Wo Gastfreundschaft und Almleben zusammengehören
Seit Familie Blaickner vor fünf Jahren die Milchwirtschaft am Heimhof Dötscherbauer beendet hat, hat sich auch die Bewirtschaftung der Alm verändert. Derzeit werden 21 Milchkühe aus dem Zillertal als Zinsvieh aufgetrieben. Dazu kommen 24 Stück Jungvieh und Mutterkühe. Für die Betreuung und Behirtung der Tiere sorgt den ganzen Sommer über Senner Stefan.
Die Milch wird an die Molkerei nach Maishofen geliefert. Ein kleiner Teil wird auch zu Frischkäsesorten verarbeitet. Auch wenn die Kühe nicht mehr vom eigenen Hof stammen, gehört die tägliche Arbeit mit den Tieren weiterhin selbstverständlich zum Almalltag. Bäuerin Erika Blaickner kümmert sich gemeinsam mit ihrer Tochter Daniela um die Bewirtung der Gäste. Daniela hat das Gastgewerbe von Grund auf gelernt. Trotzdem zieht es sie jeden Sommer wieder hinauf auf die eigene Alm. Die Freude am Umgang mit den Gästen ist ihr anzumerken. Die Stube und die sonnige Terrasse laden Wanderer zum Verweilen ein und ein Blick in die imposante Bergwelt lohnt sich allemal.
Beim Ausschank hat Familie Blaickner den bodenständigen, traditionellen Almweg eingeschlagen. Viele Lebensmittel stammen direkt von bäuerlichen Betrieben aus der Umgebung. Was die Natur gerade schenkt, wird ebenfalls verarbeitet. Derzeit stehen Schwarzbeeren besonders hoch im Kurs und finden sich in verschiedensten hausgemachten Köstlichkeiten wieder. „Für meine Mutter ist es ein leidenschaftliches Hobby und wir können uns auf beste Beeren freuen“, so Erika.
Die Almhütte selbst ist noch vergleichsweise jung. Als massiver Holzblockbau wurde sie 2013 neu errichtet. Ausschlaggebend für den Neubau war auch die touristische Entwicklung im Obersulzbachtal. Der Tourismusverband setzte damals verstärkt auf neue Wanderangebote und familienfreundliche Erlebniswege. Familie Blaickner erkannte darin eine Chance. „Der neue Wanderweg führte direkt durch unser Almgebiet, mit der neuen Hütte haben wir einen beliebten Ort geschaffen, an dem Landwirtschaft und Tourismus gut miteinander harmonieren“, erzählt Erika. Besonders Familien sind gerne unterwegs, denn mehrere Erlebnisstationen entlang der Wanderwege laden Kinder zum Entdecken und Mitmachen ein.
Die Jagd ist seit langer Zeit an denselben Jäger verpachtet – ein gutes Miteinander wird auch hier seit Jahrzehnten gelebt. Auch wenn sich die Bewirtschaftung in den vergangenen Jahren verändert hat, bleibt die Alm ein wichtiger Bestandteil des Betriebes. Die Aufnahme von Zinsvieh und die Almbewirtung sichern die Wertschöpfung und leisten gleichzeitig einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung der Kulturlandschaft im Obersulzbachtal.
Wegbeschreibung
Kontakt Kampriesenalm:
Familie Erika Blaickner
Dötscherbauer
Sulzau-Mittergasse 114
5741 Neukirchen am Großvenediger
doetscherbauer@sbg.at
Tel. 0664/88579442