Nach den natürlichen Bedürfnissen der Tiere gebaut: Grabnerbauer in Bergheim
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Die Urgroßeltern der heutigen Betriebsführerin Monika Kainzner kauften Anfang des 20. Jahrhunderts den Hingererhof. Der Hof stand lange für Braunviehzucht. 1978 wurde der Grundstein für das Heute gelegt. Die ersten Pferde der Nachbarn kamen als Einsteller. Monikas Mutter hatte schon damals eine Affinität zu Pferden. Aus der Neigung wurde Schritt für Schritt ein Schwerpunkt: immer mehr Einsteller, immer mehr Pferdewirtschaft.
Als Monika den Hof übernahm, standen rund 20 Einstellpferde im baufälligen Altbestand. Zehn Jahre lang stemmte sie die Arbeit am Hof neben ihrem Beruf. Dann stand die große Frage im Raum: aufhören oder investieren? „Aus Liebe zur Arbeit mit den Huftieren und mit viel Idealismus kam ich nach reiflicher Überlegung zum Schluss: Ich packe an“, sagt Monika. Vor genau drei Jahren zog sie mit rund 13 Einstellpferden in die neuen Stallungen ein. Das Bauprojekt wurde auch durch außerlandwirtschaftliche Einnahmen möglich.
Neuer Aktivstall
Der Neubau ist als Aktivstall in Gruppenhaltung nach dem HIT-System konzipiert. Bewegungsfreiheit, Sozialkontakt und die Einzeltierfütterung per Chip haben Vorrang. Grund- und Kraftfutterrationen werden tierindividuell dem Alter, der Rasse und der Leistung angepasst. Die Futterstationen liegen getrennt. So bewegen sich die Tiere automatisch mehr. Als Grundfutter werden Heu und Haferstroh angeboten. Über die Kraftfutterstationen kommen Hafer und Wiesenflakes dazu. Hier gibt es auch die sogenannte Seniorfütterung: Tiere mit Heustauballergie oder alte Pferde, die kein Heu mehr fressen können, bekommen Brei. Chips zeichnen die Bewegungsaktivität auf. Weichen die Werte ab, lassen sich Erkrankungen früher erkennen. Beide Gruppen haben ganzjährig je 1.250 m² Auslauf – auf besandetem Untergrund mit Gummimattenbasis. In der Vegetationszeit erweitert eine gelenkte Weideführung ihren Aktionsradius.
„Ich verstehe mich als Dienstleisterin. Ich gebe den Pferdebesitzern die Möglichkeit, ihren Tieren eine artgerechte Gruppenhaltung zu bieten“, sagt die Betriebsführerin und stellt klar: „Neben der Liebe zu den Tieren muss man offen für Menschen sein. Genau das ist mein Leben!“
Auf dem Reitplatz und im Roundpen organisieren die Pferdebesitzer selbstständig Unterrichtseinheiten und Pferdetrainings.
Betriebsspiegel
Betrieb: Fläche: 6 ha mehrmähdiges Grünland, davon ca. 6.000 m2 Dauerweide; Tiere: 13 Einstellpferde (Warmblut, Isländer, Haflinger, Trakehner, Quaterhorse), 40 Hühner
Betriebsführerin: Monika Kainzner (59), Absolventin der Fachschule für wirtschaftliche Berufe, Abendgymnasium für Berufstätige, ehem. Büroangestellte
Adresse: Monika Kainzner, Grafenholzweg 3, 5101 Bergheim, Tel. 0664/75086570