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Omas Hausmittel: Vergessenes Wissen für ein gesundes Leben

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08.01.2026 | von Rosemarie Haider, Dipl. Ernährungsberaterin, Gastrosophin

Unsere Natur ist eine wahre Schatzkiste mit einer Vielzahl an Kräutern und Heilpflanzen, die seit jeher bei zahlreichen Beschwerden Linderung verschaffen können. Besonders im Alpenraum wurde dieses Wissen über heilsame und wohltuende Kräuter über Jahrhunderte von Generation zu Generation weitergegeben.

IMG_3745.jpg © Haider
© Haider
Krankheiten wurden früher nicht sofort als eine unmittelbare Bedrohung gesehen, sondern als ein Teil des Lebens, den man mit einfachen, natürlichen Mitteln unterstützen konnte. Zu diesen Mitteln gehörten auch die altbekannten Hausmittel, deren Zutaten, wie der Name schon sagt, oft im Haushalt zu finden waren. Es gibt viele Lebensmittel, deren Inhaltsstoffe auch zu Heilzwecken genutzt werden, wie zum Beispiel Honig, Essig, Eiklar, Kren oder Ingwer, Schnaps, Schweineschmalz und Salz. Früher war das Wissen über Heilpflanzen, Wickel und Tees fester Bestandteil des Alltags. Heute scheint vieles davon verloren gegangen zu sein. Mit der Industrialisierung der Medizin und dem rasanten Fortschritt der Pharmazie haben wir Verantwortung und Vertrauen zunehmend an Medikamente und Fachwissen abgegeben. Natürlich ist das ein großer Fortschritt, denn moderne Medizin rettet täglich Leben und lindert Leiden, die früher unheilbar waren. Doch gleichzeitig hat sich unsere Haltung verändert. Wir erwarten schnelle Lösungen in Tablettenform und verlernen dabei, unseren Körper zu beobachten, seine Signale zu deuten und einfache Maßnahmen selbst umzusetzen.

Bewusstsein für Selbstfürsorge fördern

Das alte Naturwissen war bestimmt nicht unfehlbar, aber es war Ausdruck eines achtsamen Umgangs mit sich selbst und der Umwelt. Hausmittel fördern das Bewusstsein für Selbstfürsorge, etwas, was heute oft hinter Effizienz, Zeitdruck und Bequemlichkeit verschwindet. Wer sich wieder auf solch einfache, natürliche Methoden besinnt, übernimmt ein Stück Eigenverantwortung für die eigene Gesundheit und stärkt gleichzeitig die Verbindung zur Natur und dem eigenen Körper. Es geht nicht darum, die moderne Medizin abzulehnen, sondern ein gesundes Gleichgewicht zwischen Wissen und Intuition, Wissenschaft und Erfahrung, Pharmaindustrie und Naturheilkunde zu finden. Es wäre so einfach, seine eigenen Mittel für die Hausapotheke zu produzieren, denn Hausmittel werden erst dann zu Heilmittel, wenn man ihre Wirkung kennt. Dazu gehören auch die passenden Zubereitungen und ein Grundwissen über genaue Dosierung. Großmutters Hausmittel erinnern uns daran, dass Heilung oft dort beginnt, wo wir Vertrauen, Geduld und ein bewusstes Mindset miteinander verbinden.

Vorbeugen ist besser als heilen

Krankheiten begleiten uns Menschen seit Anbeginn. In einer Zeit, die geprägt ist von Hektik, Fehlernährung, Bewegungsmangel und ständigem Leistungsdruck, bleibt vielen kaum noch Raum, krank zu sein. Dank der modernen Medizin lassen sich viele Krankheiten heute schnell und routinemäßig behandeln. Der rasche Griff zum Antibiotikum oder zur Tablette scheint bequem und unkompliziert und öffnet den einfachsten Weg, um möglichst bald wieder zu „funktionieren“. Anstatt jedoch darüber nachzudenken, wie man Krankheiten vorbeugen und die körpereigenen Selbstheilungskräfte stärken kann, wird häufig nur gehandelt, anstatt die Ursache zu suchen und diese zu behandeln. Krankheiten sind letztlich Symptome, die für ihre Heilung vor allem eines brauchen: „Zeit“. Auch mit einem gesunden Lebensstil kann man viel dazu beitragen, gar nicht erst krank zu werden. Wichtige Faktoren sind dabei viel frische Luft und Sonnenlicht gerade jetzt im Winter, bewusste Ernährung, ausreichend Bewegung, Entspannung und erholsamer Schlaf sowie eine mentale Ausgeglichenheit und eine positive Lebenseinstellung. Denn: „Es gibt viele Krankheiten – aber nur eine Gesundheit.“

