Die Gadauner Hochalm oberhalb von Bad Hofgastein zählt zu den eindrucksvollsten Almgebieten im Gasteinertal. Mit einer Fläche von 1.047 Hektar gehört sie nicht nur zu den größten Almen der Region, sondern beeindruckt vor allem durch ihre abwechslungsreiche Landschaft, die gepflegten Weideflächen und die imposante Bergkulisse. Die Agrargemeinschaft Gadauner Hoch- und Angergrundalpe besteht aus insgesamt 14 Mitgliedern. 13 landwirtschaftliche Betriebe und die Gasteiner Bergbahnen tragen gemeinsam Verantwortung für dieses große Almgebiet. Vier Bauern treiben ihre Milchkühe auf die Gemeinschaftsweide auf, insgesamt verbringen 56 Milchkühe den Sommer auf der Alm. Dazu kommen rund 160 Stück Jungvieh sowie Pferde, die auf den weitläufigen Flächen beste Bedingungen finden.
Seit mittlerweile 2002 steht Michael Sendlhofer der Agrargemeinschaft als Obmann vor. Er kennt die Alm seit seiner Kindheit und weiß genau, wie wichtig es ist, Tradition und Weiterentwicklung miteinander zu verbinden. Seine hofeigene Feldinghütte erzählt genau diese Geschichte. Im Jahr 1987 errichteten seine Eltern die Almhütte neu. Für viele war ein moderner Neubau zu dieser Zeit noch keine Selbstverständlichkeit. Für Michael und Anna hingegen war es eine Investition in die Zukunft. „Es war immer ein Lebenstraum von uns, eine für die damalige Zeit moderne Almhütte zu bauen. Ein gewisser Komfort ist auf der Alm für den Fortbestand genauso wichtig“, so Michi. Diese Einstellung zieht sich wie ein roter Faden durch den Betrieb. Erst im vergangenen Herbst investierte er deshalb in einen Zubau mit einem neuen Melkstand. „Meine Schwester Annemarie betreut gemeinsam mit ihrer Familie die Alm mit den 15 Milchkühen. Die Almwirtschaft darf keine schwere körperliche Arbeit sein. Nur so bleibt sie auch in Zukunft attraktiv“, erklärt Michael.
Während Annemarie den Sommer auf der Alm verbringt und sich um alles kümmert, übernimmt Michael am Hof die Weiterverarbeitung der wertvollen Almmilch. Dafür wurden im Jahr 2020 eigene Verarbeitungsräume errichtet. Es entstehen hochwertige Schnittkäsesorten, Butter und cremiger Camembert, der beim Felding mittlerweile eine lange Tradition genießt. Doch die Produktvielfalt endet nicht bei den Milchprodukten. Michael ist gelernter Metzger und bringt dieses Handwerk gekonnt in den Familienbetrieb ein. Besonders gefragt sind die Wild- und Rinderhauswürstel, dazu kommen Geräuchertes und würziger Speck. „Was auf den Tisch kommt, stammt fast ausschließlich aus eigener Erzeugung“, darauf ist Annemarie stolz, die sogar das Brot auf der Alm bäckt.
„Gerade auf einer Gemeinschaftsalm wie der Gadauner Hochalm zeigt sich, wie wichtig das Miteinander ist. Die Mitglieder der Agrargemeinschaft ziehen an einem Strang, kümmern sich gemeinsam um Wege, Zäune, Wasserleitungen und Weidepflege. Nur durch dieses gemeinsame Engagement kann ein Almgebiet dieser Größenordnung nachhaltig bewirtschaftet werden“, so der Obmann und Almbauer Michael.
Ausgangspunkt ist der Parkplatz Skizentrum Angertal in Bad Hofgastein. Von dort führt ein gut markierter Almweg durch das weitläufige Almgebiet der Gadauner Hochalm. Nach rund 1½ bis 2 Stunden Gehzeit erreicht man die Feldinghütte auf 1.841 Metern Seehöhe. Ein sehr beliebter und landschaftlich abwechslungsreicher Zustieg beginnt bei der Alpenpension Lackenbauer im Angertal bei Bad Hofgastein. Direkt hinter dem Haus führt der markierte Steig in den Bergwald hinein und weiter über die Nesslachalm in Richtung Thaler-Mahder-Hütte.
Gehzeit ca. 2 h.
Kontakt Feldinghütte: Familie Michael Sendlhofer Feldinggut Feldingweg 17 5630 Bad Hofgastein