Mit Galloways und neuem Stall in die Zukunft: Stauchgut in Eben
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Auf rund 1.140 Metern Seehöhe liegt das Stauchgut. Julia und Josef Glatzhofer bewirtschaften den Betrieb seit rund drei Jahren. Bis 2018 beherbergte der alte Stall rund fünf Milchkühe mit Nachzucht. „Uns beiden war von Anfang an klar, dass wir die Landwirtschaft fortführen möchten und so meine Heimat, in der ich aufgewachsen bin, erhalten bleibt“, erklärt Julia. Weil der Arbeitsaufwand im alten Stall hoch, ein Umbau in der beengten Lage nur schwer umsetzbar war und sich wenig mechanisieren ließ, entschieden sich die künftigen Betriebsführer für einen Neubau des Stallgebäudes – und zeitgleich für die Umstellung auf Mutterkuhhaltung mit Gallowayrindern. „Die robuste, kleinrahmige Fleischrasse gefiel uns schon immer. Zugleich schont sie die Grasnarbe unserer Bergmähder“, begründen Julia und Josef ihre Rassenwahl.
In der Planungsphase setzten sie auf punktuelle arbeitswirtschaftliche Mechanisierung, hohes Tierwohl und ein möglichst kostengünstiges Gebäude. Der Neubau entstand 2023 in Leimbinderbauweise, im Innenraum ohne Säulen. Ein Heukran auf der Mittelachse erreicht jeden Punkt im Stall. Als Liegeboxensystem wählten sie sogenannte Maxi-Boxen – eine Hybridlösung zwischen Hoch- und Tiefbox. Die Entmistung übernimmt ein Schrapper, der in die neue Güllegrube führt – sie dient zugleich als befestigter Auslauf für die Mutterkuhherde. Ein Festmistsystem schied wegen der steilen Bergmähder aus. Ein einfaches Pultdach mit Dachpappe senkte die Kosten. Im vorderen Drittel des Gebäudes liegt die Heubergehalle. Für eine künftige Heubelüftung sind bereits Vorbereitungen getroffen worden. Neben einem Heubunker befindet sich dort ein platzsparender Hochsilo.
Die Anpaarung erfolgt mit einem reinrassigen Gallowaystier. Im Frühjahr steht dieser im Deckeinsatz. Die Kalbungen finden saisonal im Spätherbst statt. „Der persönliche Kontakt von uns zu den Mutterkühen und Kälbern ist uns sehr wichtig. Deshalb kalben die Tiere im Stall“, sagt Josef.
Betriebswirtschaftlich setzt man in nächster Zeit auf den Aufbau einer reinrassigen Gallowayherde und einen sanften Direktvertrieb. Familiär ist den beiden Bauersleuten wichtig, dass ihren drei Töchtern das Gespür für Heimat, für die Landwirtschaft und für die Verbundenheit mit der Natur vermittelt wird.
Betriebsspiegel
Familie: Julia (35), landw. Facharbeiterin, zukünftige Betriebsführerin, gel. Friseurin, derzeit pädagogische Zusatzkraft im Kindergarten; Josef (37), gel. Installateur, derzeit Techniker; Annalena (10); Hanna (7); Marie (4); Altbauern Emma (55) und Rupert Promok (65)
Betrieb: Bio-Mutterkuhhaltung, Galloway-Zucht, Lämmerproduktion und Direktvermarktung im Nebenerwerb; 5 ha Mähweide, davon 2 ha dreimähdig und 3 ha zweimähdig, 10 ha Hutweide; 8 ha Wald; Weiderecht am Gerzkopf (Schafe); Vieh: 7 Mutterkühe, 6 Kalbinnen, 4 Kälber; 13 Mutterschafe, 15 Lämmer; 12 Hühner, 2 Hunde