Als Salzburg den Rupertiwinkel verlor
Jahrhundertelang war die Stadt Salzburg auf die Versorgung mit Getreide und Gemüse aus dem nunmehr bayerischen Rupertiwinkel ausgerichtet, der von den agrarischen Strukturen gleich dem damaligen Flachgau, also vorwiegend Grünland, war.
Plötzlich gab es eine Grenze
Vor 210 Jahren war dies auf einmal anders. Es gab eine Grenze. Die nunmehr bayerischen Bauern hatten kein Absatzgebiet in den kleinräumigen Strukturen mehr, denn München war zu weit weg und Salzburg musste sich neue Strukturen aufbauen, etwa den Gemüseanbau in Wals. Obwohl der Flachgau drüber und herüber von Salzach und Saalach insbesondere vor 200 Jahren sehr stark landwirtschaftlich geprägt war, wirkte die Stadt Salzburg stark in diese Region und umgekehrt.
1848 Befreiung von den Grundherren
Plötzlich war das wirtschaftlich mächtige Laufener Stift vom Zehent, den es aus Salzburg bis hinein in den Pongau erhielt, abgeschnitten und anstelle von sieben Geistlichen konnten nur mehr zwei ernährt werden, und die dürftig. Denn die Bauern als Pächter hatten ihren Anteil abzuliefern und in schlechten Zeiten war dies kaum aufzubringen. Bis 1781 waren sie sogar noch Leibeigene, also Menschen, die nur ihren eigenen Leib Ihr Eigen nennen konnten. 1848 kam sodann die Befreiung von den Grundherren.
Ständige Kriege
Dazu kamen die ständigen Kriege und Auseinandersetzungen. Die Dörfer wurden von napoleonischen Soldaten geplündert und sie zündeten Höfe an, bei denen sie vermuteten, dass nichts herausgegeben wurde. Die österreichische Armee verhielt sich nicht anders. Es mussten die Rinder geschlachtet und an die Soldaten abgeliefert werden, die Pferde, die man ja zum Arbeiten benötigte, wurden ebenfalls vom Militär „rekrutiert“. Viele Bauern und auch die Laufener und Oberndorfer Schiffer wehrten sich dagegen und wurden zu Tode gebracht. Bei Teisendorf wurde eine wehrlose hochschwangere Bäuerin, als sie über den Hof lief, von französischen Soldaten niedergeschossen; Mutter und Kind kamen zu Tode.
Das "Jahr ohne Sommer"
Und 1816 kam nach einem Vulkanausbruch im indonesischen Raum das „Jahr ohne Sommer“, in dem es kaum eine Ernte gab. Als nach diesem Jahr dann wieder Hoffnung aufkam, wurde das Land getrennt. Mit dauerhaften wirtschaftlichen Folgen auch für die Bauern.