 200 bis 300 g/ha Wirkstoff zum Herbizid gemischt werden, d. s. 0,5 bis 0,75 l/ha Stabilan 400 bzw. 0,3 bis 0,4 l/ha Regulator 720/Palermo 720. Optimal sind Temperaturen über 8°C und sonnige Witterung.
Stabilan 400 darf zweimal eingesetzt werden, Regulator 720 und Palermo 720 dürfen insgesamt nicht mehr als einmal pro Kultur und Vegetationsperiode angewendet werden, es ist auch keine zusätzlichen Anwendungen mit anderen, diesen Wirkstoff enthaltenden Mitteln erlaubt.
Der Krankheitsdruck in Winterweizen ist bisher noch sehr gering. Prognosen sind über www.warndienst.at abrufbar, das Monitoring der Krankheiten beginnt ab 25.April ist auch dann regelmäßig abrufbar.
Informationen zu den aktuellen Entwicklungsstadien (nach Anbauzeitpunkt abrufbar) bei allen Getreidearten gibt es auch unter www.warndienst.at.
Wenn die Bestände sich auch noch stärker bestocken sollen, kann zur Unkrautbekämpfung auch bereits ein CCC-hältiges Produkt beigemengt werden. Die weißen Kronenwurzeln müssen dazu mind. 3 cm Länge besitzen. Zur Bestockungsanregung können 200 bis 300 g/ha Wirkstoff zum Herbizid gemischt werden, d. s. 0,5 bis 0,75 l/ha Stabilan 400 bzw. 0,3 bis 0,4 l/ha Regulator 720/Palermo 720. Optimal sind Temperaturen über 8°C und sonnige Witterung.
Stabilan 400 darf zweimal eingesetzt werden, Regulator 720 und Palermo 720 dürfen insgesamt nicht mehr als einmal pro Kultur und Vegetationsperiode angewendet werden, es ist auch keine zusätzlichen Anwendungen mit anderen, diesen Wirkstoff enthaltenden Mitteln erlaubt.
Der Krankheitsdruck in Winterweizen ist bisher noch sehr gering. Prognosen sind über www.warndienst.at abrufbar, das Monitoring der Krankheiten beginnt ab 25.April ist auch dann regelmäßig abrufbar.
Informationen zu den aktuellen Entwicklungsstadien (nach Anbauzeitpunkt abrufbar) bei allen Getreidearten gibt es auch unter www.warndienst.at.
Unkrautbekämpfung in Sojabohne
Pulsar plus hat auch heuer wieder eine Notfallzulassung in Sojabohne erhalten. Überraschend ist, dass Lentipur 500 auch eine Notfallzulassung im Vorauflaufverfahren zur Bekämpfung von Amaranth (erfasst auch gegen ALS-Hemmer resistente Pflanzen), Kornblume und Spitzklette erhalten hat. Details dazu gibt es in einem unten verlinktem Artikel.
Downloads zum Thema
Links zum Thema
- 20. März 2026
- In den letzten Jahren wurde das Thema intensiv diskutiert und in vielen Artikeln und Veran-staltungen wurden die Landwirte auf den Schutz von bestäubenden Insekten bei der Ausbrin-gung von Pflanzenschutzmitteln hingewiesen. Die gemeldeten Vergiftungsfälle sind deutlich gesunken. Seit diesem Jahr muss der Startzeitpunkt einer Behandlung mit bestimmten Insek-tiziden auch dokumentiert werden.
- Bei der Unkrautbekämpfung in Sojabohne gibt es heuer einige Neuerungen. Das vielfach verwendete Herbizid Artist darf nicht mehr eingesetzt werden und mit Conaxis gibt es eine andere Möglichkeit im Vorauflaufverfahren. Mechanische Methoden sind in Sojabohne bei passender Witterung und nicht erosionsgefährdeten Flächen auch sehr erfolgreich. Leider ist Amaranth schon in vielen Regionen resistent gegen sogenannte ALS-Hemmer.