Quecke im Grünland – übers Feld gred´t
Im letzten Herbstaufwuchs ist vielerorts vermehrt die Quecke aufgefallen. Trockenheitsbedingte Lücken haben ihre Ausbreitung vor allem auf gut ausgedüngten Flächen begünstigt.
Die Quecke ist häufig locker in Grünlandbestände eingestreut, kann aber auch dominante Nester bilden. Ihre kräftig grünen bis graugrünen Blätter sind meist locker, die Blattscheiden dichter behaart. Das jüngste Blatt ist gerollt und typisch sind die langen Blattöhrchen. Zudem lässt sich die Pflanze auch am Geruch erkennen: Zwischen den Fingern zerriebene Blätter riechen intensiv nach Weizenblättern. Unterirdisch breitet sich das Gras über lange, weiße und zähe Kriechtriebe aus, die sie so erfolgreich machen. Leider ist ihr Futterwert nur mittelmäßig und auf der Weide bzw. beim Eingrasen wird sie wegen ihres aufdringlichen Geruchs im frischen Zustand nur ungern gefressen.
Eine direkte Bekämpfung ist schwierig, da ein Ausstriegeln aufgrund der unterirdischen Kriechtriebe wenig erfolgversprechend ist. Darüber hinaus ist in Österreich kein Pflanzenschutzmittel zur Bekämpfung der Quecke im Grünland zugelassen. Entscheidend ist daher, durch Nachsaat und standort- sowie nutzungsangepasste Düngung einen dichten, konkurrenzstarken Bestand aufzubauen bzw. zu erhalten.
Achtung bei zukünftigen Neuansaaten: Kreiselegge, Umkehrrotoregge oder Fräse können die Quecke durch ihre austreibenden Wurzelstücke explosionsartig vermehren. Deshalb sollte der Bestand vor einer geplanten Bodenbearbeitung auch auf Quecke kontrolliert werden.