Knaulgras – wollen wir es im Dauergrünland?
Die Antwort lautet: Ja. Am Knaulgras haftet immer noch der Ruf des groben, horstig wachsenden Obergrases mit geringer Nutzungselastizität. Das bedeutet, dass es sehr schnell alt wird und der Rohfasergehalt rasch zunimmt. Doch neue Züchtungen haben mit den ursprünglichen Sorten wenig gemeinsam. Sie sind weichblättriger, lockerer im Wuchs und deutlich nutzungselastischer. Zwar erreicht Knaulgras nicht die Futterqualität des Englischen Raygrases, dafür bringt es andere Stärken mit: Es übersteht Trockenheit und Hitze wesentlich besser und liefert auch dann noch Ertrag, wenn andere Gräser bereits sichtbar leiden. Genau das war heuer sowohl während der Frühjahrstrockenheit als auch in der Hitzewelle in der zweiten Junihälfte deutlich zu beobachten.
Mittlere bis späte Sorten werden bei rechtzeitiger Ernte gerne gefressen und lassen sich sehr gut konservieren. Für Dauergrünland ist Knaulgras daher ein wertvoller, ertragreicher Mischungspartner. Wer sein Dauergrünland klimafit machen will, kommt am modernen Knaulgras kaum vorbei.