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Solides Milchjahr trotz Preisdämpfung

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25.03.2026 | von Michael Hatheier

Steigende Auszahlungspreise und wachsende Milchmengen prägten das vergangene Jahr. Die sinkenden Milchpreise in den letzten Monaten trübten die Stimmung der heimischen Milchbauern. Auch dieses Jahr dürfte die Marktlage angespannt bleiben.

Milchpreisvergleich 2025.jpg © AdobeStock
Europaweit beobachtet man seit dem Spätsommer einen massiven Anstieg der Milchanlieferung. © AdobeStock

Nach den bereits 2024 deutlich gestiegenen Auszahlungspreisen setzte sich die Erhöhung des Rohstoffpreises zunächst auch 2025 fort. Aufgrund der Auswirkungen der Blauzungenkrankheit ist die Milchmenge 2024 vor allem in Deutschland und den Niederlanden zurückgegangen. Durch die Erholung der Bestände im Jahr 2025 und die zugleich gute Erntesituation und hohen Grundfutterqualitäten erreichten die Betriebe ab der Jahresmitte ein hohes Produktionsniveau. Europaweit beobachtet man seit dem Spätsommer einen massiven Anstieg der Milchanlieferung. Die Anlieferung in der zweiten Jahreshälfte lag in der EU rund 4 % über dem Vorjahreszeitraum. Österreichweit verzeichnete man sogar ein Plus von über 8 %.
Die wachsenden Milchmengen führten gemeinsam mit dem steigenden Preisniveau im Herbst zu ersten
Korrekturen. Die Auszahlungspreise wurden in Salzburg zwischen November 2025 und Jänner 2026 netto um 7 % (Bio) bis knapp 15 % (GVO-frei) gesenkt.

Milchpreisvergleich 2025.jpg © AdobeStock
Durch die Erholung der Bestände im Jahr 2025 von den Auswirkungen der Blauzungenkrankheit sowie durch die gute Erntesituation und Grundfutterqualität erreichten die Betriebe ab der Jahresmitte ein hohes Produktionsniveau. © AdobeStock

Preisniveau Milcherzeugerpreise

Vergleicht man den durchschnittlichen Milchauszahlungspreis von 2024 mit jenem von 2025, zeigt sich in Salzburg über die verschiedenen Milchsorten und Milchverarbeitungsbetriebe hinweg ein Anstieg von 9 bis 12 %. GVO-freie Qualitätsmilch erzielte im Jahresmittel 2025 60 Cent/kg brutto, Biomilch 69,50 Cent/kg brutto, Heumilch 64,86 Cent/kg brutto und Bio-Heumilch 76,95 Cent/kg brutto (bei 4,2 % Fett und 3,4 % Eiweiß). Die Preise für konventionelles Milchleistungsfutter (18 % XP, Energiestufe 3) entwickelten sich analog zum Milchpreis: ein Anstieg zu Jahresbeginn, gefolgt von einer Senkung im Herbst (Quelle: AMA).  

Milchpreisvergleich 2025.jpg © AdobeStock
© AdobeStock

Ausblick mit Hoffnung auf Stabilisierung

Für das Milchjahr 2026 zeichnet sich ein differenziertes Bild ab. Während die Preise bei Spezialmilchsorten und im Bio-Bereich weniger stark zurückgehen als bei konventionellen Sorten, öffnet sich die Schere zwischen beiden Produktionsrichtungen wieder. Wie sich die Auszahlungspreise im weiteren Jahresverlauf entwickeln werden, bleibt schwer vorherzusagen. Aufgrund der aktuell hohen Milchanlieferung sowie einer anhaltend schwachen Absatzlage – beeinflusst unter anderem durch internationale Handels- und Zollpolitik – ist derzeit mit keinen Preiserhöhungen zu rechnen. Zudem zeigen sich die österreichischen Milchverarbeiter aktuell wenig euphorisiert: Zur Jahresmitte könnte sich das Preisniveau wieder stabilisieren, wenn sich Marktumfeld und Nachfrage entspannen. 

