Mit neuem Laufstall zurück zum Schwerpunkt Milch: Treindlbauer Fuschl am See
Im Ellmautal im Gemeindegebiet von Fuschl liegt der Treindlbauer, der bereits seit dem Jahr 1792 im Besitz der Familie Leitner ist. Auf dem Biobetrieb wurden seit jeher Milchkühe gehalten. Daneben spielte auch die Vermietung eine große Rolle. Mit der Hofübernahme durch Sohn Johannes und einem Stallneubau rückte nun die Milchwirtschaft wieder in den Fokus. „Den Schwerpunkt auf die Milchwirtschaft zu setzen, war immer schon ein Traum von mir“, erzählt der Jungbauer, der den Betrieb mit seiner Frau Theresa seit dem Jahr 2020 bewirtschaftet.
Vom Traum zum neuen Laufstall
Vertrieb bei der Firma Palfinger begann er bereits im Jahr 2016 mit der Planung, wobei er sich von vielen Stallbesichtigungen inspirieren ließ. Baubeginn war schließlich im April 2021 und schon mit Ende desselben Jahres konnten die Kühe in den neuen Stall einziehen. In der Zwischenzeit wurden die zehn Milchkühe noch im alten Anbindestall weitergemolken. Im Neubau werden mittlerweile 31 Kühe gehalten, ausgelegt ist der Stall für 45 Tiere. Die Grundplanung des Stalls stammt von Johannes selbst: „Dabei habe ich mich in den Arbeitsalltag hineinversetzt und mir die täglichen Abläufe vorgestellt – alles sollte mit nur wenigen Handgriffen und Schritten zu erledigen sein.“ Auch Luft und Licht waren wichtige Kriterien. Deshalb verzichtete man auf eine Stalldecke, während die Seitenwände zum Großteil mit Curtains ausgestattet sind. Ein gebrauchter Melkroboter (Bj. 2009) bringt der Familie mehr Flexibilität sowie Arbeitsersparnis und schafft die Möglichkeit, den Fokus vermehrt auf das Management und die Tiergesundheit zu legen. Für sein Stallbauprojekt wurde der Treindlbauer von der SalzburgMilch mit dem zweiten Platz in der Kategorie „Tierwohl bei der Milchkuh“ im Jahr 2023/24 ausgezeichnet. Besonders bei den Kälbern und in der Abkalbebox wurde viel Platz geschaffen. Auch die Laufgänge mit der Schrapperentmistung wurden breiter als vorgeschrieben gebaut.
Gesunde Kühe bringen Höchstleistung
Durch laufende Verbesserungen im Stall sowie im Grünland und bei der Fütterung konnte der Stalldurchschnitt von 7.500 l auf über 10.000 l angehoben werden. Darauf ist die Familie besonders stolz – auch wenn die Milchleistung nicht unbedingt das Hauptaugenmerk ist. „Am wichtigsten ist uns die Gesundheit und die Langlebigkeit unserer Kühe. Wir haben einige Tiere im Stall, die bereits in der sechsten oder siebten Laktation sind“, so die Familie. Für den Viehbestand wird jedoch nicht auf die eigene Nachzucht zurückgegriffen. Hier arbeitet die Familie mit einem Partnerbetrieb zusammen, von dem die Kühe bereits laktierend und an den Melkroboter gewöhnt zugekauft werden. Die Belegung erfolgt deshalb ausschließlich mit Weißblauem Belgier. Über einen Futtermischwagen wird den Kühen eine aufgewertete TMR, bestehend aus zwei Dritteln Grassilage und einem Drittel Maissilage sowie Kraftfutter, vorgelegt. Das restliche Leistungsfutter wird den Kühen in individueller Menge je nach Bedarf über den Melkroboter angeboten.
Gute Ergänzung durch Forst und Vermietung
Seit 2022 hat Johannes zudem das forstdienstliche Unternehmen seines Vaters übernommen, das bereits seit 40 Jahren besteht. Sein Forstunternehmen „Holzschlägerungen Johannes Leitner“ als Nebenerwerb und die Milchwirtschaft ergänzen sich auf dem Betrieb optimal.
Auch die Vermietung ist mittlerweile nicht mehr vordergründig. Mutter Irene führt diesen Betriebszweig nach wie vor mit viel Leidenschaft. Eine Ferienwohnung sowie zwei Doppelzimmer werden weiterhin an treue Stammgäste vermietet.
Betriebsspiegel
Familie: Johannes Simon Leitner (33), HBLA-Ursprung-Absolvent, Landesobmann-Stellvertreter der Salzburger Jungbauern (Bauernbund), Zentralausschuss-Mitglied der Flachgauer Brandnothilfe und Orts-Obmann; Theresa Leitner (32), Diplomrechtspflegerin; Johannes Leopold (2,5 Jahre); Sarah Magdalena (1 Monat); Altbauersleute Josef (65) und Irene (63)
Betrieb: Bio-Milchviehbetrieb mit Vermietung; 32 ha Grünland (davon 11 ha Eigenfläche, wovon 6 ha Naturschutzfläche sind), der Rest ist gepachtet, 4 ha Wald, 35 ha Alm (Genossenschaftsalm Pillstein); Vieh: 31 Milchkühe der Rasse Fleckvieh; Mitglied bei: VFS, LKV, Bio Austria, Naturland, SalzburgMilch-Lieferant; forstdienstliches Unternehmen „Holzschlägerungen Johannes Leitner“