Grünschnittroggen zur Futternutzung: Frühjahrsfutter mit hohem Potenzial
Was ist Grünschnittroggen?
Grünschnittroggen, auch Grünroggen genannt, unterscheidet sich von herkömmlichen Winterroggensorten durch ein besonders frühes und intensives Massenwachstum im Frühjahr. Die Sorten wurden speziell auf hohe Biomasseerträge und eine rasche Jugendentwicklung gezüchtet. Dadurch steht bereits Mitte bis Ende April eine beachtliche Biomasse zur Ernte zur Verfügung.
Neben der Futterproduktion erfüllt die Kultur wichtige pflanzenbauliche Funktionen. Sie bedeckt den Boden über Winter, bindet Nährstoffe und reduziert das Risiko von Nährstoffauswaschungen sowie Bodenerosion.
Neben der Futterproduktion erfüllt die Kultur wichtige pflanzenbauliche Funktionen. Sie bedeckt den Boden über Winter, bindet Nährstoffe und reduziert das Risiko von Nährstoffauswaschungen sowie Bodenerosion.
Vorteile Grünroggen im Vergleich zu klassischem Feldfutter
Sollte in den nächsten Wochen ausgiebiger, flächendeckender Landregen ausbleiben, wird ein Anbau von klassischem Feldfutter wie Landsberger-Gemenge zunehmend risikoreicher. Eine ausreichende Vorwinterentwicklung ist bei einem Anbau nach Anfang September in kühle Lagen und Mitte September in milde Lagen oft nicht mehr gegeben. Resultat ist eine geringere Frosthärte und geringere Biomassebildung. Durch die Möglichkeit eines späteren Anbaus kann Grünschnittroggen damit helfen, Futterengpässe zu überbrücken. Laut Reinhard Resch von Raumberg-Gumpenstein, kann Grünroggen hinsichtlich Ertrag und Energieleistung durchaus mit einer vierschnittigen Dauerwiese konkurrieren. Dadurch lässt sich die Futterbasis im Betrieb deutlich erweitern.
Weitere Vorteile sind:
Weitere Vorteile sind:
- frühe Ernte bereits Mitte bis Ende April
- hohe Trockenmasseerträge
- gute Einbindung in bestehende Fruchtfolgen
- zusätzliche Futterreserve im heurigen Trockenjahren
- Möglichkeit eines Maisanbaus im Anschluss an die Grünroggenernte
Anbau und Bestandesführung
Der optimale Aussaatzeitpunkt liegt Mitte bis Ende September. Ziel ist eine gute Bestockung vor Winterbeginn. Die Saatmenge bewegt sich je nach Standort und Saatbedingungen zwischen etwa 280 und 420 keimfähigen Körnern je Quadratmeter beziehungsweise rund 95 bis 150 kg Saatgut pro Hektar. Die optimale Saattiefe beträgt 2-3 cm. Der Anbau ist je nach Lage bis Anfang Oktober möglich.
Für eine hohe Biomasseleistung benötigt Grünroggen eine ausreichende Stickstoffversorgung im Frühjahr. Eine Herbstdüngung ist nur möglich, wenn der Grünroggen beim Mehrfachantrag nicht als Hauptkultur gemeldet wurde.
Empfehlenswert sind etwa 30 kg N/ha im Herbst und 100 kg N/ha im Frühjahr. Frühe Güllegaben zu Vegetationsbeginn werden gut genutzt. Als Grunddünger sind 40 – 60 kg P2O5/ha und 70 – 90 kg K2O/ha anzusetzen.
Für eine hohe Biomasseleistung benötigt Grünroggen eine ausreichende Stickstoffversorgung im Frühjahr. Eine Herbstdüngung ist nur möglich, wenn der Grünroggen beim Mehrfachantrag nicht als Hauptkultur gemeldet wurde.
Empfehlenswert sind etwa 30 kg N/ha im Herbst und 100 kg N/ha im Frühjahr. Frühe Güllegaben zu Vegetationsbeginn werden gut genutzt. Als Grunddünger sind 40 – 60 kg P2O5/ha und 70 – 90 kg K2O/ha anzusetzen.
- Futterzwischenfrüchte dürfen mit 80 kg jahreswirksam N pro ha außerhalb der Traun-Enns-Platte und 70 kg jahreswirksam N pro ha in der Traun-Enns-Platte gedüngt werden
- Im Herbst dürfen maximal 60 kg N/ha ab Lager ausgebracht werden - das sind 36,5 kg jahreswirksamer N pro ha bei Rindergülle – es würden dann noch ca. 43 kg jahreswirksamer N fürs Frühjahr übrig bleiben (33 kg in der Traun-Enns-Platte)
Der richtige Erntezeitpunkt entscheidet
Für die Futternutzung ist der Erntezeitpunkt entscheidend. Mit zunehmendem Entwicklungsstadi-um steigen zwar die Trockenmasseerträge deutlich an, gleichzeitig sinken Rohproteingehalt, Verdaulichkeit und Energiekonzentration.
