Leistung auch in der Lämmermast entscheidend
Die Haltung von Schafen hat in Österreich schon eine lange Tradition und gewinnt sowohl in der kleinstrukturierten Landwirtschaft als auch bei größeren Betrieben zunehmend an Bedeutung. Der Einsatzbereich reicht von der Schafmilch- und Lammfleischproduktion bis hin zur Landschaftspflege, wo die Schafe selbst für Steilflächen und Berggebiete bestens geeignet sind.
Auch wenn Schafe zunächst als sehr unkomplizierte und genügsame Tiere gelten, gibt es dennoch einige Anforderungen, die zu beachten sind – gerade dann, wenn es auch um eine gewisse Leistungserbringung geht. Hier gilt es, nicht nur bei den Milchschafen, sondern auch bei den Mutterschafen mit Lämmern ein besonderes Augenmerk auf die Fütterung, die Haltung, das Stallklima sowie die Gesundheit der Tiere zu legen. Auch bauliche Maßnahmen im Stall tragen zu einer guten Mast bei.
Gute Muttergrundlage ist essenziell
Die wichtigste Voraussetzung für die Produktion von Qualitätslämmern ist eine gute Muttergrundlage, wobei Merkmale wie Fruchtbarkeit und Aufzuchtleistung von besonderer Bedeutung sind. Auch der Mutterinstinkt ist ein entscheidender Faktor. Einen Unterschied macht es auch, ob es sich um saisonale oder asaisonale Muttertiere handelt. Letztere bringen durch die Möglichkeit kürzerer Zwischenlammzeiten eine entsprechend hohe Anzahl an geborenen bzw. aufgezogenen Lämmern hervor.
Möglichkeiten der Rein- und Kreuzungszucht
Eine Möglichkeit in der Fleischproduktion ist die Reinzucht. Ein großer Vorteil dabei ist, dass die Nachkommen wieder für Remontierungszwecke, also in der Nachzucht, oder für den Zuchttierverkauf verwenden werden können. Jedoch ist dadurch mit geringeren Tageszunahmen bzw. einer geringeren Fleischleistung zu rechnen als in der Kreuzungszucht. Diese ist in der Lämmerproduktion weiter verbreitet. Besonders der Einsatz von reinen Fleischwiddern zur Kreuzung bringt Lämmer mit sehr guter Bemuskelung hervor. Bei den Nachkommen in der ersten Generation kommt es meist zu einer Leistungssteigerung bestimmter Eigenschaften wie etwa der Vollfleischigkeit bei der Kreuzung mit Fleischrassen. Diese Nachkommen sollten allerdings nicht mehr für die Weiterzucht verwendet werden, da die zuvor erworbenen guten Eigenschaften in der nächsten Generation wieder verloren gehen bzw. sich verschlechtern können. Es empfiehlt sich daher der Einsatz leistungsgeprüfter Tiere (Herdebuchtiere). Für eine genauere Beschreibung geeigneter Schafrassen ist die Rassebroschüre des ÖBSZ hilfreich.
Zur richtigen Zeit das Richtige füttern
Eine der wichtigsten Grundlagen in der Lämmerproduktion ist die Fütterung, die vor allem für die Wirtschaftlichkeit und die Gesundheit der Tiere eine wesentliche Rolle spielt. Dabei gilt es sowohl die Versorgung der Lämmer als auch der Muttertiere zu beachten. Bereits während der Trächtigkeit sollte man eine leistungsgerechte Fütterung sicherstellen, denn man beeinflusst damit bereits die Geburtsgewichte und auch die Gesundheit der Lämmer. Gerade im letzten Drittel der Trächtigkeit sollte die Energieversorgung über dem Erhaltungsbedarf liegen, ebenso benötigen die Tiere in dieser Zeit eine gute Proteinversorgung. In den ersten zwei Dritteln sollte die Energieversorgung noch unter dem Niveau des Erhaltungsbedarfs liegen, was für die Ausreifung der Plazenta wichtig ist, es sei denn, das Schaf befindet sich bereits in schlechter Körperkondition.
