Paula zog den Preisrichter von Anfang an in den Bann
Das vergangene Wochenende stand ganz im Zeichen des Fleckviehs und bot ein umfangreiches Programm: Beginnend am Freitag mit dem internationalen Forum, der 75-Jahr-Feier von Fleckvieh Austria, am Samstagabend mit dem FleckScore-Weltcup, dem Jungzüchterwettbewerb und einer spektakulären Eliteversteigerung bis zum Preisrichten und den Nachzuchtpräsentationen am Sonntag.
Zuschauer aus über 20 Nationen verfolgten begeistert dieses Großereignis in der Berglandhalle in Niederösterreich, wobei Tausende Zuseher via Livestream dabei waren. Als Preisrichter agierte der Rinderzüchter Nikolas Sauter aus Baden-Württemberg, der souverän und mit sicherer Hand die beiden Jungzüchtergruppen sowie die 19 Kuhgruppen rangierte und schließlich die vier Bundessiegerentscheidungen traf. Aus Salzburg nahmen von der Rinderzucht Salzburg und vom Verein der Fleckviehzüchter Salzburgs elf Schaukühe und zwei Jungzüchterinnen am Wettbewerb teil. Weiters wurde ein hochtypisiertes Stierkalb bei der Eliteversteigerung angeboten und zwei Teilnehmer nahmen am sogenannten FleckScore-Weltcup teil.
FleckScore-Weltcup und Jungzüchter
Am Samstagabend wurden nach der offiziellen Eröffnung und dem Einzug der Abordnungen aus den Bundesländern drei Nachzuchtgruppen der Stiere GS Deluxe, Mahindra PS und Wintertraum präsentiert. Die Töchter unterstrichen die Vererbungsstärken dieser drei Stiere. Sie alle zeigten sich sehr exterieurstark und leistungsfähig. Im Anschluss fand mit dem Jungzüchterwettbewerb ein erster Höhepunkt dieses fulminanten Schauwochenendes statt. Die Salzburger Farben vertraten die beiden Jungzüchterinnen Lena Premm aus St. Georgen (VFS) und Katharina Schwaiger aus Rauris (RZS). Die 25-jährige Lena Premm gewann in einem hochkarätigen Bewerb den Reservesiegertitel im Vorführen und erreichte ebenfalls den 2. Platz im Typbewerb in ihrer Gruppe. Beim FleckScore-Weltcup nahmen aus Salzburg die beiden Jungzüchter Florian Brudl aus Straßwalchen (VFS) und Samuel Gruber aus Saalfelden (RZS) erfolgreich teil. In diesem Wettbewerb mussten die Teilnehmer jeweils fünf Kühe nach dem sogenannten „FleckScore-System“ bewerten.
Eliteversteigerung als Höhepunkt des Abends
Der abschließende Höhepunkt dieses stimmungsvollen Abends war die Versteigerung von 14 weiblichen Elitetieren, darunter drei leistungsstarke Jungkühe aus dem Schaukontingent, sieben männlichen Kandidaten und sieben Embryonenpaketen aus topaktuellen Spitzenpaarungen. Für einen äußerst spannenden Versteigerungsverlauf sorgte Auktionator Reinhard Pfleger, Geschäftsführer von Fleckvieh Austria, der mit viel Schwung und Enthusiasmus die Tiere versteigerte. Aus Salzburg wurde ein hochtypisiertes, reinerbig hornloses Stierkalb (V. Hochkarat PP, MV. Heiss) mit extrem starken Zuchtwerten im Exterieur und einem sehr ausgeglichenen Vererbungsprofil vom Betrieb Hermann Esterbauer, Oberklamm aus St. Veit (RZS), angeboten. Dieses drei Monate alte Kalb wurde für 16.000 € von der Besamungsstation Genostar angekauft.
Salzburger Kühe erfolgreich
Der Sonntag stand ganz im Zeichen der schönsten Fleckviehkühe aus ganz Österreich. Die ausgestellten Kühe überzeugten durch hervorragende Euter, beste Fundamente und durch ihre Leistungsbereitschaft. Die beiden Salzburger Rinderzuchtverbände RZS und VFS nahmen mit insgesamt elf Kühen an Richtwettbewerb teil und waren mit ihren Kühen sehr erfolgreich. Die sehr ausgeglichene, komplette Kuh „SANORA“ (V: GS Mydarling) von Christoph Gruber, Hansengut aus Saalfelden (RZS) setzte sich in einer unglaublich starken Gruppe an Drittkalbskühen durch. Sie überzeugte vor allem in der Euterhöhe und Euteranbindung, in der Korrektheit im Körperbau und mit einem hervorragenden Fundament.
Ebenfalls vom souveränen Preisrichter zur Gruppensiegerin erkoren wurde die extrem euterstarke Kuh „NELLY“ (V: GS Der Beste) von Martin Hollaus, Moosen aus Wald im Pinzgau (RZS). Diese elegante Drittkalbskuh setzte sich durch ihr ideal gewinkeltes, sehr feines Fundament und durch ihr sehr drüsiges Euter gegen starke Konkurrenz durch. Der große Höhepunkt aus Salzburger Sicht war sicherlich die Entscheidung bei den Dauerleistungskühen mit sieben und mehr Abkalbungen. „In der Königsklasse stehen neun absolute Topkühe in der Arena, die es allesamt verdient hätten, am Podest zu stehen“, begeisterte sich der Preisrichter. Kein Weg führte an der Siebtkalbskuh „PAULA“ (V: Hugoboss) von Andreas Übetsroider, Kletzlberger aus Nußdorf (VFS), vorbei. „PAULA“ zog den Preisrichter von Anfang an in den Bann. Vor allem ihr breites, sehr hohes Schenkeleuter und ihre sehr gute Eutereinbindung brachten ihr den unangefochtenen Gruppensieg in der Königsklasse.
Im anschließenden überwältigenden Finale der alten Kuhgruppen standen sechs Kühe im Ring. Der Championtitel ging verdient, sehr zur Freude des Züchters, an die Hugoboss-Tochter „PAULA“ vom Betrieb Übetsroider aus Nußdorf. Dies ist einer der größten Erfolge einer Salzburger Fleckviehkuh auf einer nationalen Schau.
Weitere erfolgreiche Salzburger Kühe
- STERNCHEN (V: Mahindra PS, 1 Abk.) von Elisabeth und Franz Grössinger, Oberhausen, Eugendorf (VFS), 4. Platz
- KIMBERLY (V: GS Zio, 1 Abk.) von Regina Bernsteiner, Maidlgut, Piesendorf (RZS), 3. Platz
- GUNDI (V: Hilfinger, 1 Abk.) von Julia und Anton Ganitzer, Andex aus Großarl (RZS), 4. Platz
- IRINA (V: Wintertraum, 1 Abk.) von Wilhelm Hutter, Eisenhof, Altenmarkt (RZS), 5. Platz
- HAWAI (V: Edelstein, 3 Abk.) von Katharina und Andreas Mair, Boaleiten, Bramberg (RZS), 3. Platz
- ALMFEE (V: Herzpochen, 5 Abk.) von Elisabeth und Johann Fersterer, Egger, Maria Alm (RZS), 3. Platz
- ALFA (V: Manigo, 6 Abk.) von Rupert Viehhauser, Schwab, Kleinarl (RZS), 3. Platz
- BIBI (V: GS Vollwert, 9 Abk.) von Elisabeth und Franz Grössinger, Oberhausen, Eugendorf (VFS), 5. Platz