Lebensfrage: Vater verweigert Übergabe an Töchter
Ich bin 45 Jahre alt und arbeite seit meiner Jugend auf dem elterlichen Bauernhof. Mein Vater ist mittlerweile 76 und hat die Betriebsführung zwar weitgehend mir überlassen, die offizielle Hofübergabe schiebt er jedoch seit Jahren hinaus. Sein Hauptargument: Ich habe drei Töchter, aber keinen Sohn. Er ist der Meinung, dass ein Hof nur dann eine Zukunft hat, wenn er in männlicher Linie weitergeführt wird. Meine Töchter interessieren sich durchaus für die Landwirtschaft und helfen mit. Trotzdem verweigert mein Vater die Übergabe. Die Situation belastet die ganze Familie. Wie soll ich damit umgehen?
Ihr Anliegen berührt ein Thema, das sicher viele unserer Leserinnen sehr gut nachempfinden können. Viele von ihnen erinnern sich bestimmt noch an den Druck während ihrer eigenen Schwangerschaft – und an die allgegenwärtige Frage, ob es ein Sohn und somit der potenzielle Hofnachfolger wird. Wir leben nach wie vor in einer Gesellschaft, die das Männliche bevorzugt –
Traditionen und patriarchale Strukturen wirken im Verborgenen weiter. Das zeigt sich unter anderem daran, dass Frauen bei der Hochzeit meist immer noch den Nachnamen ihres Mannes annehmen, obwohl rechtlich längst andere Wege offenstünden. Das zeigt aber auch, wie zählebig diese traditionellen Rollenbilder sind. Umso wichtiger ist es, unsere Töchter vor dieser Form der Abwertung zu schützen und ihnen von klein auf zu zeigen, dass ihr Wert als Mensch völlig unabhängig von alten Rollenklischees ist.
Ebenso hat das Bild ausgedient, dass Frauen als das vermeintlich schwache Geschlecht nicht in der Lage wären, einen landwirtschaftlichen Betrieb erfolgreich zu führen. Aus rechtlicher Sicht spielt das Geschlecht der Nachkommen keine Rolle. Töchter und Söhne haben die gleichen Möglichkeiten, einen landwirtschaftlichen Betrieb zu übernehmen und erfolgreich zu führen. In Österreich und vielen anderen europäischen Ländern steigt der Anteil von Frauen in verantwortlichen Positionen in der Landwirtschaft seit Jahren kontinuierlich an. Hilfreich erscheint mir, das Gespräch auf eine andere Ebene zu verlagern. Diskutieren Sie nicht darüber, ob ein Sohn „besser“ geeignet wäre als eine Tochter. Stattdessen sollten Sie gemeinsam über die tatsächlichen Perspektiven des Hofes sprechen. Möchte eine Ihrer Töchter den Hof übernehmen? Konkrete Zukunftspläne überzeugen oft mehr als theoretische Grundsatzdebatten.
Lassen Sie Ihre Töchter – sofern sie alt genug sind und Interesse zeigen – im Stall und auf dem Traktor präsent sein. Nichts entkräftet das Vorurteil der „schwachen Frau“ schneller als eine Enkelin, die mit Leidenschaft und Verstand anpackt. Wichtig ist es, die Haltung des Großvaters nicht persönlich zu nehmen, sondern als Ausdruck seiner Prägungen durch die damalige Zeit. Es gilt, immer wieder auf das gemeinsame Ziel hinzuschauen, den Fortbestand des Hofes. Vergessen Sie dabei nicht: Die Zukunft eines Hofes hängt nicht vom Geschlecht der nächsten Generation ab, sondern von Engagement, Fachwissen und Leidenschaft für die Landwirtschaft. Versuchen Sie daher, Geduld mit Ihrem Vater zu bewahren, ohne das Thema auf die lange Bank zu schieben. Ein respektvoller Dialog, unterstützt durch fachliche Beratung, ist meist der beste Weg, um Tradition und Zukunft miteinander zu verbinden.
Ebenso hat das Bild ausgedient, dass Frauen als das vermeintlich schwache Geschlecht nicht in der Lage wären, einen landwirtschaftlichen Betrieb erfolgreich zu führen. Aus rechtlicher Sicht spielt das Geschlecht der Nachkommen keine Rolle. Töchter und Söhne haben die gleichen Möglichkeiten, einen landwirtschaftlichen Betrieb zu übernehmen und erfolgreich zu führen. In Österreich und vielen anderen europäischen Ländern steigt der Anteil von Frauen in verantwortlichen Positionen in der Landwirtschaft seit Jahren kontinuierlich an. Hilfreich erscheint mir, das Gespräch auf eine andere Ebene zu verlagern. Diskutieren Sie nicht darüber, ob ein Sohn „besser“ geeignet wäre als eine Tochter. Stattdessen sollten Sie gemeinsam über die tatsächlichen Perspektiven des Hofes sprechen. Möchte eine Ihrer Töchter den Hof übernehmen? Konkrete Zukunftspläne überzeugen oft mehr als theoretische Grundsatzdebatten.
Lassen Sie Ihre Töchter – sofern sie alt genug sind und Interesse zeigen – im Stall und auf dem Traktor präsent sein. Nichts entkräftet das Vorurteil der „schwachen Frau“ schneller als eine Enkelin, die mit Leidenschaft und Verstand anpackt. Wichtig ist es, die Haltung des Großvaters nicht persönlich zu nehmen, sondern als Ausdruck seiner Prägungen durch die damalige Zeit. Es gilt, immer wieder auf das gemeinsame Ziel hinzuschauen, den Fortbestand des Hofes. Vergessen Sie dabei nicht: Die Zukunft eines Hofes hängt nicht vom Geschlecht der nächsten Generation ab, sondern von Engagement, Fachwissen und Leidenschaft für die Landwirtschaft. Versuchen Sie daher, Geduld mit Ihrem Vater zu bewahren, ohne das Thema auf die lange Bank zu schieben. Ein respektvoller Dialog, unterstützt durch fachliche Beratung, ist meist der beste Weg, um Tradition und Zukunft miteinander zu verbinden.
Schreiben Sie uns:
Lebensqualität Bauernhof,
Kennwort ,,Lebensfragen"
BBK Kleßheim
Tel. 0664/4105065
lebensfragen-bauernhof@lk-salzburg.at
Diese Form der Beratung ersetzt in keinster Weise ein persönliches Gespräch mit der Beraterin. Wir bitten um Verständnis, dass Karin Deutschmann-Hietl nicht alle Briefe persönlich beantworten kann.
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