Die Wertschöpfung bleibt am Hof
Aufgrund ihrer Cookie Präferenzen deaktiviert.
„Ich wollte mir selbst etwas schaffen und aufbauen – und nicht weiter einem gewöhnlichen 40-Stunden-Job nachgehen“, beschreibt Matthäus Leitner, der zwischen Fuschl und St. Gilgen, direkt an der Wolfgangseer Bundesstraße, seine Passion gefunden hat.
Nach der Trennung von seiner langjährigen Lebensgefährtin suchte der weichende Bauernsohn aus Strobl ein kleines Gehöft, um sich auf die Geflügelmast zu spezialisieren. Anfang 2023 konnte er den knapp vor der Stilllegung stehenden Wallnerhof pachten und früheren Schafstall für die Putenhaltung umbauen. Neben der Installation der aufgehängten Tränke- und Fütterungseinheiten stand die Helligkeit der Stallungen ganz oben auf der Agenda.
Im Frühjahr 2025 zogen die ersten Weideputen in den adaptierten Stall und auf die arrondierten Weideflächen ein. Die Tiere kommen im Alter von vier bis sechs Wochen auf den Hof und erreichen nach rund 20 Wochen die Schlachtreife von 15 bis 23 Kilogramm. Weil Putenfleisch immer beliebter wird, sich leicht verarbeiten lässt und Bräuche aus Übersee wie Thanksgiving oder die Weihnachtspute auch bei uns an Bedeutung gewinnen, war die neue Betriebsausrichtung ein voller Erfolg und verspricht auch für die Zukunft Positives.
Aufgrund zahlreicher Anfragen kam zur Putenmast im heurigen Frühjahr die Hühner- und Gänsemast hinzu. Die Hühner finden in einem neuen mobilen Hühnerstall ihr Zuhause. In einem Teil des Heubodens installierte der gelernte Zimmerer den neuen Weidegänsestall.
Die Gänse kommen im Frühjahr als Tagesgössel auf den Hof und werden anfangs im beheizten Stall gehalten. Bis Ende Oktober wachsen die Tiere auf der Weide in knapp 30 Wochen zu einer regionalen Spezialität heran. Durch die Weidehaltung bildet sich ein besonders geschmackvolles, kompaktes Fleisch. „Ein weiterer Vorteil der Weideganshaltung ist, dass die Gänse auch Hanglagen super abgrasen können“, so Matthäus.
Neben dem Geflügelfutter im Stall und auf der Weide erhalten die Tiere Heu von den eigenen zweimähdigen Wiesen. Es ist reich an verschiedenen Gräsern und Kräutern und dient der Tiergesundheit. Die Trennung der einzelnen Geflügelarten ist für die Hyygiene sehr wichtig. Zwischen den Weiden besteht ein sogenannter Hygienekorridor, der den Keimdruck minimiert.
Von der Weide direkt ins Schlachthaus
„Tierwohl, Transparenz für den Kunden und kurze Wege zur Schlachtung standen in der Planungsphase immer ganz oben“, so Matthäus, der nach einigen Ausbildungen die Schlachtung und Zerlegung auch direkt am Hof vornehmen kann. Dafür investierte er in einen geeigneten Schlacht- und Zerlegungsraum. Die Hühner und Gänse werden meist im Ganzen vermarktet. Während die Putenbrust bzw. deren Schnitzel sehr gefragt sind, ist die Vermarktung der anderen Teilstücke schwieriger: „Durch das Auslösen der Keulen, Karkassen und Flügel und das weitere Faschieren oder Schneiden für Geschnetzeltes fand ich neben den privaten Abholern einige Abnehmer in der Gastronomie“, so der findige Landwirt. „Dadurch kann das gesamte Tier vermarktet werden. Ich verschicke kein Fleisch. Jeder Kunde holt sich bei mir die Teile ab und kann sich selbst ein Bild von der Produktionsstätte machen.“
Betriebsspiegel
Bewirtschafter: Matthäus Leitner (44), Absolvent LFS Winklhof, gelernter Zimmerer, Winterdienst über MR Salzburg; Tobias (16), Niklas (10)
Betrieb: Geflügelmast im Vollerwerb; 1,5 ha Weide, 2,5 ha zweimähdiges Grünland, 4,8 ha Wald; Geflügel: 100 Masthühner (2 x jährlich), 120 Weideputen (3 x jährlich) und 25 Weidegänse; Mitglied im Verein „Geflügelwirtschaft Salzburg“
Adresse: Putenglück, Matthäus Leitner, Segenwald 2, 5340 St. Gilgen, Tel. 0664/5420729, E-Mail: matthaeusleitner5@gmail.com, www.putenglück.at