Grünland im Herbst – übers Feld gred´t
Die Grünlandernte ist weitestgehend abgeschlossen, die letzten Erträge sind trotz des trockenen Herbstes zum Großteil zufriedenstellend – dem Tau sei Dank. Nun stehen die letzten Arbeiten im Grünland an, bevor die Bestände in die Winterruhe gehen.
Bis einschließlich 29. November dürfen im Dauergrünland stickstoffhaltige Dünger ausgebracht werden. Rindergülle enthält im Mittel rund 50 %, Jauche sogar 90 % leicht verfügbaren Ammoniumstickstoff, der rasch pflanzenwirksam wird. Geht das Grünland in die Winterruhe, wird dieser Stickstoff kaum noch genutzt und das Verlustrisiko steigt. Sofern ausreichend Lagerraum vorhanden ist, ist daher eine bedarfsgerechte Düngung im Frühjahr zu Vegetationsstart günstiger.
Stallmiste können ebenfalls bis 29. November ausgebracht werden. Bei Rottemist ist der Stickstoff mit über 90 % organisch gebunden und wird langsam pflanzenverfügbar. Rottemist setzt sich rascher um als frischer Mist und verringert bei entsprechend feinem Streubild und bei geringer Verfilzung des Bestandes (Wirtschaftsdünger brauchen Bodenkontakt!) das Risiko von Futterverschmutzungen im ersten Aufwuchs.
Rund zehn Zentimeter durchschnittliche Aufwuchshöhe sind ein guter Richtwert für die Überwinterung. Zu hohe Bestände erhöhen das Risiko von Auswinterungsschäden und bieten Wühlmäusen Nahrung und Deckung. Zu tiefes Mulchen oder Verbiss schädigen dagegen vor allem die horstigen Obergräser wie Knaulgras und Wiesenschwingel. Eine lockere Herbstweide kann den Bestand regulieren – auch bei Mähwiesen, sofern es die Bodenfeuchte zulässt.