Die zunehmende Verlagerung der Wertschöpfung hin zu Käse- und Molkeprodukten sowie die Biobranche sorgen aber für Absatzmöglichkeiten und entlasten den Markt. Zudem lassen leicht positive Preisnotierungen bei Produkten wie Butter und Magermilchpulver auf eine vorsichtige Erholung der Auszahlungspreise hoffen.

Milchpreisvergleich 2025.jpg © AdobeStock
© AdobeStock

Datenerhebung und Kontrolle

Der vorliegende Milchpreisvergleich wurde mit dem Milchpreisvergleichsrechner der LK Salzburg erstellt. Dieser ist eine Datenbank, mit der sich alle Sorten, Mengen und Inhaltsstoffe der verschiedenen Verarbeiter objektiv miteinander vergleichen lassen. Grundlage der Berechnungen sind die Milchgeldanlageblätter der Molkereien und dazugehörige monatliche Milchgeldabrechnungen. Die Vergleichsdaten werden den dargestellten Molkereien zur Durchsicht und Rückmeldung zur Verfügung gestellt.

Milchpreisvergleich .jpg © Archiv
In den Tabellen sind die jeweiligen Milchverarbeiter in alphabetischer Reihung nach verschiedenen Milchsorten gegliedert dargestellt. Die Jahresdurchschnittspreise sind in Cent für die Jahresanlieferung von 50.000 kg, 100.000 kg usw. angegeben. Der Tierwohlbonus (siehe Infokasten) richtet sich für den Milcherzeuger nach der einzelbetrieblichen Einstufung. Im Bio-Bereich sind die Vergleiche kaum möglich, da es hier sehr unterschiedliche Anforderungen gibt, wie z. B. Naturland oder eigene Anforderungen der Handelsketten. © Archiv

Parameter für den Vergleich

  • Milchgeldanlageblätter und dazugehörige monatliche Milchgeldabrechnungen
  • Die Menge einer Jahresanlieferung gleichmäßig verteilt auf zwölf Monate 
  • Vergleich basiert auf Kalenderjahr, allfällige Nachzahlungen sind berücksichtigt
  • S-Klasse: Keimzahl < 50.000 Keime/ml und Zellzahl < 250.000 Zellen/ml Inhaltsstoffe: 4,2 % Fett, 3,4 % Eiweiß
  • Auszahlungsbetrag im Jahresmittel, netto
  • Abzüge und Zuschläge, wie sie von den einzelnen Verarbeitern berücksichtigt werden: Heumilch-Marketingbeitrag, Fixkostenblock, Abholpauschalen, Sortenzuschläge, Mengenboni, Sonderzahlungen sofern bekannt, AMA-Marketingbeitrag durchschnittlich ausbezahlte Zuschläge und Haltungsboni für die Teilnahme an Tierwohlprogrammen sind inkludiert und separat angegeben (siehe nächste Seite)
  • Der Preisvergleich wird auf Basis von Kilogramm erstellt (Umrechnungsfaktor von Liter auf Kilogramm = 1,03)
  • Nicht abgebildet bzw. in die Berechnung mit einbezogen: Genossenschaftsanteile, andere Leistungen des Unternehmens (z. B. Informationsbereitstellung, Hofberatung)
Erzeugermilchpreis .jpg © Archiv
© Archiv
Milchpreisvergleich 2025.jpg © AdobeStock
Aufgrund der aktuell hohen Milchanlieferung sowie einer anhaltend schwachen Absatzlage ist auch 2026 mit weiteren Preisanpassungen nach unten zu rechnen. Weniger stark wird das im Bio-Bereich der Fall sein. © AdobeStock

In den Vergleichszahlen sind die durchschnittlich auzgezahlten Zuschläge laut Milchgeldanlageblättern enthalten. Die folgende Aufstellung beinhaltet die Netto-Zuschläge je Kilogramm:

