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Rapserdflöhe konsequent kontrollieren

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15.07.2026 | von DI Hubert Köppl

Die Rapserdflöhe haben sich zu einem wesentlichen Knackpunkt für einen erfolgreichen Rapsanbau entwickelt. Das Auftreten muss ab Auflaufen der Kultur bis Vegetationsende im Auge behalten werden. Der Warndienst der Landwirtschaftskammer unterstützt dabei. Mit Benevia gibt es ein neues systemisches Produkt zur Bekämpfung.

Rapserdfloh.jpg © LK OÖ/Köppl
Der Rapserdfloh hat sich zum Hauptschädling im Rapsanbau entwickelt. © LK OÖ/Köppl
Wie in den vergangenen Jahren wird auch heuer auf Wunsch das Rapssaatgut mit insektiziden Beizen (Buteo Start, Lumiposa) erhältlich sein. Die Erfahrungen der Vorjahre haben gezeigt, dass die Rapspflanzen nur in der Auflaufphase gut geschützt sind, ab dem Erscheinen des zweiten Laubblattpaares lässt der Schutz stark nach. Der Wirkstoff Cyantraniliprole in Lumiposa ist ein Spezialist gegen Kleine Kohlfliege, andere Schädlinge wie Erdflöhe und Blattläuse werden zum Teil miterfasst. Buteo Start mit dem Wirkstoff Flupyradifuron wirkt stärker gegen Erdfloh, erfasst aber die Kohlfliege nicht.

Der Echte Rapserdfloh schädigt die Blätter (siebartiger Lochfraß), der größere Schaden entsteht aber durch den Fraß der Larven in Blattstiel und Vegetationskegel ab Ende September. Der Rapserdfloh ist auch bei kühlen Temperaturen aktiv und legt auch noch im Spätherbst Eier ab - das wird in der Praxis oft unterschätzt. Er fliegt von Waldrändern aber auch von den abgeernteten Rapsfeldern zu. Kohlerdflöhe (kleiner als Rapserdflöhe, besitzen oft gelbe Streifen am Rücken) sind nur kurz nach dem Aufgang gefährlich. Vom Auflaufen bis zum 4-Blattstadium dürfen max. 10% der Blattfläche durch Käferfraß zerstört werden. Bei Beobachtung mittels Gelbschalen (Aufstellen ab dem Auflaufen des Rapses, ES 11-optimal sind eingegrabene Gelbschalen) gelten 25 - 35 Käfer innerhalb von drei Wochen als Bekämpfungsschwelle. Durch die Fraßtätigkeit der Käfer in der Auflaufphase kann der Bestand stark im Wuchs gehemmt werden - es ist daher rasch zu reagieren.
Raps-Erdflohlarve im Veg.kegel.jpg © LK OÖ/Köppl
Die Erdflohlarven schädigen den Haupttrieb. © LK OÖ/Köppl
Zur Behandlung sind aktuell hauptsächlich synthetische Pyrethroide zugelassen (siehe Tabelle). Es gibt bereits Nachweise auch für Oberösterreich, dass die Erdflöhe gegen diese Wirkstoffgruppe resistent sind. Mit diesen Kontaktinsektiziden erfasst werden Käfer und Larven nur dann, wenn sie sich noch nicht in den Blattstiel eingebohrt haben bzw. den Blattstiel kurz verlassen. Die Beimengung eines guten Netzmittels wird unbedingt empfohlen. Nach deutschen Versuchen hat der Wirkstoff lamda-Cyhalothrin (z.B. in Karate Zeon) die beste Wirkung. Die Ausbringung kann auch je nach Auftreten mit einer Herbizid- oder einer Fungizidbehandlung erfolgen.

Per Notfallzulassung wurde heuer auf Antrag der Landwirtschaftskammern und mit fachlicher und finanzieller Unterstützung der Fa. FMC, sowie u.a. der Saatbau Linz, das systemische Produkt Benevia mit dem Wirkstoff Cyantraniliprole zugelassen. Dieses hat sowohl eine Wirkung gegen die Käfer als auch gegen die Larven, es darf aber nur einmal eingesetzt werden. In Deutschland wird zur Käferbekämpfung ein Pyrethroid empfohlen, gegen die Larven dann Benevia. Seit zwei Jahren auf dem Markt ist das systemische Neonicotinoid Carnadine, es soll zu Beginn noch nicht eingesetzt werden, sondern erst beim Auftreten der Larven. Die Larven der Rapserdflöhe sind in Befallsjahren bis in den Spätherbst, solange noch Vegetation ist, bekämpfungswürdig. Als Richtwert für eine Behandlungsempfehlung gegen die Larven können 30 - 40% befallene Blattstiele herangezogen werden. Diese sind an den punktförmigen Einstichstellen erkennbar.
Raps-Ackerschnecke.jpg © LK OÖ/Köppl
Trotz der Sommertrockenheit ist bei Niederschlägen nach dem Anbau auf Schnecken zu achten. © LK OÖ/Köppl

Schnecken

Auch heuer war durch die eher trockene Witterung bisher ein eher unterdurchschnittliches Auftreten der Tiere zu beobachten. Die Erfahrung hat jedoch gezeigt, dass sich die Tiere bei großer Hitze nur in ihre Verstecke zurückziehen und bei Regen rasch wieder aktiv werden. Ist die Witterungssituation rund um den Anbau des Rapses und danach feucht, müssen die Bestände regelmäßig kontrolliert werden. Auch bei der Ernte des Getreides kann man schon auf Schnecken achten. Ein grobscholliges Saatbett bietet beste Unterschlupfmöglichkeiten während kurzer Trockenphasen.

Einerseits wandern von Straßenrändern, Böschungen, Brachen aber auch angrenzenden Maisfeldern Nacktschnecken (insbesondere die Spanische Wegschnecke) ein, vielfach finden sich aber auch im Feld selbst kleine, graue und genetzte Ackerschnecken. Zur Kontrolle sollen z.B. nasse Bretter an mehreren Stellen des Feldes mit einigen Schneckenkörnern darunter ausgelegt werden. Bei Vorhandensein von Schnecken soll unmittelbar bis wenige Tage nach der Saat eine Behandlung erfolgen. Schnecken lieben Hohlräume, darum ist im Zuge des Anbaues auf eine Rückverfestigung des Saatbetts zu achten. Zur Behandlung sind metaldehydhältige Produkte und Eisen-III-Phosphat (z.B. Sluxx HP) zugelassen.

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  • Rapsinsektizide PDF 331,02 kB
  • Schneckenkörner PDF 190,57 kB
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