Richtig kalkuliert: faire Preisfindung bei Heuzukauf ab Feld
Aufgrund der Dürre sind viele Betriebe auf der Suche nach Grundfutter. Dem geringen Angebot steht eine immer größere Nachfrage gegenüber. Auf der anderen Seite gibt es z. B. extensive Landwirte, die wegen eines geringen Viehbesatzes noch nicht geerntetes Futter im Herbst übrighaben und den letzten Aufwuchs sogar mulchen würden. Bei vertretbaren Entfernungen kann sich daher ein Futterkauf direkt ab Feld anbieten. Die Preisfindung gestaltet sich jedoch oft schwieriger als beim Handel, da es hierfür kaum etablierte Marktpreise gibt. Ausgangspunkt ist daher der regionale Heupreis ab Hof. Dabei sollte berücksichtigt werden, dass der Käufer bei der eigenen Ernte ein zusätzliches Wetterrisiko trägt. Ein entsprechender Preisabschlag vom aktuellen Marktpreis ist daher zu berücksichtigen. Zudem entfallen für den Verkäufer Kosten für den Maschineneinsatz, die Arbeit und Lagerung. Wesentlich ist außerdem die tatsächlich geerntete Futtermenge. Diese kann durch Wiegen einzelner Ballen und Fuhren festgestellt werden.
Bei Belüftungsheu ist der höhere Wassergehalt gegenüber fertig getrocknetem Bodenheu zu berücksichtigen. Ist eine genaue Wiegung nicht möglich, sollte die Erntemenge gemeinsam geschätzt werden. Dabei spielen Schnitthäufigkeit und die Ertragsanteile der einzelnen Aufwüchse eine wichtige Rolle. Vom errechneten Wert des Heues sind anschließend die Erntekosten des Käufers abzuziehen. Diese variieren je nach Technik, Schlagkraft, Gelände etc. Werden zusätzlich die geernteten Flächen vom Käufer gedüngt, so sind der Düngerwert und die Ausbringungskosten gesondert zu berücksichtigen.
Für die Bewertung eines Heukaufs ab Feld dient der aktuelle Heumarktpreis ab Hof als Grundlage. Nach Abzug von Wetterrisiko, Ernte- und Arbeitskosten ergibt sich ein fairer Preis für beide Vertragsparteien. Je nach Menge und Erntebedingungen kann der Abschlag gegenüber dem Marktpreis etwa 10 bis 12 Cent pro Kilogramm Heu oder bei Hanglagen auch deutlich mehr betragen.