Mähen oder zuwarten? - Übers Feld g´redt
Sonntag und Montag brachten vielerorts leider wieder nicht die erhofften Regenmengen. Die Böden sind bis in tiefere Schichten trocken und auch die anhaltende Hitze wird das Grünland kaum zum Wachsen bringen. Damit stellt sich die Frage: Jetzt mähen oder noch warten?
Wer jetzt mäht, sichert sich die bessere Grundfutterqualität. Mit jedem weiteren Tag nimmt diese ab. Gleichzeitig schützt ein höherer Bestand Boden und Pflanzen. Die geschlossene Grasnarbe beschattet den Boden und hält ihn an heißen Sommertagen oft um bis zu 20 °C kühler als frisch und tief gemähte Flächen, wo die Sonne bis zum dunklen Boden vordringt. Dadurch wird die Verdunstung verringert und die letzten Wasserreserven werden geschont.
Besonders flachwurzelnde Gräser leiden nach der Mahd unter Hitze und Trockenheit und können regelrecht „ausbrennen“. Auch das Bodenleben, das für die Umsetzung der Nährstoffe aus dem Humus und den Wirtschaftsdüngern verantwortlich ist, wird durch hohe Temperaturen zusätzlich belastet.
Aus Sicht der Bestandesschonung spricht derzeit einiges dafür, mit der Mahd noch den einen oder anderen Tag zuzuwarten – auch wenn dabei Einbußen bei der Grundfutterqualität in Kauf genommen werden müssen. Bleibt vor und nach der Ernte auf flächendeckende, nicht allzu heftige Gewitterregen zu hoffen, damit sich das Grünland mit einer leistungsfähigen Bestandeszusammensetzung und wenig Verunkrautung gut für den
Herbst entwickeln kann.