Sonnenwende: Ein Feuer, das reinigt
Feuer als Symbol für Wiedererneuerung
Die Feuer, abgebrannt zur Sommersonnenwende (21. Juni) und zum Johannistag (24. Juni) oder zum Peter- und Paultag (29. Juni als Petersfeuer) verdeutlichen in mehrfacher Hinsicht den symbolhaften Charakter des Feuers. Die Zeit der Sommersonnenwende stellt einen Wendepunkt im Jahr dar und ist verbunden mit einer Fülle von Glaubensvorstellungen. Und das Feuer an sich gilt in vielen Religionen als Symbol für Reinigung und Wiedererneuerung. Es erfreut sich einer besonderen Wertschätzung. Viele Bauern waren früher der Meinung, dass ein „Grund, auf dem kein Sonnwendfeuer brennt, das ganze Jahr über trauert, und so weit der Schein brennt, wird es nicht hageln“.
Sonnwendfeuer in verschiedenen Formen
Sonnwendfeuer werden in nahezu allen Orten abgebrannt, wenngleich auch in verschiedenen Formen. Im Gebirge sind die Bergfeuer, etwa im Saalfeldener Kessel, weithin sichtbar. Vielfach werden die Feuer auch in verschiedenen Formen abgebrannt, als Kreuz oder als Alpenvereinszeichen.
Der Sprung übers Feuer
Bei kleineren Feuern springen Paare über die Glut und symbolisieren dadurch ihre Unzertrennlichkeit. Stolpert ein Paar über dem Feuer, so bringt das Unglück für die Beziehung beider. Die Zuschauer achten deshalb genau, wie die Paare springen, springen sie im harmonischen Gleichklang, so werden sie im kommenden Jahr ein Paar.
Heidnische Ursprünge
Zur Zeit der Christianisierung beging man in Mitteleuropa an diesem Tag große Volksfeste, verbunden mit zahlreichen Spielen. Die Sonnwendfeuer sind heidnischen Ursprungs. Die Kirche setzte das Fest Johannes des Täufers auf diesen Tag fest. Die Legende besagt, dass die Gefangennahme dieses Heiligen dadurch vereitelt worden sei, dass man vor vielen Wohnhäusern kleine Feuer entzündet und die Verfolger dadurch getäuscht hätte; ein Feuer hätte den Aufenthaltsort von Johannes verraten sollen.
Petersfeuer
Petersfeuer sind Feuer mit Strohpuppen auf dem höchsten Punkt. In dieser Zeit brannten früher viele Scheunen, weshalb man davon sprach, dass der „Peterl ein Lump“ sei. Die Strohpuppe als „Peterl“ opferte man, um vor Feuersbrunst gerettet zu sein.
Schöffleutsonnwend
In Oberndorf wird alle paar Jahre, heuer am Samstag, dem 20. Juni, bei Einbruch der Dunkelheit am Salzachdamm, der Leopold-Kohr-Promenade, die Schöffleutsonnwend durchgeführt, Tausende brennende Kerzen werden die Salzach herunterfahren und am bayerischen Ufer wird der „Sonnwendhansl“ abgebrannt.