Aus übernommener Verantwortung gewachsen: Altenbergerbauer in Obertrum
Einen wunderschönen Blick auf den Obertrumer See bietet der Altenbergerbauer, der Betrieb des Landtagsabgeordneten Hannes Költringer und seiner Frau Tanja. Nach einem schweren Unfall seines Vaters übernahm der damalige Fachschulabsolvent früh die Verantwortung, den Erbhof zu bewirtschaften. Auf dem damaligen Heubetrieb wurden rund 32 Milchkühe gehalten. Schon in jungen Jahren richtete er seinen Heimatbetrieb zukunftsorientiert aus. Den Anfang machte der Bau einer Güllegrube, einer großen Maschinenhalle und des Austragshauses. Ihren Abschluss fanden die Bautätigkeiten mit dem großen Stallumbau mit Anbau. Im Fokus der Neuausrichtung standen die Optimierung der Milchviehzucht und der gezielte Maschineneinsatz. Mit dem Einzug in den neuen Stall stellte der Flachgauer Landwirt auf Silageproduktion um. Vormals produzierte man knapp 1.000 Siloballen jährlich. Seit 2023 setzt man auf Siloverschlauchung (Silospeed). Hannes hebt die hohe Konservierungsqualität bei geringen baulichen Anforderungen und vor allem die Schonung der Arbeitskraft hervor: „Mit dem Umstieg auf Silage wollte ich aus dem Grünland schlichtweg mehr herausholen. Die Schlagkraft bei der Erntekette ist gewaltig. Beim letzten Schnitt waren rund 26 Hektar in drei Stunden siliert“, stellt der Landwirtschaftsmeister fest. Abgerundet wird die Ration mit zugekauftem Silomais. Aufgrund seiner Tätigkeit im Salzburger Landtag und des dementsprechend dichten Terminkalenders vergibt er den Großteil der Erntearbeiten an den Maschinenring. Den eigenen Maschinenpark hält der Landwirt aus Überzeugung schmal: „Eine Maschine zahlt sich für mich nur aus, wenn ich sie auch kostendeckend auslasten kann!“
2012 umgebauten Milchviehstall räumen die Betriebsführer dem Tierwohl hohen Stellenwert ein. Die tägliche Tiefbuchtenpflege ist ein Fixpunkt. Gummimatten geben den Laufgängen einen weichen Untergrund. Ventilatoren sorgen im auffallend hellen Anbau für Frischluft. In der Zucht setzt Hannes auf genetisch hornlose Fleckviehstiere bzw. paart passend mit Rotbunt-Genetik an. Aufgrund von Arbeits- und Zeitaufwand wurde die Jungviehaufzucht ausgelagert.
Die gesamte Familie ist in der Landwirtschaft fest verwurzelt. „Das Zusammenspiel zwischen Alt und Jung ist der Schlüssel zum Erfolg. Ohne die tatkräftige Mithilfe von Altbäuerin Elisabeth würden wir das alles nicht schaffen“, so Tanja. „Die Kinder werden in den Alltag spielerisch eingebunden, um Interesse an unserem Tun zu gewinnen.“
Für die Zukunft ist Hannes der Überzeugung, dass importierte Agrarprodukte denselben Standards erfüllen müssen wie heimische Erzeugnisse. Eine Herkunftskennzeichnung sei wichtig, damit Konsumenten bewusst entscheiden können. Bei Handelsabkommen und EU-Erweiterungen müssten die Auswirkungen auf die Landwirtschaft stärker berücksichtigt werden, um bäuerliche Familienbetriebe langfristig abzusichern.
Betriebsspiegel
Familie: Hannes Költringer (45), Betriebsführer, landw. Meister, Landtagsabgeordneter, LK-Rat, Landesobmann der Freiheitlichen Bauern, Gemeinderat, TKV-Aufsichtsratsmitglied, Mitglied der Jagdgesellschaft und der Ortsbauernschaft Obertrum; Tanja (37), HBLA-Absolventin, Bäuerin, ehem. Handelsangestellte, selbstständig im Kunsthandwerk; Helena (11); Alexander (6); Altbäuerin Elisabeth (68)
Betrieb: Bio-Milchviehzucht im Vollerwerb; Fläche: 34 ha mehrmähdiges Grünland (davon 8 ha gepachtet), 4 ha Feldfutterbau; 10 ha Wald; Vieh: 60 Milchkühe mit Nachzucht (Fleckvieh und Fleckvieh x Rotbunt; Stalldurchschnitt 8.000 kg), 30 Kalbinnen, 10 Hühner; Mitglied bei LKV, Rinderzucht Salzburg, VFS und Naturland; Milchanlieferung an Molkerei Berchtesgadener Land
Adresse: Familie Költringer, Altenberg 1, 5162 Obertrum am See, Tel. 0664/4547598