Urlaubsgäste sind hautnah an der Landwirtschaft dabei: Bambichl in Fuschl
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Zwischen Fuschl- und Wolfgangsee, direkt am Wanderweg zum Bambichl, liegt das gleichnamige Gut der Familie Mösenbichler. Auf dem Erbhof gehören Milchviehzucht und die Beherbergung von Urlaubsgästen seit jeher zusammen. Die ersten Feriengäste verbrachten bereits 1947 ihren Urlaub am Bambichlgut.
Als 2012 Josef „Joe“ mit seiner Frau Katharina den elterlichen Hof übernahm, stand der Aus- und Umbau der Ferienwohnungen auf der Agenda. Aus Gästezimmern wurden Ferienwohnungen – ein Schritt, der passte, weil beide den Betrieb im Nebenerwerb weiterführen wollten und die Vermietung mit Herzblut leben. Vor allem der Austausch mit den Gästen und das Weitergeben ihrer bodenständigen Werte an Besucher aus nah und fern ist ihnen ein Anliegen.
Aus arbeitswirtschaftlichen Gründen – der alte Stall war renovierungsbedürftig und technisch überholt – und um Gäste noch näher an der Landwirtschaft teilhaben zu lassen, reifte der Entschluss, den Milchviehstall aus- und umzubauen.
Rundholzbauweise als Alleinstellungsmerkmal
Der Baustoff Holz und die Forstwirtschaft mit den 22 Hektar Wald vor der Haustür sind die Leidenschaft von Josef senior. In der Umgebung gab es einen findigen Zimmerer, spezialisiert auf Rundholzbauweise. Mit dieser heute seltenen Bauart hatte man bereits bei der Remise gute Erfahrungen gesammelt. Also entschieden sich die Bauersleute, auch den neuen Milchviehstall so zu errichten. „Wir wollten damit ein Alleinstellungsmerkmal mit unserem eigenen Holz in die Praxis umsetzen. Die Baukosten sind nahezu ident im Vergleich zu herkömmlichen Bauweisen“, sagt Joe. In der Planung standen arbeitswirtschaftliche Erleichterungen sowie Tierwohl, Helligkeit und die Verbindung mit dem Gästebetrieb im Mittelpunkt. Der 5er-Side-by-Side-Melk-
stand fand am alten Futtertisch seinen Platz. Gleichzeitig entstand eine Begegnungszone, in der Urlaubsgäste die Stallarbeit (sicher) miterleben können. „Unsere Gäste sind bei uns immer nah dran im Stall. Unsere Philosophie ist, den Gästen unsere Werte weiterzugeben und Landwirtschaft nahbar zu vermitteln“, sagt Katharina.
Die bunte Milchviehherde aus Fleck- und Braunvieh sowie Holstein-Kühen mit einem Stalldurchschnitt von ca. 7.000 kg erhält in der Vegetationszeit freien Zugang zu den Kurzrasenweiden auf den umliegenden Flächen. Zusätzlich steht den Milchkühen ein 140 m² großer planbefestigter Auslauf zur Verfügung. Im Stall wird Heu zugefüttert, das Kraftfutter (3 bis 5 kg/Tag) kommt über eine Station. Das weibliche Jungvieh alpt in den Sommermonaten auf der nahgelegenen Alm, an der man Gemeinschaftsanteile besitzt. Die Anpaarung erfolgt zum Großteil mit Fleischrassenstieren (WBB) bzw. Milchkreuzungen zur fundamentbetonten Milchviehherde.
Die Vermietung und die Landwirtschaft prägen den Alltag. Das Zuhause ist mehr als der Wohnort – es ist „das selbst gemachte Paradies, wo andere Urlaub machen“, beschreibt Joe. Vor allem auch für Tochter Magdalena, die am seltenen Rett-Syndrom leidet. Für sie ist die vertraute Umgebung besonders wichtig. „Darum haben wir aus unserem Zuhause eine Heimat gemacht“, so Katharina und fügt hinzu: „Der Schlüssel zum Glück steckt von innen. “
Betriebsspiegel
Familie: Josef „Joe“ Mösenbichler (45), Betriebsführer, Absolvent HBLA Ursprung, Absolvent Anton-Bruckner-Konservatorium (Bachelor in Instrumental- und Gesangspädagogik), Musiklehrer, Ortsbauernobmann-Stv.; Katharina (44), Betriebsführerin, gel. Friseurin, Masseurin und Wellnesstrainerin, Ortsbäuerin, Bezirksbäuerin-Stv.; Magdalena (15); Josef jun. (13); Altbauersleute Agnes (71) und Josef sen. (73)
Betrieb: Bio-Heumilch-Milchviehzucht mit Urlaub am Bauernhof im Nebenerwerb; 17 ha mehrmähdiges Grünland, davon 5 ha gepachtet, 2 ha Hutweide; 22 ha Wald; Vieh: 15 Milchkühe mit Nachzucht, 3 Kalbinnen, 1 Schwein, 3 Ziegen, 4 Laufenten, 2 Esel; Mitglied beim LKV Salzburg, Urlaub am Bauernhof (seit 1993), Bio Austria (seit 1992) und Naturland; Anteile an der Almgenossenschaft Schafberg, Oberwies und Mitteregg (145 ha)