  • Gmundner Molkerei: +0,22 Cent für AMA-Gütesiegel Tierhaltung Plus
  • Käserei Pötzelsberger: +1 Cent AMA-Tierhaltung-Plus-Zuschlag für Heumilch +1 Cent (seit 1. August) Kombinationshaltung mit 120 Tagen Auslauf und/oder Weide oder Laufstallhaltung ohne Auslauf/Weide
  • Käserei Walkner: +1 Cent Laufstallhaltung mit täglichem Auslauf oder Laufstallhaltung mit mind. 120 Tagen Weide oder Offenfrontlaufstall (Voraussetzung AMA TH+ Außenklima)
  • Milchwerke Berchtesgadenerland: +1 Cent für Laufstallhaltung, +1 Cent für Auslauf (auch bei Kombinationshaltung), +1,5 Cent Weideprämie (auch bei Kombinationshaltung), +2,38 Cent Bewegungsprämie im gesamten Jahresdurchschnitt
  • Pinzgau Milch: +1 Cent Kombinationshaltung mit 120 Tagen Auslauf und/oder Weide, +2,5 Cent Laufstallhaltung mit täglichem Auslauf oder Laufstallhaltung mit mind. 120 Tagen Weide oder Offenfrontstall, +2,5 Cent für alle Almlieferanten
  • SalzburgMilch: +1,3 Cent (1,5 Cent seit 1. August) Kombinationshaltung mit 120 Tagen Auslauf und/oder Weide oder Laufstallhaltung ohne Auslauf/Weide, +2,3 Cent (3 Cent seit 1. August) Laufstallhaltung mit täglichem Auslauf oder Laufstallhaltung mit mind. 120 Tagen Weide oder Offenfrontstall, +1 Cent AMA-Tierhaltung-Plus-Zuschlag für konventionelle Sorten und Heumilch
  • Vöcklakäserei: Bei Erfüllung von AMA-Gütesiegel Tierhaltung Plus wird ein Tierwohlbonus beim Verwertungszuschlag mitausbezahlt
  • Woerle: +0,3 Cent Stufe 1: Kombinationshaltung mit mind. 120 Tagen Auslauf/Weide bei konventioneller Milch und Heumilch, +0,9 Cent (1,5 Cent seit 1. August) Stufe 2: Laufstall ohne Auslauf oder Kombinationshaltung mit täglichem Auslauf/Weide, +1,5 Cent (3,5 Cent seit 1. August) Stufe 3/Stufe 4 BIO: Laufstall mit täglichem Auslauf oder Laufstall mit mind. 120 Tagen Weidehaltung oder Biohaltung (Stufe 4)
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Europaweit beobachtet man seit dem Spätsommer einen massiven Anstieg der Milchanlieferung. © AdobeStock

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Durch die Erholung der Bestände im Jahr 2025 von den Auswirkungen der Blauzungenkrankheit sowie durch die gute Erntesituation und Grundfutterqualität erreichten die Betriebe ab der Jahresmitte ein hohes Produktionsniveau. © AdobeStock

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In den Tabellen sind die jeweiligen Milchverarbeiter in alphabetischer Reihung nach verschiedenen Milchsorten gegliedert dargestellt. Die Jahresdurchschnittspreise sind in Cent für die Jahresanlieferung von 50.000 kg, 100.000 kg usw. angegeben. Der Tierwohlbonus (siehe Infokasten) richtet sich für den Milcherzeuger nach der einzelbetrieblichen Einstufung. Im Bio-Bereich sind die Vergleiche kaum möglich, da es hier sehr unterschiedliche Anforderungen gibt, wie z. B. Naturland oder eigene Anforderungen der Handelsketten. © Archiv

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Aufgrund der aktuell hohen Milchanlieferung sowie einer anhaltend schwachen Absatzlage ist auch 2026 mit weiteren Preisanpassungen nach unten zu rechnen. Weniger stark wird das im Bio-Bereich der Fall sein. © AdobeStock