Kürbis: Die herbstliche Superbeere
Kürbisse zählen zu den ältesten Kulturpflanzen der Welt. Bereits zur Zeit der Entdeckung Amerikas wurden zahlreiche Sorten kultiviert. Christoph Kolumbus beschrieb den Kürbis als wichtigste, ja sogar heilige Nahrungspflanze der indigenen Völker. Der Kürbis diente den Menschen jedoch nicht nur als Nahrungsmittel, sondern auch als multifunktionelles Werkzeug im Alltag. Ausgehöhlte und getrocknete Kürbisse wurden zu Körben, Schalen und Flaschen verarbeitet und sogar als Musikinstrument genutzt. Durch Seefahrer gelangten die Samen verschiedener Kürbisarten schließlich nach Europa, wo sie an Fürstenhöfen und in Klostergärten kultiviert wurden. Lange Zeit galt der Kürbis hierzulande als „Arme-Leute-Essen“ und wurde als Viehfutter abgestempelt.
Eine erstaunliche Vielfalt
Botanisch gesehen ist der Kürbis kein Gemüse, sondern zählt zu den Beerenfrüchten. Aufgrund seiner harten Schale wird er auch als „Panzerbeere“ bezeichnet und gilt als die größte Beere der Welt. Zu den wichtigsten Sorten zählen Gartenkürbis, Moschuskürbis und Riesenkürbisse, die hierzulande sowohl von landwirtschaftlichen Betrieben als auch in privaten Gärten angebaut werden.
Prädikat besonders wertvoll
Aus ernährungsphysiologischer Sicht kann sich der Kürbis sehen lassen. Er besteht zu einem großen Teil aus Wasser und ist daher sehr kalorienarm. Gleichzeitig liefert er wertvolle Mineralstoffe und zahlreiche sekundäre Pflanzenstoffe. Kürbisse mit orangenem Fruchtfleisch weisen einen besonders hohen Gehalt an Carotinoiden auf, die dem Fruchtfleisch auch die typische Farbe verleihen. Doch nicht nur das Fruchtfleisch lässt sich nutzen, auch Kürbisblüten und die nährstoffreichen Kerne, insbesondere jene der Ölkürbisse, sind kulinarisch interessant.
Eine besondere Spezialität ist das daraus gewonnene Kürbiskernöl. Dank seines hohen Gehaltes an Vitamin E und essenziellen Fettsäuren gilt es als besonders hochwertig. Sein nussiger, leicht süßlicher Geschmack und die dunkelgrüne Farbe machen das „Grüne Gold“ zu einer besonderen Zutat, die vielen Gerichten erst die unverwechselbare Note verleiht.
Vom Suppenteller bis zum Dessert
Ebenso abwechslungsreich wie ihr Aussehen ist auch die Bandbreite der kulinarischen Einsatzmöglichkeiten. Je nach Sorte reicht das Geschmacksspektrum von neutral und fein fruchtig über leicht süßlich bis hin zu nussig und würzig. Ob als pikante Vorspeise, cremige Suppe, Risotto, Pasta, als Hauptspeise, Beilage oder in Aufstrichen, der Kürbis passt sich an und die Möglichkeiten der Verarbeitung sind grenzenlos. Wie Zucchini lässt auch er sich zu Strudel, Kuchen, Marmelade oder Kompott verarbeiten. Selbst in Brotteigen machen sowohl Fruchtfleisch als auch Kerne eine gute Figur. Kürbisse sind wahre Schätze der Natur, die Farbe und Abwechslung auf den Teller bringen und den herbstlichen Speiseplan mit wertvollen Inhaltsstoffen bereichern.
Beliebte Speisekürbisse
- Der „Hokkaido“ gehört zu den bekanntesten und beliebtesten Speisekürbissen. Er ist klein, besitzt eine kräftig orangefarbene und essbare Schale. Das macht ihn besonders unkompliziert in der Zubereitung von Suppen, Aufläufen, Ofengerichten, Pürees, Currys und Backwaren.
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Der „Butternut-Kürbis“ gehört zu den Moschuskürbissen. Durch seine birnenähnliche Form, das orangene Fruchtfleisch und die geringe Anzahl an Kernen wird der Kürbis gerne zum Braten und Backen sowie für Suppen und Risotto verwendet.
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Der „Muskatkürbis“ ist stark gerippt, kann beträchtliche Größen erreichen und besitzt ein intensiv orangefarbenes Fruchtfleisch. Dieser Kürbis eignet sich hervorragend für Suppen, Aufläufe oder Kürbispüree.
