Nachsaaten im August: Der Lückenschluss nimmt Formen an
Vor allem Untergräser sind im trockenen Sommer im Grünland ausgefallen. Solche Lücken galt es in den vergangenen Wochen zu schließen, damit sich Arten wie die ausläufertreibende Gundelrebe oder die trockenheitstolerante Schafgarbe nicht weiter ausbreiten können.
Die Fotos zeigen eine geschädigte Fläche, die im August durch aggressives Striegeln geöffnet wurde. Das ausgestriegelte Material wurde anschließend abtransportiert. Seit nunmehr ein bis zwei Wochen lässt sich ein guter Aufgang der Nachsaat beobachten. Die durchgeführte Schlitzsaat hat im Sommer Vorteile, da vorhandenes Bodenwasser besser genutzt werden kann. Dabei darf das Saatgut keinesfalls tiefer als einen Zentimeter abgelegt werden. Zu tiefe Saat führt zu Keimproblemen oder schwachen Pflanzen, da die jungen Pflanzen einen Halmheber ausbilden müssen, um überhaupt die Erdoberfläche zu erreichen. Zum guten Feldaufgang trägt darüber hinaus der Einsatz einer Profilwalze bei. Auf eine Düngung wurde verzichtet, weil dadurch vor allem der Altbestand gefördert werden würde.
Mischungen mit hohem Anteil an Englischem Raygras besitzen eine hohe Konkurrenzkraft, da es sich rasch entwickelt. Mittlere bis späte Sorten und winterharte Sorten sind vorteilhaft, da sie nicht so schnell auswachsen bzw. länger im Bestand bleiben. Längere, kühlere Nächte und Morgentau bieten im Spätsommer grundsätzlich gute Bedingungen für die Nachsaat. Ab Mitte September steigt jedoch das Risiko, dass sich die Nachsaat vor dem Winter nicht mehr ausreichend entwickelt. Stärkere erste Fröste im Oktober können die jungen Keimlinge zusätzlich schädigen. Ab dem Dreiblattstadium sind die Pflanzen dann deutlich widerstandsfähiger.
Trockenheitstolerante Arten wie Knaulgras und Rotklee können dazu beitragen, die Bestände zukunftsfitter zu machen. Bei fünf oder mehr Nutzungen und entsprechender Düngung kommen auch Wiesenschweidel und Rohrschwingel als geeignete Arten infrage.