Heimatdichter als Chronist seiner Zeit
Geschichten aus dem Schöffleutmilieu
Heimatdichter leben mitten in der Gesellschaft und sie beschreiben ihr erlebtes Umfeld, oft auch sehr persönlich erfahrene Emotionen.
In Oberndorf wurde vor genau 150 Jahren, am 28. Juli 1876, der Heimatdichter und Schriftsteller Michael Gundringer geboren. Er schilderte das Leben in der Schiffergemeinde, deren Handwerk es im ausgehenden 19. Jahrhundert bereits nicht mehr gab, aber deren Kultur noch gelebt wurde. Als Literaturform wählte er vor allem Theaterstücke, Bücher und Zeitungen.
In Oberndorf wurde vor genau 150 Jahren, am 28. Juli 1876, der Heimatdichter und Schriftsteller Michael Gundringer geboren. Er schilderte das Leben in der Schiffergemeinde, deren Handwerk es im ausgehenden 19. Jahrhundert bereits nicht mehr gab, aber deren Kultur noch gelebt wurde. Als Literaturform wählte er vor allem Theaterstücke, Bücher und Zeitungen.
Frühe Kindheitserinnerung Thomas Bernhards
Beim großen österreichischen Schriftsteller Thomas Bernhard findet sich eine frühe Kindheitserinnerung an eine Theateraufführung beim alten Bräuwirt in Seekirchen. Der Theatersaal, in dem Bernhard mit sechs Jahren sein erstes Theaterstück sah, existiert nicht mehr. Stark hatte dieser die Aufführung des Stücks „Entfremdet“ von Michael Gundringer unter der Leitung von Ludwig Sturmayer, seines Onkels, beeindruckt: „Auf der Bühne war ein vollkommen nackter Mann an einen Baumstamm gefesselt und er wurde ausgepeitscht. Als die Szene zu Ende war, klatschte der ganze Saal und die Leute schrien vor Begeisterung (...). Immerhin meine allererste Szene auf dem Theater war eine fürchterliche“, so Bernhard.
56 Theaterstücke verfasst
Der Oberndorfer Heimatdichter und Schriftsteller Michael Gundringer lebte an der zeitlichen Schnittstelle, die vom Niedergang der Salzachschifffahrt bis ins vergangene Jahrhundert reichte. Er kam aus der Mitte der Oberndorfer Schöffleute und schöpfte aus dem eigenen Wissen um die Gepflogenheiten und Bräuche dieser Zeit. Er war ein unermüdlicher Erzähler und hat sein Wissen in vielen literarischen Formen formuliert, vor allem in 56 Theaterstücken, die in der Tradition des alten Schiffertheaters aufgeführt wurden.
Herausragende Theaterstücke
Gundringers bevorzugte Literaturfelder war die Dramatik und die Komödie, mit denen er vor allem Geschichten aus dem Schöffleutmilieu und aus der Heimat erzählte. Herausragende Theaterstücke sind „Die schöne Pfößin unterm Berg“ und der „Pfleger von Weitwörth“, welche das aufrechte Handeln der Schiffer gegenüber ihrem Landesherrn zum Inhalt haben. In Epik arbeitete der Schriftsteller z. B. seine eigenen Jugenderlebnisse als lediges Kind auf. In mehr als tausend Versen und Aufsätzen, zahlreichen Büchern verarbeitete er sein Wissen.
Beachtenswert ist seine frühe Veröffentlichung der Entstehungsgeschichte von „Stille Nacht!“ im Jahre 1930, wohl die erste in Buchform. Die Versform widmete er der Anlassdichtung, wie etwa bei örtlichen Festen oder auch persönlichen Jubiläen. Als eine „Hymne an Oberndorf“ kann das Gedicht über den damals höchsten Feiertag im Oberndorfer Jahreskreis, den Kranzltag, gewertet werden.
Gundringer starb am 1. November 1957.
Beachtenswert ist seine frühe Veröffentlichung der Entstehungsgeschichte von „Stille Nacht!“ im Jahre 1930, wohl die erste in Buchform. Die Versform widmete er der Anlassdichtung, wie etwa bei örtlichen Festen oder auch persönlichen Jubiläen. Als eine „Hymne an Oberndorf“ kann das Gedicht über den damals höchsten Feiertag im Oberndorfer Jahreskreis, den Kranzltag, gewertet werden.
Gundringer starb am 1. November 1957.