Grünes Glück im Garten: So gedeihen reichlich Kräuter und Gemüse
Rosmarin, Thymian, Salbei oder Oregano sind pflegeleicht, hitzetolerant und bei Insekten beliebt. Sie können im Garten ebenso wie im Topf gepflanzt werden und bringen frische Würze in die Küche. Zwischen Juni und August lassen sich solche Kräuter einfach und kostengünstig durch Stecklinge vermehren. Ein heißer Tipp: Selbstgezogene Jungpflanzen sind das perfekte Mitbringsel für die nächste Grillfeier. Für die Vermehrung mit Stecklingen werden etwa zehn Zentimeter lange, unverholzte Triebspitzen von gesunden Pflanzen abgeschnitten. Die unteren Blätter werden entfernt, nur wenige Blattpaare bleiben stehen. Bis zum Einpflanzen kommen die Stecklinge ins Wasser. Gepflanzt wird in kleine Töpfe mit torffreier Anzuchterde und etwas Quarzsand für eine gute Durchlässigkeit. Die Erde dann gleichmäßig feucht halten, aber nicht nass.
Eine transparente Abdeckung sorgt für hohe Luftfeuchtigkeit und unterstützt das Anwachsen. Die Jungpflanzen an einen hellen Platz ohne direkte Sonneneinstrahlung stellen. Nach etwa zwei bis vier Wochen sollten sich neue Blätter und Wurzeln gebildet haben. Dann können die Kräuter in größere Töpfe oder ins Freiland übersiedeln.
Das 1 x 1 für reiche Gemüseernte
Nach Mitte Mai sind auch kälteempfindliche Gemüsearten in Topf und Beet umgesiedelt. Bis Ende Juni können Busch- oder Stangenbohnen gesät werden. Für laufenden Nachschub an Salaten wird am besten in kleinen Mengen alle zwei Wochen nachgesät. Wichtig für einen reich gefüllten Erntekorb voll gesunder Schätze ist vor allem die stetige und richtige Pflege. Regelmäßig Beikräuter jäten, damit die Jungpflanzen gut durchstarten können. Den Boden im Gemüse-, Hochbeet und Topf mulchen und außerdem
z. B. mit Heu/-pellets, Hanf-, Miscanthusstreu, Mulchmaterialien aus Schaf-/Alpakawolle oder Rasenschnitt bedecken. So bleibt der Boden feucht und die Keimung von Beikräutern wird unterdrückt. Früh am Morgen zum Wurzelbereich und je nach Gemüseart nur alle paar Tage gießen, dafür durchdringend. Die Pflanzen wurzeln so in die Tiefe und halten in trockenen Zeiten besser durch. Hungrige Gemüsepflanzen wie Zucchini, Paradeiser und Co regelmäßig düngen. „Du bist, was du isst“ – auf Kunstdünger und chemische Pflanzenschutzmittel verzichten. Stattdessen reifen Kompost, organische Flüssigdünger, Brennnesseljauche, Schafwollpellets u. v. m nutzen. Das bringt gesunde, kräftige Pflanzen und die Ernte kann bedenkenlos verspeist werden. Fleißig junge, knackige Zucchini und Gurken, zarte Bohnen, süße Paradeiser pflücken – das regt die Pflanzen an, laufend Nachschub zu produzieren. Das Wichtigste zum Schluss ist der Genuss: Ein Low-Carb-Tipp für die Zucchinischwemme sind
z. B. Zoodles mit frischen Kräutern.
Brennnesseljauche
Dazu werden circa ein Kilo frisch geerntete und zerkleinerte Brennnesseln in einen 10-Liter-Kübel aus Holz oder Kunststoff gegeben. Das Gefäß dann bis etwa eine Handbreit unter den Rand befüllen (der Gärprozess braucht Platz) mit Wasser, am besten Regenwasser. Die Jauche draußen an einem abgelegenen Platz aufstellen und die Oberfläche mit Gesteinsmehl bestreuen. Das mindert den entstehenden Geruch und verbessert die Rezeptur. Der Zaubertrank wird luftdurchlässig abgedeckt und täglich ordentlich umgerührt. Wenn sich kein Schaum mehr bildet, ist die Jauche fertig. Damit das kräftige Gebräu die Pflanzen stärkt, aber nicht umhaut, wird es 1 : 10 mit (Regen-)Wasser verdünnt und im Wurzelbereich gegossen. Weniger nährstoffhungrige Pflanzen wie mediterrane Kräuter bevorzugen einen milderen Kraftsaft – ihnen tut selbstgemachter Komposttee gut.