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Der „Lange von Neapel“ ist ein länglicher Muskatkürbis mit tieforangenem Fruchtfleisch. Seine Kerne befinden sich gesammelt in einer kleinen Kammer am Ende der Frucht, wodurch sich der übrige Teil einfach verarbeiten lässt.
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Eine Besonderheit ist der „Spaghetti-Kürbis“. Beim Garen zerfällt sein Fruchtfleisch in lange, spaghetti-ähnliche Fasern und kann beispielsweise als Alternative zu Nudeln serviert werden.
- Die „Ölkürbisse“ werden vor allem wegen ihrer Samen angebaut, aus denen das kostbare Kürbiskernöl gepresst wird. Dieses sollte aufgrund seines Reichtums an Inhaltsstoffen nicht erhitzt werden.
Schnelle Kürbis-Pasta
- 250 g Pasta nach Belieben
- Öl zum Anbraten
- 1 Zwiebel, 250 g Kürbisfleisch
- evtl. 1 roter und 1 gelber Paprika
- ¼ Liter Gemüsesuppe
- 1 Becher Frischkäse
- 4 EL geriebener Käse oder Parmesan
- Schnittlauch oder Petersilie
- Kräutersalz, Pfeffer
- je nach Gusto Speck- oder Schinkenwürfel
- Parmesan und gehackte Kürbiskerne
Zubereitung
Zwiebel fein hacken und in Fett anrösten. Kürbisfleisch würfeln, Paprika klein schneiden und dazugeben. Mit Suppe aufgießen und dünsten (Gemüse sollte noch Biss haben). Frischkäse und Schnittlauch/Petersilie dazugeben und mit Kräutersalz und Pfeffer gut abschmecken. Pasta kochen, mit Kürbisragout übergießen und mit geriebenem Parmesan und gehackten Kürbiskernen bestreuen.
Kürbis-Aufstrich
100 g Speisetopfen, 2 EL Sauerrahm, 100 g Frischkäse, 4 EL Kürbiskern-Öl, 2 Zehen Knoblauch,
3 EL fein gehackte Kürbiskerne, 10 g fein gehackte Schalotten, mit Salz und Pfeffer gut vermischen.
Herzhafte Kürbis-Muffins
- 100 g geriebener Käse
- 200 g geriebener Kürbis
- 1 Zwiebel
- Knoblauch, Pfeffer
- 1 TL Salz, 1 TL Backpulver
- 3 Eier
- 200 g Mehl
- 100 g Öl
- evtl. 100 g Schinkenwürfel
- gehackte Kürbiskerne zum Bestreuen
Zubereitung
Eier, Öl, Salz und Käse gut verrühren, geraspelten Kürbis, Kürbiskerne, Mehlmischung und Öl unterrühren und würzig abschmecken. Den Teig in vorbereitete Muffin-Förmchen füllen und mit Kürbiskernen bestreuen. Bei 175 Grad 35 Minuten backen.
Palatschinken-Körbchen auf Kürbisragout
- 120 g Mehl, Salz 250 ml Milch und 2 Eier gut vermixen und in Butterschmalz dünne kleine Palatschinken ausbacken.
- 200 g Kürbis geraffelt
- 1 rote Zwiebel
- Knoblauch
- einige rote Paprikawürfel
- 100 g Frischkäse, 1 Ei
- Salz, Pfeffer, grüne Petersilie
- evtl. 100 g Schinken, Kürbiskerne
Zubereitung
Zwiebel glasig anrösten, Kürbis zugeben, mit Salz, Pfeffer und Knoblauch würzen und kurz durchrösten. Frischkäse, Paprikawürfel, Petersilie und Schinken dazugeben und die Fülle gut vermischen. Ein Muffin-Blech einfetten und die Palatschinken in die runden Formen drücken. Die Füllung hineingeben und überhängende Ränder einklappen. Mit geriebenem Käse bestreuen und mit Butterpapier abgedeckt bei 170 Grad ca. 20 Minuten backen.
Kürbis-Ragout
300 g Kürbis und die Hälfte von einem roten und einem grünen Paprika würfeln. 200 g Zwiebeln in Butterschmalz anrösten, die Gemüsewürfel dazugeben, mit Knoblauch, Thymian und grüner Petersilie würzen und ca. 5 Minuten unter mehrmaligem Umrühren garen. Das Ragout pikant abschmecken, mit grüner Petersilie verfeinern und auf einem Teller anrichten, die Palatschinken-Körbchen draufsetzen und mit Kürbiskernen garnieren.