Im Jänner 2026 fiel der Startschuss für das dreijährige Kooperationsprojekt „Praktische Umsetzung der abgestuften Grünlandnutzung in Gunstlagen” (Laufzeit: 2026–2028). Die abgestufte Grünlandnutzung (AGN) soll auf intensiv bewirtschafteten Praxisbetrieben in Oberösterreich, Salzburg und Tirol etabliert und wissenschaftlich evaluiert werden.
Ziel ist die Kombination aus intensiv genutzten Ertragsflächen und extensivierten, artenreichen Blühwiesen, um die Artenvielfalt der Wiesen zu erhöhen, und gleichzeitig die Futterbasis und Nährstoffeffizienz auf den Höfen zu stärken.
Bisheriger Projektverlauf 2026 - das wurde bereits umgesetzt
Seit dem Projektstart wurden in enger Abstimmung zwischen der Forschung, den Beratungsteams und den Betriebsleiter:innen bereits einige Maßnahmen umgesetzt. In Kooperation der Grünlandberater:innen der Landwirtschaftskammern, von BIO AUSTRIA und der ARGE Heumilch wurden 14 Projektbetriebe in den drei Bundesländern (Salzburg, Oberösterreich und Tirol) ausgewählt.
Im Sommer besuchte Walter Starz vom Institut für Biologische Landwirtschaft der HBLFA Raumberg-Gumpenstein alle 14 Projektbetriebe und erhob gemeinsam mit den zuständigen Berater:innen der LKs und von BIO AUSTRIA die Vegetationszusammensetzung auf ausgewählten Grünlandflächen. Das vorgefundene Artenspektrum diente als direkte Entscheidungsgrundlage dafür, welche Flächen für die Extensivierung vorbereitet und wo die Intensivnutzung optimiert werden kann. Ebenso wurde in diesem Sommer auf allen Betrieben ein Insektenmonitoring durch das Umweltbundesamt durchgeführt. Im Juni, Juli und August wurde die Anzahl und Vielfalt der Tagfalter und Heuschrecken dokumentiert.
Für die ertragreichen Wiesen wurden passgenaue Nachsaatmischungen sowie Strategien zur Wirtschaftsdüngerausbringung festgelegt. Im Zuge durchgeführter pH-Schnelltests zeigten sich auf einigen Standorten sehr saure Böden. In Kooperation mit der Firma Bodenkalk, die das Projekt kostenfrei mit Düngekalk unterstützt, wurde auf den betroffenen Betrieben jeweils die halbe Fläche gekalkt. Dadurch entsteht ein direkter Nebeneinander-Vergleich, der den konkreten Einfluss einer Kalkung vor der Neu- oder Nachsaat anschaulich demonstriert.
Ausblick und Mehrwert für die Betriebe
In den kommenden Monaten liegt der Schwerpunkt auf der Pflege der artenreichen Flächen sowie der schlagbezogenen Anpassung des Düngermanagements. Ab der Vegetationsperiode 2027 startet ein Citizen-Science-Programm mit den Landwirt:innen, wo diese die Vielfalt auf ihren Flächen erheben werden. Die Ergebnisse und Praxiserfahrungen fließen kontinuierlich in Schulungen ein und münden am Ende in einen österreichweiten Praxisleitfaden, der der gesamten Landwirtschaft als wertvolles Orientierungswerkzeug zur Verfügung stehen wird.
Praxisnetzwerk & Beratung: Landwirtschaftskammern Oberösterreich, Salzburg und Tirol, BIO AUSTRIA Bundesverband und die Landesverbände OÖ, Salzburg und Tirol sowie die ARGE Heumilch.
Wissenstransfer & Bildung: Österreichisches Kuratorium für Landtechnik und Landentwicklung.