Licht, Luft, Funktionalität und Familie als Leitgedanken: Aignerbauer in Elixhausen
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Inmitten des milchviehstärksten Bezirks des Bundeslandes, im Gemeindegebiet von Elixhausen, führen Gertraud und Gregor Sperl den Aignerbauer seit 2012. Mit ihrer Übernahme stand die Modernisierung in Form zahlreicher kleinerer Bauvorhaben (Heubelüftung, Kalbinnenstall u. v. m.) im Vordergrund, ehe diese mit dem Stallbau vor rund fünf Jahren finalisiert wurde.
Bevor knapp vor Weihnachten 2023 die Milchkühe in den neuen Stall einzogen, wurde die damalige 35-köpfige Milchviehherde im 1992 erbauten Laufstall gehalten. Da dieser sowohl für Tier als auch Mensch nicht mehr dem Stand der Technik entsprach, entschieden sich die findigen Bauersleute für einen Neubau anstelle des alten Stalles. „Luft, Licht, viel Platz und vor allem alleine bewältigbar!“, waren die Schlagworte, die in der Planungsphase ganz oben auf der Agenda standen. Es entstand eine lichtdurchflutete Halle in Holzbauweise mit Lichtfirst. „Curtains“ bilden die Außenhaut der neuen Behausung, die für rund 50 Milchkühe konstruiert wurde.
Als Liegeboxensystem wählte man sogenannte Maxi-Boxen, eine Hybridlösung zwischen Hoch- und Tiefbuchten. Die Basis bildet eine Gummimatte, auf die eine weiche, trockene Stroh-Kalk-Mischung aufgetragen wird. Für die Entmistung der Laufgänge sorgt ein automatischer Spaltenschieber, der diese reinigt. „Wir haben uns explizit für Spalten auf den Laufgängen entschieden, da wir der Überzeugung sind, dass es im Stall dadurch trockener und sauberer ist“, so Gregor.
Für die kalte Jahreszeit steht den Tieren ein planbefestigter Auslauf über die gesamte
Länge des Stalles zur Verfügung. Eine 44-kWp-Photovoltaik-anlage, zusammen mit einem 100-kW-Speichermedium, stellt einen Teil der benötigten Energie bereit.
Arbeitserleichterung und Tierwohl
„Eine Wohltat für Mensch und Tier“, beschreibt Gertraud ihr vergangenes großes Bauprojekt und fügt hinzu: „Arbeitswirtschaftlich für uns und tierwohltechnisch für unsere Rinder hat es sich jetzt schon ausgezahlt!“ Die Investitionskosten beliefen sich auf rund 650.000 Euro brutto. Gemolken wird in einem 10er-Side-by-Side-Melkstand.
In der Zucht setzen die Bauersleute auf eine robuste Herde mit einer durchschnittlichen Milchleistung von 8.000 kg bei einem Kraftfuttereinsatz von rund 4 kg. Neben einem ständigen Weidezugang erfolgt die Hauptfütterung durch Eingrasen im Stall. Die Vitaldaten wie Körpertemperatur, Bewegungs- und Wiederkauaktivität werden mittels Pansenbolus-Systems aufgezeichnet, das z. B. Krankheiten oder Fruchtbarkeiten früher erkennen kann.
„Landwirt zu sein sollte keine Pein sein“, stellt Gertraud fest. Sich Freizeit mit der Familie zu nehmen, auf Urlaub zu fahren und vor allem den drei Kindern das Schöne ihres Machens und Tuns zu vermitteln, ist ihnen sehr wichtig.
Betriebsspiegel
Familie: Gregor Sperl (44), Betriebsführer, landw. Facharbeiter, gel. Kfz-Mechaniker; Gertraud (43), Betriebsführerin, Ortsbäuerin, landw. Facharbeiterin, gel. Bürokauffrau; Alexander (10); Johannes (8); Florian (6); Altbäuerin Elisabeth
Betrieb: Bio-Milchviehzucht im Vollerwerb; Fläche: 26 ha mehrmähdiges Grünland (davon 6 ha gepachtet), 4 ha Ackerbau (Wintergerste und Feldfutterbau), 4 ha Wald; Vieh: 48 Milchkühe (Fleckvieh, Holstein und Rotbunt), 6 Hühner; Mitglied bei LKV, Rinderzucht Salzburg, Bio Austria, Naturland; Milchanlieferung an die SalzburgMilch