Bäuerinnentag Lungau: Ein Tag ganz im Zeichen der Auszeit
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Für die musikalische Umrahmung sorgte die „Bäuerinnenmusi“. © Strobl
Der Bezirksausschuss verloste an die Lungauer Bäuerinnen Frühstücksgutscheine, um sich eine Auszeit zu nehmen. © Strobl
Austausch, Gemeinschaft und wertvolle Auszeit standen im Mittelpunkt des Lungauer Bäuerinnentages am Mi, 21. Oktober im Gambswirt in Tamsweg. Bereits am Vormittag nutzten die Teilnehmerinnen bei regionalen Köstlichkeiten die Gelegenheit für Gespräche und Begegnungen. Bezirksbäuerin Iris Zitz hieß dazu zahlreiche Bäuerinnen und Ehrengäste herzlich willkommen. In ihrer Eröffnungsrede stellte sie die Bedeutung von bewussten Auszeiten in den Mittelpunkt. „Heuer ist das Internationale Jahr der Bäuerinnen. Gerade in einem Jahr voller Herausforderungen ist es wichtig, sich Zeit zum Krafttanken zu nehmen“, betonte Zitz. Die im Bezirk angebotene „Bäuerinnenauszeit“ sei ein Beitrag dazu, sich bewusst Zeit für sich selbst zu nehmen. Von den zwölf geplanten Angeboten haben bereits neun stattgefunden, der Bäuerinnentag war die zehnte gemeinsame Auszeit.
Landwirtschaftskammer-Präsident Rupert Quehenberger verwies auf die zunehmende Verantwortung der Frauen in der Landwirtschaft. Die Zahl der Betriebsführerinnen sei in Österreich von 22 auf 38 Prozent gestiegen. Gleichzeitig appellierte er, die eigene Gesundheit nicht aus den Augen zu verlieren: „Schaut auf euch und genießt jeden Tag.“
Kammeramtsdirektor Franz Wieser hob die Bedeutung von Herkunft, Sprache und Zusammenhalt hervor: „Die Sprache ist der Ausdruck dessen, woher man kommt.“ Auch die ehemalige Bezirksbäuerin Roswitha Prodinger unterstrich die Notwendigkeit, die Arbeit der Bäuerinnen sichtbar zu machen. Für den kulturellen Teil sorgte Marianne Lanschützer mit einem zum Tagesthema passenden Gedicht.
Kabarett „Ich bin hier aufgewachsen“
Einen der Höhepunkte des Tages bildete anschließend der Auftritt der Kabarettistin Kat-rin Winkler-Jandl aus Unterkärnten. Die auf einem Bauernhof aufgewachsene Politikwissenschaftlerin nahm die Besucherinnen mit auf eine humorvolle Reise durch ihre Kindheit und Jugend am Land. Mit viel Charme, Selbstironie und einem authentischen Blick auf das Leben am Bauernhof erzählte sie von den Freiheiten früherer Generationen, von gemeinsamen Erlebnissen mit Freunden, vom Alltag am Hof und von den prägenden Menschen ihrer Jugend. Dabei spannte sie den Bogen von den 1980er-Jahren bis in die Gegenwart und zeigte auf unterhaltsame Weise, wie sehr sich das Leben durch Digitalisierung und soziale Medien verändert hat. Zugleich erinnerte sie daran, die kleinen Dinge des Lebens bewusster wahrzunehmen und sich Zeit für persönliche Erlebnisse zu nehmen. Mit ihrer Mischung aus Humor und Tiefgang traf sie den Nerv des Publikums.
Landesrat Max Aigner bezeichnete die Bäuerinnen als wichtige Vorbilder und sprach sich dafür aus, ihre Leistungen auch über das Internationale Jahr der Bäuerinnen hinaus stärker sichtbar zu machen.
Den Abschluss bildeten die Grußworte von Landesbäuerin Claudia Entleitner, die den Bäuerinnen für ihr Engagement dankte und besonders die Unterstützung durch die Großmütter in den Familien hervorhob.