Zurück zum Mist: Für wen sich die Separation lohnt
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„Suingfoan“, „Odlfian“ oder „dunga“ – das sind die Synonyme für das Ausbringen der Jauche. Die „Separation“ von den flüssigen Bestandteilen und den festen (Mist) geschah früher im Stall. Während man den Festmist am Beginn und am Ende der Vegetationszeit ausgebracht hatte, da er mehr organisch gebundenen Stickstoff enthält, wurde mit der Jauche, die reich an schnell verfügbarem Ammonium-Stickstoff (NH4+) ist, nach den Schnitten gedüngt.
Mit der Laufstallhaltung und der Güllewirtschaft gerieten die genannten Arten der Wirtschaftsdünger immer mehr in das Hintertreffen. Beide Bestandteile summieren sich nun als homogene Flüssigkeit zur Gülle. Die Folge: Die dickflüssige Masse muss verdünnt werden – für bessere Fließfähigkeit (Stichwort „Güllewürste“) und höhere Pflanzenverfügbarkeit.
Flüssige und feste Bestandteile
Bei der Gülleseparation trennt man Flüssiges und Festes wieder. Neben stationären Geräten bietet der Maschinenring auch eine mobile Lösung. Je nach Konsistenz des Ausgangsmaterials und geplanter Verwendung des Separats – als Wirtschaftsdünger oder Einstreu – lassen sich bis zu 200 m³ Gülle pro Stunde separieren. Ein Stromgenerator auf dem Lkw treibt die Anlage an. Über zwei Exzenterschnecken, die in einer Druckplatte münden, läuft die Gülle bei rund 80 kW Leistung durch ein 0,5-mm-Sieb. So werden die Bestandteile getrennt. Für Einstreu kann der Trockenmassegehalt des Separats auf etwa 30 Prozent aufbereitet werden.
Vor allem für Tierhalter mit Ackerbau – ab einer gewissen Betriebsgröße und in Kombination mit bodennaher Gülleausbringung – ist die Separation eine Überlegung wert. Auf dem Grünland punktet die Dünngülle: reich an schnell verfügbarem Ammonium-Stickstoff. Die Fließfähigkeit von sepa- rierter Dünngülle entspricht in etwa der von 1:1 mit Wasser verdünnter Gülle. Für den Feldfutterbau bzw. zur Humusbildung ist der Feststoff ideal: phosphorreich und mit organisch gebundenem Stickstoff.
Kein „Wasser mehr spazieren fahren“
Der Kuchler Landwirt Thomas Steingassner stand vor 13 Jahren vor einer betriebswirtschaftlichen Entscheidung. Mit der Gülleseparation wollte er den Kosten-Nutzen-Faktor seiner Düngung mit wirtschaftsdünger verbessern: „Bei einer Feld–Hof-Entfernung von rund sechs Kilometern war es mir zu teuer, die verdünnte Gülle spazieren zu fahren. Ich brauche den Ammonium-Stickstoff auf dem Feld und nicht das Wasser“, sagt der Landwirt, der rund 65 Milchkühe mit Nachzucht hält. Die Entmistung erfolgt über einen Spaltenschieber. Die Tiefboxen sind mit einer Holzfaser-Stroh-KalkMischung eingestreut. Neben rund 22 Hektar Dauergrünland bewirtschaftet der Tennengauer 13 Hektar Mais und 5 Hektar Kleegras im Feldfutterbau. Den Feststoff setzt Steingassner auf seinen Ackerflächen als Wirtschaftsdünger ein – wegen des organisch gebundenen Stickstoffs und zur Humusbildung.
Förderung und Grubenraumersparnis
Bei der Einkammerseparation – das Separat fließt dabei in dieselbe Güllegrube zurück – lassen sich rund zwei Drittel des Feststoffs aus der Gülle holen. So steigt die Lagerkapazität um bis zu 20 Prozent.
Die Gülleseparation wird bis maximal 20 m³ je Rinder-GVE und Jahr mit 1,5 Euro/ m³
gefördert, sofern man Teil der ÖPUL-Maßnahme „Bodennahe Gülleausbringung“ ist. Einsatz und Disposition des mobilen Gülleseparators übernimmt der Maschinenring Salzburg. Derzeit liegt die Arbeitsstunde bei rund 350 Euro brutto. Auf Kubikmeter gerechnet liegt man je nach Geschwindigkeit bei rund 3 Euro/m3 (+/– 0,5 Euro)
Fazit
Sowohl das Verdünnen der Gülle als auch das Separieren verursacht Kosten. In der Praxis wird die Gülle um bis zu 50 % verdünnt. Vor allem im Frühjahr sind die Lagerkapazitäten sehr eingeschränkt, was wiederum das Verdünnen einschränkt. Vor allem für Betriebe mit einer großen Feld-Hof-Entfernung und Feldfutterbau, verbunden mit einer bodennahen Ausbringungsmethode (Fördersatz bis zu 1,5 Euro/m³), lässt sich die Gülleseparation betriebswirtschaftlich gut darstellen. Bei arrondierten Betrieben mit reiner Dauergrünlandwirtschaft wird die reine Güllewirtschaft betriebswirtschaftlich gesehen den Vorrang haben.