Der Biomarkt ist wieder auf Wachstumskurs
Im Rahmen der „Biofach“, der weltweit größten Leitmesse für Bio-Lebensmittel in Nürnberg, präsentierte die AMA-Marketing die aktuellen RollAMA-Zahlen für 2025. Diese zeigen deutlich steigende Ausgaben für Bio-Lebensmittel und ein neues Al Time High beim Bio-Anteil. Gleichzeitig gewinnt regionales Bio weiter an Bedeutung – ein Trend, der auch durch eine aktuelle Motivanalyse bestätigt wird und die hohe Relevanz des rot-weiß-roten AMA-Biosiegels unterstreicht.
Bio-Ausgaben steigen deutlich
Die Einkaufsmengen der heimischen Haushalte stiegen um 2,3 Prozent, die Ausgaben legten um 6,5 Prozent zu. Im Schnitt gab ein Haushalt im Jahr 2025 rund 360 Euro für Bioprodukte des RollAMA-Warenkorbs aus. Anteilsmäßig stiegen die Ausgaben von Bio-Lebensmitteln auf ein All Time High von knapp 12 Prozent. Die inflationsbedingte Kaufzurückhaltung in den letzten beiden Jahren ist damit überwunden und die Erfolgsgeschichte von Bio geht weiter. In den meisten Warengruppen sind Zuwächse zu verzeichnen, besonders deutlich fallen diese bei Mehl aus, der wertmäßige Anteil stieg hier auf 30 Prozent. Aber auch bei Fleisch stieg der Bioanteil erstmals auf über acht Prozent. Gestiegen sind die Bio-Anteile bei Rind- und Kalbfleisch sowie Hühnerfleisch, bei Schweinefleisch und Putenfleisch hingegen gingen sie leicht zurück.
Christina Mutenthaler-Sipek
Regionale Herkunft als zentraler Kaufanreiz
Die Motivatoren für den Biokauf sind vielfältig: In erster Linie zählt, dass Bio-Lebensmittel frei von Chemie und Pestiziden sind und natürlich produziert werden, eine ebenso große Rolle spielt die artgerechte Tierhaltung. Besonders geschätzt wird regionales Bioangebot, für die Hälfte der Befragten motiviert das besonders zum Kauf von Bio-Lebensmitteln. Aber auch gesundheitliche Aspekte sind bei der Entscheidung für Bio von großer Bedeutung. Auch beim Einkauf selbst wird in erster Linie auf regionale Herkunft geachtet, daneben sind Frische und Qualität entscheidend.
Besonders interessant ist, dass beim Kauf von Bio das Eigeninteresse leicht überwiegt. Man möchte in erster Linie sich und seiner Familie etwas Gutes tun. Bei regionalen Produkten ohne Bezug zu Bio ist die Verantwortung für Umwelt und heimische Landwirtschaft ein deutlich höherer Motivator. Aus Sicht der Studienteilnehmer werden sowohl regionale Lebensmittel als auch solche aus biologischer Landwirtschaft in Zukunft an Bedeutung gewinnen.
„Die Ergebnisse der Motivanalyse zeigen: Bio ist im Mainstream der Gesellschaft angekommen. Eigenzentrierte Motive wie Gesundheit, Sicherheit und Qualität bestimmen heute zunehmend die Kaufentscheidung. Gleichzeitig gewinnt Regionalität insbesondere für intensive Bio-Käufergruppen weiter an Bedeutung. Bio wird damit zur konkreten Antwort auf gesellschaftliche Megatrends wie Nachhaltigkeit und bewusste Ernährung“, sagt Christina Mutenthaler-Sipek, Geschäftsführerin der AMA-Marketing.
Bio Austria kritisiert Einstiegsstopp
Die Nachfrage nach Bio-Produkten entwickelt sich in Österreich wieder deutlich positiv und eröffnet neue Chancen für die heimische Bio-Landwirtschaft. Damit diese Marktentwicklung voll genutzt werden könne, brauche es jetzt die entsprechenden Rahmenbedingungen für die Produktion, fordert Bio-Austria-Obfrau Barbara Riegler. „Bio ist gefragt wie lange nicht. Umso problematischer ist es, wenn ausgerechnet jetzt der Zugang zur Bio-Maßnahme versperrt ist. Das ist ein schlechtes Signal an alle Betriebe, die bereit wären, auf Bio umzustellen“, so Riegler. Nach den herausfordernden Jahren 2022 bis 2024 sei es gelungen, die große Mehrheit der Bio-Betriebe zu halten. Seit Ende 2024 ist allerdings kein Neueinstieg in die Bio-Maßnahme des ÖPUL mehr möglich, mit Ende 2025 ist auch der Umstieg innerhalb laufender Verpflichtungen ausgelaufen. Aktuell können lediglich bestehende Bio-Betriebe ihre Flächen ausweiten. „Betriebe, die jetzt auf Bio umstellen wollen, stehen vor verschlossenen Türen und ihre Leistungen werden nicht angemessen honoriert. Gerade in einer Phase wachsender Nachfrage brauchen wir Einstiege und Umstiege.“