Lebensfrage: Nichts mache ich gut genug
Ich muss mir einfach einmal mein Problem von der Seele schreiben. Jetzt lebe ich seit vier Jahren am Hof meines Mannes. Und immer noch meckern die Schwiegereltern an mir herum, als wär ich ein kleines Kind. Alles, was ich mache, ist nicht gut genug. Ob im Stall, bei der Kindererziehung, selbst in meinen Haushalt mischen sie sich ein. Nicht nur meine Schwiegermutter – nein –
auch der Schwiegervater. Schön langsam merkt auch mein Mann, dass das so nicht weitergehen kann. Am Anfang hat er immer gemeint, ich soll das nicht so „eng“ sehen. Aber jetzt, wo das schon über Jahre andauert, sieht er schön langsam ein, dass nicht ich der Störenfried bin. Mein Mann nimmt das alles aber trotzdem noch hin, er möchte auf jeden Fall einen Streit mit seinen Eltern vermeiden. Nur wird das für mich schön langsam unerträglich.
Klarheit schafft Frieden
Vielen Dank für Ihre Offenheit, das, was Sie beschreiben, ist ein häufiges Problem auch in meinen Beratungen. Immer, wenn eine Person in ein bestehendes Familien- und Betriebsgefüge hinzukommt, bedeutet das für alle Beteiligten eine große Veränderung. Zumeist bilden die Eltern mit dem Hofübernehmer ein eingespieltes System.
Kommt jetzt eine Person hinzu, werden die Veränderungen häufig dieser Person angekreidet, denn bis dahin hat ja alles so gut funktioniert. Übersehen wird dabei zumeist, dass spätestens durch das Eingehen einer Partnerschaft der natürliche Prozess des Abnabelns von den Eltern sichtbar und spürbar wird. Sie sind jetzt seine Frau an seiner Seite. Und damit Sie einen guten Platz finden, braucht es ein klares Bekenntnis zu Ihnen. Ich weiß, viele Männer fühlen sich wie zwischen zwei Stühlen gefangen und möchten es allen recht machen. Und dennoch hat sich gezeigt, dass nur dann, wenn Sie als Team auftreten, Ihr Mann davon spricht, dass Sie gemeinsam diese oder jene Entscheidung getroffen haben, seine Eltern erkennen, dass jetzt ihr Sohn ein erwachsener junger Mann ist, der klar seine Meinung vertritt. Diese Klarheit bedeutet nicht, dass er ungut zu seinen Eltern sein muss. Das ist ein großes Missverständnis! Klarheit bedeutet ich beziehe Stellung für das, was mir wichtig ist. Das mag zwar kurzfristig für Irritation sorgen, aber auf lange Sicht kann dann Frieden entstehen, da jeder weiß, woran er ist. Wie ist es Ihnen ergangen, als Sie auf den Hof gekommen sind? Wie haben Sie es geschafft, einen guten Platz zu finden? Ich würde mich über Erfahrungsberichte von Ihnen sehr freuen. Bitte schreiben Sie mir unter: karin.deutschmann-
hietl@lk-salzburg.at, Ihre Nachrichten werden vertraulich behandelt und anonymisiert.
Schreiben Sie uns:
Lebensqualität Bauernhof,
Kennwort ,,Lebensfragen"
BBK Kleßheim
Tel. 0664/4105065
lebensfragen-bauernhof@lk-salzburg.at
Diese Form der Beratung ersetzt in keinster Weise ein persönliches Gespräch mit der Beraterin. Wir bitten um Verständnis, dass Karin Deutschmann-Hietl nicht alle Briefe persönlich beantworten kann.
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