Professionalität schafft Raum für Familienzeit: Plakner in Schleedorf
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Auch nach schweren Rückschlägen die Zukunft in der Gegenwart zu gestalten und die Optimierung der Abläufe stets im Blick zu behalten: Das sind die treibenden Kräfte für einen der größten Milchviehbetriebe Salzburgs.
Als der 1998 errichtete Laufstall für rund 60 Tiere zu Christi Himmelfahrt 2007 einem verheerenden Großbrand zum Opfer fiel, galt es, die Zukunft entschlossen in die Hand zu nehmen. Noch im selben Jahr zogen die heutigen Altbauern Johann und Anna in den neu aufgebauten Stall ein. Durch die Zupacht benachbarter Flächen wuchsen die Nutzfläche und die Kuhanzahl in den letzten Jahren auf eine dreistellige Zahl. Mit der Übernahme des Betriebes im Jahr 2021 durch Sohn Hans-Peter und seine Frau Magdalena wurde in einen neuen, zusätzlichen Rinderstall investiert. „Wir standen damals vor der Entscheidung, den Bestand zu verkleinern – in diesem Fall wäre Magdalena arbeiten gegangen – oder durch Vergrößerung beide zu Hause bleiben zu können – wir haben uns für Letzteres entschieden“, erklärt Hans-Peter.
Zu zweit bewältigbar
In der Planungsphase standen Licht, Luft, punktuelle Automatisierung und vor allem die Arbeitswirtschaftlichkeit im Fokus. „Die gesamte Arbeit am Betrieb muss zu zweit in einer bestimmten Zeit bewältigbar sein. Das schafft Raum für andere Tätigkeiten wie die Außenwirtschaft und vor allem auch Freizeit“, beschreibt Magdalena. Die Aufgabenverteilung ist klar definiert. Während Magdalena die Stallarbeit und das Herdenmanagement überhat, sieht Hans-Peter seine Profession in der Außenwirtschaft.
Ein 225 m² großer Laufhof verbindet den Altbestand, in dem die Kalbinnen und Trockensteher gehalten werden, mit der neuen, licht- und luftdurchfluteten Halle. In diesem Verbindungstrakt befinden sich die Kraftfutterstation, die Kratzbürsten und der Klauenpflegestand. Zusätzlich wurde der Gülleraum auf eine Lagerkapazität von 3.000 m3 erweitert.
Die Fütterung ist auf zwei Futtertische aufgeteilt. Während im alten Stall Heu ad libitum für die gesamte Herde zur Verfügung steht, wird im Milchviehstall eingegrast. Über einen automatischen Futterschieber werden zusätzlich 3 bis 4 kg Luzernepellets gefüttert. Der tägliche Weidegang über eine installierte Futtertischbrücke rundet die Futteraufnahme ab.
Milchbetonte Züchtung
Gemolken wird mit zwei Melkrobotern bei durchschnittlich 2,5 Melkungen pro Tag. Die durchschnittliche Tagesmilchmenge liegt zwischen 28 und 31 kg.
Bei der Auswahl der Stiere achtet der Eigenbestandsbesamer auf milchbetonte Linien. Dabei wird die vorwiegende Fleckviehherde mit Kreuzungszuchten von Red-Friesian- oder Montbéliarde-Stieren gepaart. „Unser Ansatz ist klar: durch hohe Grundfutterqualität in Kombination mit einem mittleren Kraftfuttereinsatz von durchschnittlich 4,3 kg und der entsprechenden Genetik das Optimum aus der Herde herauszuholen“, so Hans-Peter. Zudem befasst sich der Landwirtschaftsmeister intensiv mit den Böden, der Bestandesführung und der Düngung, um „das günstigste Kraftfutter“ zum optimalen Zeitpunkt zu nutzen.
„Wirtschaftlich kritisch zu sein, die Aufwände im Blick zu haben“, ist den beiden sehr wichtig. Durch ständige Optimierung der Abläufe entstehen so mehr Komfort und Lebensqualität – und wertvolle Familienzeit mit den drei Kindern. Das ist den beiden Landwirten ein großes Anliegen.
Betriebsspiegel
Familie: Hans-Peter Kriechhammer (33), Betriebsführer, Landwirtschaftsmeister, Absolvent LFS Kleßheim, Forstfacharbeiter, Ortsbauernobmann, Gemeindevertreter, Mitglied im Fachausschuss Fleckvieh; Magdalena (33), Betriebsführerin, gel. Hotel- und Gastgewerbeassistentin, Ortsbäuerin-Stv., Heumilchbotschafterin; Johannes (8); Rosina (4), Franziska (1); Johann (66), Landwirtschaftsmeister in Pension und Anna (58), landwirtschaftliche Facharbeiterin
Betrieb: Bio-Heumilch-Milchviehzucht; 71 ha vier- bis fünfmähdiges Grünland, davon 36 ha gepachtet; 9 ha Acker (Gerste, Triticale, Silomais); 18 ha Wald; Vieh: 100 Milchkühe (durchschn. Milchleistung 8.500 kg bei 4 % Fett und 3,5 % Eiweiß), 50 Kälber und Kalbinnen, 2 Schweine, 15 Hühner, 2 Laufenten; Mitglied bei LKV Salzburg, Rinderzucht Salzburg, Naturland und beim Arbeitskreis Milch; Ausgezeichnet mit dem Tierwohlpreis der SalzburgMilch „Goldene Kuh 2024“