Viel Herzblut für die Zucht und Berglandwirtschaft
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Auf 1.000 Metern Höhe über dem Zeller Becken bewirtschaften Hannes und Margret Hofer ihren Bio-Heumilchbetrieb. Die Original Pinzgauer Rinder gehören zum Hubgut seit eh und je. Seit seiner Jugend engagiert sich Hannes mit großer Begeisterung in der Zucht. Die tiefe Verbundenheit zum Original Pinzgauer Rind und der langjährige Einsatz bei verschiedensten Zuchtveranstaltungen legten das Fundament für seine Wahl zum Obmann des Rinderzuchtverbandes Salzburg. „Ich möchte mich für das Vertrauen aller Rassen bedanken. Es ist keineswegs selbstverständlich, dass man als Züchter einer zahlenmäßig kleineren Rasse an der Spitze akzeptiert wird“, freut sich Hannes auf die kommenden Aufgaben.
Wirtschaften mit den eigenen Ressourcen
Neben der Pinzgauerzucht gehört auch die Heuwirtschaft schon lange zum Betrieb, für die im Jahr 2010 eine Kaltbelüftung eingerichtet wurde. Eine PV-Anlage mit 28 kWp und 16 kW Speicher liefert dafür den nötigen Strom. „Wir versuchen, auf einer extensiven Arbeitsstätte intensiv zu arbeiten“, beschreiben Hannes und Margret ihr Betriebskonzept. „Unser Ziel ist es, mit dem auszukommen, was wir haben – Zukäufe beschränken wir im Wesentlichen auf Stroh und Kraftfutter.“ Aufgrund der Steilhänge werden rund 80 % der Flächen mit dem Mäher bewirtschaftet. Dünger wird gezielt mittels Seitenstreuer ausgebracht, überwiegend in Form von Mist. Zukünftig überlegt man einen vermehrten Einsatz von Gülle.
Kombinationshaltung mit täglichem Auslauf
Die Haltung der Milchkühe erfolgt als Kombinationshaltung mit täglichem Auslauf - sogar im Winter. „Nicht weil wir müssen, sondern auch aus Eigeninteresse. Durch den täglichen Auslauf haben wir beispielsweise eine hervorragende Klauengesundheit.“ Gemolken wird über eine Rohrmelkanlage. In der Zucht legt Hannes als Eigenbestandsbesamer (EBB) den Schwerpunkt auf kompakte, langlebige und vitale Kühe, ebenso ist die Euterqualität ein zentrales Merkmal.
Tauernscheckenzucht im Zulehen
Seit der Hofübernahme im Jahr 2012 wird neben dem Hubgut auch das Bruchgütl, ein Lehen von Hannes‘ Mutter, wieder bewirtschaftet. Dort zog im selben Jahr eine Herde Tauernscheckenziegen ein – gemeinsam mit einem Freund wurde damit die Hofer-Sulzer-Zuchtgemeinschaft gegründet. Die Hofstätte ist in kompletter Alleinlage etwa 7 km vom Hubgut entfernt und umfasst ca. 5 ha Grünland, das von den Ziegen geweidet wird. Auch wenn die Ziegen täglich Besuch bekommen, gibt eine Überwachungskamera dennoch mehr Sicherheit, vor allem während der Kitzsaison. Auch in der Ziegenzucht ist Hannes bei Schauen und Versteigerungen aktiv – unter anderem als Bewerter. Den Sommer verbringen die Ziegen und die Kalbinnen auf der Piff-
alm. Die Zuchttiere werden über die Versteigerung in Maishofen vermarktet. Das Fleisch von Ochsen und Kitzen wird großteils direktvermarktet.
Vermietung an Familien mit Kindern
Zusätzlich stehen zwei Ferienwohnungen für die ganzjährige Vermietung zur Verfügung. Unter den Gästen finden sich vor allem Familien mit Kindern. Margret mag es ganz besonders, wenn die Gästekinder mit in den Stall kommen und sie alle Fragen rund um den Bauernhof kindgerecht beantworten kann. Nicht selten wird nach der Stallarbeit noch gemeinsam mit den Kindern Butter geschüttelt. „Uns ist es wichtig, auch den Gästen aufzuzeigen, woher unsere Lebensmittel kommen“, erklärt Margret. Die Gäste am Hubgut schätzen die hofeigenen Produkte wie Heumilch, Frischkäse, Joghurt, Brot, Eier, Marmeladen, Wurst und Speck sehr. Begehrt ist auch der selbst gebrannte Vogelbeerschnaps aus den Früchten der rund 40 hofeigenen Vogelbeerbäume. „All unsere Standbeine bewegen sich in Nischen und wir fühlen uns damit rundum wohl“, so die beiden abschließend.
Betriebsspiegel
Familie: Hannes Hofer (43), Betriebsführer, Landwirtschaftsmeister, Installateur, Obmann RZV Salzburg, Obmann Arge Pinzgauer; Margret Hofer (42), gel. Diplomierte Gesundheits- und Krankenschwester, Ortbäuerin; Johannes (13); Jakob (10); Sebastian (6); Antonia (2); Altbauersleute Andreas (78) und Johanna (66) Hofer
Betrieb: Bio-Heumilchbetrieb, Zuchtbetrieb, Vermietung; ca. 14 ha mehrmähdiges Grünland, ca. 5 ha einmähdiges Grünland/Weide, 1,4 ha Naturschutzfläche, 8 ha Wald; Vieh: 10 Kühe mit Nachzucht und 1 Stier der Rasse Original Pinzgauer, 13 Tauernscheckenziegen mit Nachzucht und 1 Bock, 2 Pinzgauer Strahlenziegen, Legehühner (Eigengebrauch); Mitglied bei: RZV, LKV, SZV, Bio Austria, SLK, Waldverband, TGD; liefert an die Pinzgau Milch; 349 BHK-Punkte