Optimale Versorgung der Lämmer
Die anfängliche Versorgung mit Biestmilch ist essenziell. In der Säugephase ist der Nährstoffbedarf bei den Mutterschafen besonders hoch (bei Mehrlingen etwa 2,5- bis dreimal so hoch). Eine entsprechende Energieversorgung ist hier notwendig für die Milchleistung, die ausschlaggebend für ein rasches Jugendwachstum ist. Schon ab der dritten Woche beginnen die Lämmer, etwas feste Nahrung aufzunehmen. Wenn sie fünf bis sechs Wochen alt sind, könnten sie auch bereits ohne Muttermilch auskommen. Voraussetzung dafür ist ein gut verdauliches Grundfutter wie junges Heu und Kraftfutter. Qualitativ hochwertige Futtermittel sind für eine leistungsgerechte Fütterung der Schafe und Lämmer die absolute Grundvoraussetzung.
Die Mastleistung ist entscheidend
erden die Lämmer mit etwa sechs bis acht Wochen von der Mutter abgesetzt und mit Heu und Kraftfutter oder auch Silage gemästet. Das Futter sollte ihnen schon vorher in Form eines Lämmerschlupfs angeboten werden, um Schwierigkeiten bei der Umstellung zu vermeiden.
Die Lämmer werden oft auch länger bei der Mutter gelassen, eventuell sogar bis zum Erreichen des Schlachtgewichts. Die Tageszunahme hängt nicht nur von der Futterqualität ab, sondern auch davon, wie viel Milch die Lämmer noch von der Mutter bekommen. Für junge, vollfleischige Lämmer ist der Kraftfuttereinsatz unverzichtbar. Wie in der Tabelle ersichtlich, ist das Erreichen einer bestimmten Fütterungsintensität von mindestens 250 g Tageszunahme entscheidend, um mit der Mastdauer unter sechs Monaten zu bleiben. Geschlachtet werden die Lämmer mit einem Lebendgewicht von etwa 40 - 45 kg. Je nach Mastvariante erreichen sie das Gewicht optimalerweise in fünf bis sechs Monaten. Aus wirtschaftlicher Sicht ist bei älteren Lämmern (ab drei Monaten), die zur Qualitätslämmerproduktion bestimmt sind, eine Verbringung auf die Alm nicht mehr sinnvoll.
Bei der Stalleinrichtung zu beachten
Für die Stärkung der Mutterbindung und die Sicherstellung einer ausreichenden Biestmilchversorgung wäre eine Ablammbox von Vorteil. Ein Lämmerschlupf, zu dem nur die Jungtiere Zugang haben, ist spätestens ab der dritten Lebenswoche entscheidend für die weitere Futteraufnahme und die Tageszunahmen. Sind die Lämmer bereits abgesetzt, macht es vor allem bei einer intensiveren Mast auch Sinn, männliche und weibliche Jungtiere in separaten Gruppen mit annähernd gleichem Lebendgewicht zu halten. Das verhindert, dass schwächere Lämmer von den stärkeren verdrängt werden und infolgedessen schlechter zunehmen.
Praxisbeispiel aus dem Arbeitskreis
Die richtige Fütterung der Lämmer bringt´s. Dazu sind eine gute Grundfutterversorgung in der Qualität sowie in der Quantität und ein Lämmerschlupf wichtig, um entsprechende Tageszunahmen zu erzielen. Bei einer Tageszunahme von 250 g verbraucht man bei kürzerer Mastdauer um knapp 50 kg weniger Heu als bei 150 g Tageszunahme. Die Schlussfolgerungen daraus sind:
- bessere Schlachtkörperqualitäten
- geringerer Futterverbrauch
- kürzere Mastdauer
- Verringerung des Ausfallrisikos
- geringere Stallplatzkosten
- früheres Geld
- ca. 20 - 30 Euro Mehrerlös pro Lamm
- geringerer Arbeitszeitbedarf pro Tier