Schützen halten Landestradition hoch
Alljährliche Anton-Wallner-Gedenkfeier
Alle fünf Jahre ist ein anderer Gau Schauplatz der historischen Anton-Wallner-Gedenkfeier, an der alle 104 historischen Schützenkompanien, Prangerschützen und Prangerstutzenschützen des Landes mit Abordnungen teilnehmen. 2026 war das der Tennengau. Sie bringen damit ihre Verbundenheit mit dem Lande zum Ausdruck und erweisen den höchsten Repräsentanten des Landes ihre Reverenz. Die historischen Schützen hatten in der Vergangenheit, insbesondere in den Franzosenkriegen von 1800 und 1808, im Wesentlichen die Landesverteidigung organisiert.
Beschützer des Raumes Lofer und der Pässe nach Tirol
Der Pinzgauer Wirt Anton Wallner als Oberkommandierender und der Lungauer Jacob Strucker haben sich, so wie Andreas Hofer in Tirol, dabei große Verdienste erworben, die ihnen zeitlebens kaum gedankt wurden. Jacob Strucker war als Kleinkeuschler-Sohn in St. Michael geboren worden – seine Mutter war eine geborene Lederwasch – und er diente sechs Jahre beim erzbischöflichen Militär in Salzburg. Als Mautschreiber in Lofer stellte er sich, als die Franzosen 1800 sich dem Pinzgau näherten, wieder dem Militär zur Verfügung. Er wurde mit den Saalfeldener Kompanien zum Beschützer des Raumes Lofer und der Pässe zwischen Salzburg und Tirol.
„Am 24. Dezember um 8 Uhr früh erfolgte der erste feindliche Hauptangriff in drei Kolonnen aller Waffengattungen und einer Stärke von beiläufig 2.500 Mann, der erfolglos verlief. Auch alle weiteren Versuche der Franzosen, ins Gebirge einzudringen, verliefen erfolglos. Erst der Waffenstillstand vom 31. Dezember öffnete die Pforten“, steht in den Annalen.
„Am 24. Dezember um 8 Uhr früh erfolgte der erste feindliche Hauptangriff in drei Kolonnen aller Waffengattungen und einer Stärke von beiläufig 2.500 Mann, der erfolglos verlief. Auch alle weiteren Versuche der Franzosen, ins Gebirge einzudringen, verliefen erfolglos. Erst der Waffenstillstand vom 31. Dezember öffnete die Pforten“, steht in den Annalen.
Die Kämpfe um den Pass Lueg
Auch an den Kämpfen von 1805 nahm Strucker, inzwischen zum Hauptmann befördert, teil. Auch hatte er rühmlichen Anteil an den Kämpfen um den Pass Lueg im Jahre 1809. In diesem Jahr wurde er zum Hauptmann der k. k. Landwehr und zum Kommandanten des Pongaues ernannt. Hier war er erfolglos, weil der Vorposten-Kommandant des Pass Lueg in Golling mit dem Feinde einen Waffenstillstand schloss. Da die Franzosen sodann mit einer Armee-Division von 7.000 Mann Stärke vorrückten, blieb ihm keine andere Wahl, als in seinen Lungau zurückzukehren. Er versuchte es noch einmal, als er mit einer Vollmacht vom Oberkommandanten Anton Wallner ausgestattet in den Pongau kam. Er befehligte die Reserve in Radstadt und St. Johann. Von Werfen her rückte der Kapuzinerpater Haspinger an, der Hallein und den Pass Lueg hielt, bis zur Kapitulation.
Die Struckerschützen in Altenmarkt
Die Kaserne in Tamsweg, ein Brauchtumsverein in Altenmarkt sowie ein Denkmal in
St. Michael tragen seinen Namen. 1824 ist Strucker in Wien gestorben. 200 Jahre später erinnern sich die aktiven Schützen im Bundesland an die besonderen Verdienste des Landesverteidigers. In der Schützenstube im Altenmarkter Heimatmuseum steht ein großes Bild von Jacob Strucker. „Wir sind eine der größten Kompanien im Bundesland. Der Name wurde uns bei der Wiedergründung 1950 verliehen. Als Kommandant im Pongau während der Franzosenkriege hat Strucker einen starken Bezug zu unserem Bezirk – wir sind stolz auf diesen Namen“, betonen die Altenmarkter. „Wir sind eine eingeschworene Truppe, in der man sich gegenseitig unterstützt. Positiv ist die Nachwuchsarbeit. So haben wir aus einem Sammelbestand Gewehre gekauft und so konnten wir engagierte, neue Mitglieder aufnehmen.“
Die Schützenkompanien in Salzburg
Die 112 Schützenkompanien in Salzburg zählen derzeit rund 6.500 „Aktive“. Die „jüngsten“ Kompanien sind jene im Straßwalchener Ortsteil Haidach sowie die Filzmooser Prangerschützen. „Beide wurden im Sommer 2022 gegründet. Besonders zufrieden bin ich mit der Nachwuchsarbeit. Derzeit haben wir rund 1.100 ,Jungschützen‘ im Land. Das sind Kameraden unter 30 Jahren. Ab dem 18. Geburtstag kann man beitreten und aktiv werden“, betonte Josef Braunwieser vor Kurzem bei einer Schützenfeier.
Die Salzburger Schützen sehen heute ihre Aufgabe in der geistigen Landesverteidigung und in der Repräsentation mit ihren historischen Waffen und Uniformen.
Die Salzburger Schützen sehen heute ihre Aufgabe in der geistigen Landesverteidigung und in der Repräsentation mit ihren historischen Waffen und Uniformen.