Für hohe Energie- und Rohproteinkonzentrationen soll die Ernte möglichst vor oder spätestens zu Beginn des Ährenschiebens (BBCH 49 bis 51) erfolgen. In diesem Stadium werden gute Erträge mit einer noch hohen Futterqualität kombiniert. Ein Rohproteingehalt von etwa 150 g/kg TM wird in der Regel nur bis zum Beginn des Ährenschiebens erreicht. Danach nimmt der Proteingehalt um 1,7 g/kg TM pro Tag ab.
Gleichzeitig steigt der Ertrag während dieser Phase um durchschnittlich rund 2 dt TM/ha pro Tag an. Das zeigt den klassischen Zielkonflikt zwischen Masseertrag und Futterqualität. Entscheidend für den Erntetermin ist das betriebliche Ziel: hohe Futtermengen z.B. für Jungvieh oder Mutterkühe oder eine hohe Rohprotein- und Energiewerte (Milchkühe).
Für hohe Energie- und Rohproteinkonzentrationen soll die Ernte möglichst vor oder spätestens zu Beginn des Ährenschiebens (BBCH 49 bis 51) erfolgen. In diesem Stadium werden gute Erträge mit einer noch hohen Futterqualität kombiniert. Ein Rohproteingehalt von etwa 150 g/kg TM wird in der Regel nur bis zum Beginn des Ährenschiebens erreicht. Danach nimmt der Proteingehalt um 1,7 g/kg TM pro Tag ab.
Gleichzeitig steigt der Ertrag während dieser Phase um durchschnittlich rund 2 dt TM/ha pro Tag an. Das zeigt den klassischen Zielkonflikt zwischen Masseertrag und Futterqualität. Entscheidend für den Erntetermin ist das betriebliche Ziel: hohe Futtermengen z.B. für Jungvieh oder Mutterkühe oder eine hohe Rohprotein- und Energiewerte (Milchkühe).
Ertragsleistung
Versuche der HBLFA Raumberg-Gumpenstein ergaben zum Zeitpunkt Ende April durchschnittlich Trockenmasseerträge von rund 4,5 t TM/ha. Mit fortschreitender Entwicklung steigen die Erträge weiter deutlich an. In Gunstlagen sind auch Erträge von 7 – 8 t TM/ha möglich. Die Wuchshöhe beträgt zum Erntezeitpunkt 80 – 130 cm.
Besonders bewährt haben sich blattreiche Sorten mit einem frühen Wachstumsbeginn. Zu beachten ist, dass alle Sorten eine geringe Standfestigkeit aufweisen.
Besonders bewährt haben sich blattreiche Sorten mit einem frühen Wachstumsbeginn. Zu beachten ist, dass alle Sorten eine geringe Standfestigkeit aufweisen.
Silierung und Futtereinsatz
Zum Erntezeitpunkt liegen die Trockenmassegehalte häufig nur zwischen 15 und 20 %. Deshalb sollte Grünroggen grundsätzlich angewelkt werden. Ziel sind 30 % Trockenmassegehalt für eine sichere Silierung und um Verluste durch Sickersaft zu vermeiden. Bei zu feuchtem Erntegut steigt die Gefahr von Sickersaftverlusten und Fehlgärungen.
In der Praxis wird der Bestand gemäht, etwa einen Tag angewelkt und anschließend gehäckselt und einsiliert. Rechtzeitig geerntet und gut konservierte Grünroggensilagen eignen sich sehr gut Fütterung von Milchkühen, Jungrindern und Mastrindern.
Fazit
Grünschnittroggen liefert bereits im Frühjahr hohe Futtererträge und kann Futterengpässe in Trockenjahren wirksam abfedern. Der Erfolg hängt vor allem von einer standortangepassten Sortenwahl sowie dem richtigen Erntezeitpunkt ab. Wer vor dem Ährenschieben erntet und auf eine sorgfältige Silierung achtet, kann eine qualitativ hochwertige Grundfutterkomponente gewinnen und gleichzeitig die Grundlage für eine ertragreiche Folgekultur schaffen.
Quellen
- Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL): Getreide-GPS – Sortenberatung Grünroggen. [lfl.bayern.de]
- Resch, R. (2020): Grünen Roggen als Futter nutzen, LANDWIRT 16/2020, HBLFA Raumberg-Gumpenstein
- NÖ. Landes-Landwirtschaftskammer: Grünschnittroggen (2020)