Die Hildegard von Bingen der Neuzeit
Frauen durften im 18. Jh. nicht Apothekerinnen sein und als Studieren für Apotheker Pflicht wurde, wurde ihnen auch ein Studium verwehrt, so auch der Tittmoningerin Barbara Wild.
Die Apothekerin und Ordensfrau Barbara Wild
In Tittmoning, das damals zum Salzburgischen gehörte, lebte die Familie im Haus Entengasse 13 (heute durch die Teilung die Nummern 13a und 14; hinter dem Stadtsaal gelegen), die der Oberschicht zugerechnet wurde. Der Vater, Georg Michael Wild, war Lehrer, der Sohn gleichen Namens wirkte dort als „Medizinal-Chirurg“ und hatte auch eine Hausapotheke. Es ist davon auszugehen, dass die Schwester und spätere Ordensfrau Barbara Wild ebenfalls dort aufwuchs. Die Kinder Georg Michael und Barbara Wild waren der Medizin durchaus aufgeschlossen.
Barbara Wild schloss ihre Ausbildung zur Apothekerin in Eichstätt mit sehr gutem Examen im Jahre 1765 ab, trat in Burghausen in den Orden ein und führte die Klosterapotheke der Englischen Fräulein am Stadtplatz Burghausen. Sie hatte mit der Zubereitung der Arzneien mit Heilpflanzen so großen Erfolg, dass bald auch Kranke außerhalb des Klosters, so aus der Stadt und den Dörfern und sogar aus dem Innviertel, zu ihr kamen. Es mussten zwei weitere Schwestern in der Apotheke mithelfen, denn der Kundenkreis wurde immer größer.
Ab 1770 stellte auch der in Burghausen tätige Arzt Rezepte für die Klosterapotheke aus. Wild durfte allerdings nur an die Klöster liefern. Das beachtete sie nicht.
Das geschäftige Treiben störte den ortsansässigen Apotheker und er ließ die Klosterapotheke schließen. Inzwischen verfügte die Regierung über ein neues Gesetz, das Apothekern eine abgeschlossene akademische Ausbildung vorschrieb. Barbara Wild wollte diesen Weg gehen. Doch das Gesetz verweigerte Frauen den Zugang zu Studien. Die Apotheke von Barbara Wild wurde geschlossen. Sie kam ins Kloster nach Altötting, wo sie fünf Jahre später verstarb.
Barbara Wild schloss ihre Ausbildung zur Apothekerin in Eichstätt mit sehr gutem Examen im Jahre 1765 ab, trat in Burghausen in den Orden ein und führte die Klosterapotheke der Englischen Fräulein am Stadtplatz Burghausen. Sie hatte mit der Zubereitung der Arzneien mit Heilpflanzen so großen Erfolg, dass bald auch Kranke außerhalb des Klosters, so aus der Stadt und den Dörfern und sogar aus dem Innviertel, zu ihr kamen. Es mussten zwei weitere Schwestern in der Apotheke mithelfen, denn der Kundenkreis wurde immer größer.
Ab 1770 stellte auch der in Burghausen tätige Arzt Rezepte für die Klosterapotheke aus. Wild durfte allerdings nur an die Klöster liefern. Das beachtete sie nicht.
Das geschäftige Treiben störte den ortsansässigen Apotheker und er ließ die Klosterapotheke schließen. Inzwischen verfügte die Regierung über ein neues Gesetz, das Apothekern eine abgeschlossene akademische Ausbildung vorschrieb. Barbara Wild wollte diesen Weg gehen. Doch das Gesetz verweigerte Frauen den Zugang zu Studien. Die Apotheke von Barbara Wild wurde geschlossen. Sie kam ins Kloster nach Altötting, wo sie fünf Jahre später verstarb.
Beruf der Apothekerin für Frauen verboten
Weil die Berufstätigkeit als Apothekerin für Frauen verboten war, forderte beispielsweise das kurfürstliche Generalmandat aus dem Jahr 1785 die ständige Anwesenheit eines approbierten Apothekers, damit das „Publikum niemals Gefahr laufen möge, von ungeprüften Gesellen, Lehrjungen oder gar von Weibern bedienet zu werden“. Für eine Gruppe von Frauen galt jedoch eine Ausnahme: Aufgrund ihres besonderen gesellschaftlichen Status war es geistlichen Frauen erlaubt, den Beruf auszuüben.
Buch über Barbara Wild
Zur Autorin: Die Buchautorin Julia Pflug absolvierte ein berufsbegleitendes Promotionsstudium an der TU Braunschweig, Abteilung Geschichte der Naturwissenschaften mit Schwerpunkt Pharmaziegeschichte mit der Dissertation „Konkurrenz aus dem Kloster“.
Zum Buch: „Konkurrenz aus dem Kloster – Die Möglichkeiten und Konflikte in der Berufsausübung als Klosterapothekerin der Frühen Neuzeit am Beispiel von Barbara Wild (1747–1815)“. L’AGENda. Band 15, herausgegeben von Corinna Onnen und Andrea Dorothea Bührmann, Verlag Barbara Busdrich, Opladen, Berlin, Toronto, 2026. 467 Seiten. ISBN 978-3-8474-3408-5 (Paperback). 58 € in Deutschland.
Zum Buch: „Konkurrenz aus dem Kloster – Die Möglichkeiten und Konflikte in der Berufsausübung als Klosterapothekerin der Frühen Neuzeit am Beispiel von Barbara Wild (1747–1815)“. L’AGENda. Band 15, herausgegeben von Corinna Onnen und Andrea Dorothea Bührmann, Verlag Barbara Busdrich, Opladen, Berlin, Toronto, 2026. 467 Seiten. ISBN 978-3-8474-3408-5 (Paperback). 58 € in Deutschland.