Niederschlagsärmster Frühling
Der meteorologische Frühling 2026 geht laut GeoSphere Austria als der trockenste seit Beginn der Messungen vor 169 Jahren in die Geschichte ein. In Österreich fielen zwischen März und Mai im Schnitt rund 50 % weniger Niederschlag als im Klimamittel 1991–2020, regional lagen die Defizite sogar bei bis zu 80 %. Besonders hart betroffen ist der Flachgau: Gemeinsam mit dem Innviertel zählt er zu den trockensten Regionen des Landes. Bis zu 80 Prozent betrug dort das Niederschlagsminus im Vergleich zu 1991 bis 2020. Bis zu 65 % waren es im restlichen Salzburg. Die Trockenheit hatte sich bereits im Winter aufgebaut, der ebenfalls deutlich zu niederschlagsarm war. „Das führte zu einer weiteren Verschärfung der Situation“, erklärt Klimatologe Alexander Orlik. Zwar brachten einzelne Regenfälle im Mai kurzfristig Entlastung in den oberen Bodenschichten, insgesamt blieb die Lage aber angespannt.
Ursache war vor allem eine Hochdrucklage über Westeuropa, die über Wochen Tiefdruckgebiete fernhielt. Dadurch blieb es häufig wolkenlos, und selbst in warmer Luft bildeten sich nur selten Regenschauer.
Josef Moosbrugger, Präsident LK-Österreich: "Schäden noch nicht abschätzbar"
Die Rekord-Trockenheit im Frühling trifft die heimische Landwirtschaft hart. Kann man jetzt schon die wahren Auswirkungen messen?
Es gibt deutliche Schäden – beim ersten Grünlandschnitt genauso wie im Ackerbau. Die genaue Höhe der Schäden können derzeit aber weder die Bauern noch die Österreichische Hagelversicherung beziffern. Vor allem bei Raps wird eine katastrophale Ernte erwartet.
Welche Kulturen trifft die Trockenheit nach derzeitiger Erkenntnis am meisten?
Besonders betroffen von der Trockenheit und Hitze ist der Raps, weil er hitzeempfindlicher ist und bereits bei 25 °C sein Wachstum einstellt. Die Raps-Kornfüllung hat bereits stark unter der Dürre gelitten. Auch bei den Getreidepflanzen sind Schäden erkennbar. Bei den Frühjahrskulturen wie Soja, Mais und Sonnenblumen kam der Regen noch rechtzeitig. Ob es bei diesen Kulturen gute Erträge gibt, wird auf die Niederschläge und Temperaturen in den nächsten Wochen ankommen.
Wie sehen Sie die Lage im Grünland?
Die Dürre hat den Wiesen stark zugesetzt. Der erste Grünschnitt ist der wichtigste Schnitt. Man kann nur auf mehr Niederschläge und einen besseren zweiten Schnitt hoffen, um einer Futterknappheit zu entgehen.