Green-Care-Hoftafel für den Dödererhof
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Im Bild v. l. Kammeramtsdirektor Franz Wieser, Bezirksbäuerin Nicole Leitner, Landesrat Maximilian Aigner, Agnes und Kaspar Gerl, Vize-Bgm. Josef Berger und LK-Präsident Rupert Quehenberger © Dürnberger
Am vergangenen Freitag wurde die Hoftafel im feierlichen Rahmen an den Familienbetrieb Gerl übergeben. © Dürnberger
Mit Kochkursen und Erlebniswochen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, Programmen im Rahmen von „Schule am Bauernhof“ und der Vermietung der barrierefreien Seminarküche hat Agnes Gerl, ausgebildete Kindergartenpädagogin und Seminarbäuerin, einen Ort geschaffen, der den Wert regionaler Lebensmittel ebenso vermittelt wie den Alltag und die Arbeitsabläufe auf einem Bauernhof.
„Ich möchte, dass die Menschen bei uns wieder unmittelbarer mit Lebensmitteln in Kontakt kommen. Wer selbst einen Teig knetet, Zutaten verarbeitet, kostet, riecht und erlebt, woher etwas kommt, versteht viel schneller, warum Qualität und Herkunft der Zutaten so wichtig sind. Genau darin liegt für mich die Stärke unseres Hofes als Lernort“, so Agnes Gerl anlässlich der Hoftafelverleihung.
„Der Dödererhof zeigt eindrucksvoll, wie bäuerliche Betriebe ihre Stärken weiterentwickeln und aus der Praxis innovative Bildungsangebote daraus entstehen lassen können. Gerade die Interaktion mit Tieren eröffnet für Jung und Alt besondere Zugänge zur Landwirtschaft und macht erlebbar, was unsere Betriebe täglich leisten – genau solche Initiativen stärken unsere Regionen nachhaltig“, betont Agrarlandesrat Maximilian Aigner.
Diversifizierung, die aus dem Betrieb wächst
Für den Präsidenten der Landwirtschaftskammer, Rupert Quehenberger, und den Kammeramtsdirektor, Franz Wieser, zeigt der Dödererhof beispielhaft und sympathisch, wie man sich auf mehrere Standbeine als bäuerlicher Familienbetrieb stellen kann: „Wer einen Hof weiterentwickeln will, muss nicht immer bei null anfangen. Oft geht es darum, auf den eigenen Stärken aufzubauen und darauf ein Konzept für die Zukunft zu schmieden. Am Dödererhof verbinden sich eine starke Direktvermarktung, echte Produkte aus eigener Erzeugung und große Kenntnis in der Lebensmittelherstellung mit der Liebe zur Vermittlung dieses Wissens. Mit Green Care ist daraus ein Bildungsangebot für Groß und Klein entstanden. Einzigartig ist diese wirtschaftliche Weiterentwicklung, verbunden mit dem persönlichen Engagement der Familie Gerl. Viele Besucher lernen hier wieder Essen mit allen Sinnen und wissen dann, wie gut regionale Lebensmittel wirklich schmecken und wie fad industriell gefertigter Einheitsbrei oft ist.“
Bedeutung für Gemeinde und Region
Wals-Siezenheim ist mit über 14.000 Einwohnern Österreichs größtes Dorf und liegt vor den Toren der Stadt Salzburg. Gerade in solchen Lagen kommt Bauernhöfen eine besondere Bedeutung zu: Sie sind für viele Menschen leicht erreichbar und schaffen einen direkten Zugang zu Landwirtschaft und hochwertigen Lebensmitteln. Das gilt in besonderer Weise für den Dödererhof und seine Green-Care-Angebote. Vizebürgermeister Josef Berger betonte daher den Wert des Betriebs für Gemeinde und Region: „Der Dödererhof ist für Wals-Siezenheim weit mehr als ein landwirtschaftlicher Betrieb mit ausgezeichneten Produkten. Hier entsteht ein Ort, an dem Kinder, Familien und Gruppen Landwirtschaft nicht nur sehen, sondern verstehen können. Gerade durch die Nähe zur Stadt erreicht der Hof viele Menschen und übernimmt damit auch eine wichtige Vermittlerrolle: Er macht sichtbar, was bäuerliche Betriebe heute leisten, wie viel Wissen in regionalen Lebensmitteln steckt und warum diese Arbeit für unsere Gesellschaft so wertvoll ist.“
Salzburg zählt inzwischen 14 zertifizierte Green-Care-Betriebe. Für Günther Mayerl, Geschäftsführer der Green Care Entwicklungs- und Beratungs-GmbH, ist das auch Ergebnis einer gezielten Schwerpunktsetzung in Westösterreich: „Dass sich Green Care in Salzburg so gut entwickelt, ist kein Zufall. Wir haben unsere Bemühungen in den westlichen Bundesländern gezielt verstärkt, weil wir dort viele Betriebe mit guten Voraussetzungen sehen. Gerade in tourismusstarken Regionen, in denen Höfe bereits Erfahrung mit Gästen, Direktvermarktung und Dienstleistungsangeboten mitbringen, kann Green Care besonders gut anknüpfen.“