Erkältungsbad

500 g Meersalz in ein Glas geben und einige zerkleinerte Tannen- oder Fichtennadeln, Thymian, Holler- oder Lindenblüten, etwas Basenpulver, 10 Tropfen Eukalyptusöl und Pfefferminze-Öl zugeben und gut schütteln. Anwendung 4 EL Badesalz in das fließende warme Wasser geben. Wirkt entspannend und wohltuend für die Schleimhäute. Mit diesem Salz kann man bei Erkältung auch sehr gut inhalieren.

Omas Zwiebelschmiere

  • 1 bis 2 Zwiebeln fein hacken, in Schweinschmalz (oder anderem Fett) anschwitzen, etwas abkühlen lassen.

Anwendung
Noch warm auf Brust und Rücken einreiben. Vorgewärmtes Baumwolltuch darübergeben und warmhalten (eventuell mit Wärmeflasche, Kirschkern-Sackerl oder Erdäpfel-Wickel nachhelfen). Bei Husten und bronchialen Infekten warme Zwiebelmasse auf ein Geschirrtuch streichen, zusammenschlagen und auf die Brust auflegen. Mit Handtuch und Wolldecke abdecken und einziehen lassen.

Johanniskraut-Öl

  • 5 bis 6 EL frische oder angetrocknete Johanniskrautblüten
  • ¼ Liter Jojoba- oder Olivenöl

Zubereitung
Johanniskrautblüten und Knospen quetschen, bis rote Farbe austritt. Diese in einem Schraubglas mit entsprechendem Öl übergießen und ausziehen lassen, bis das Öl eine tiefrote Farbe hat. Dabei das Glas öfter schütteln.

Anwendung 
Bei Sonnenbrand, leichten Verbrennungen ohne Blasenbildung, bei Nervenschmerzen, zur Wund- und Narbennachbehandlung, bei Erfrierungen, Juckreiz und trockenen Händen.

Heiße Zitrone

  • ½ Liter Wasser
  • Vanillezucker
  • 1 Zweig Thymian
  • 1 Zweig Zitronenmelisse
  • 1 Zweig Minze
  • evtl. eine Scheibe Ingwer
  • Saft von 3 Bio-Zitronen
  • 2 bis 3 TL Honig

Zubereitung
Wasser mit Vanillezucker und evtl. Ingwer erhitzen, aber nicht kochen. Topf vom Herd ziehen, die Kräuter zufügen und auf 50 bis 60 °C abkühlen lassen. Zitronensaft und Honig in eine große Tasse geben und mit Kräuterwasser aufgießen.

Anwendung
Schluckweise bei einem Anflug von Erkältung oder Grippe trinken.
20220218_142132.jpg © Haider

Kren-Honig

Ein verschließbares Glas (100 ml) bis zur Hälfte mit geriebenem Kren befüllen und danach gleich bis zum Glasrand mit Bio-Honig bedecken, damit die flüchtigen Scharfstoffe nicht an der Luft verduften. Nach einem Tag ist der Krenhonig bereits zur Anwendung fertig. Je länger dieser steht, desto milder wird der Geschmack.

Anwendung
Bei den ersten Anzeichen einer Erkältung oder Halsreizung Krenhonig mehrmals am Tag teelöffelweise einnehmen.

Hustentee

  • 20 g Anis
  • 20 g Fenchel
  • 20 g Spitzwegerich
  • 20 g Thymian
  • 10 g Eibisch
  • 10 g Salbei
  • evtl. 10 g Schlüsselblume

Zubereitung
Alle Zutaten gut in einem Gefäß vermischen. Nun Wasser kochen und damit die Kräuter übergießen. Der Tee sollte 10 bis 15 Minuten zugedeckt ziehen, abseihen und evtl. mit Honig süßen. Dieser Tee wirkt sehr schleimlösend und fördert das Abhusten.
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