Gemeinsam wachsen statt Grenzen ziehen
Der Grenzfluss Saalach trennt Salzburg von Bayern, doch die Herausforderungen in Grünland und Weidehaltung sind die gleichen. Klima und Landwirtschaft kennen keine Grenzen. Beim 1. salzburgisch-bayerischen Grünland- und Weidetag standen Vernetzung und Austausch zwischen Experten und Berufskollegen beiderseits der Saalach im Mittelpunkt. Verschiedene Dialekte, aber der gleiche Kulturraum – über 150 Landwirte folgten am vergangenen Dienstag der Einladung der Landwirtschaftskammer und des Bayrischen Bauernverbandes in die LFS Kleßheim, um theoretische und praktische Einblicke zu gewinnen.
Der deutsche Grünlandexperte Edmund Leisen betonte die Bedeutung des Grünlands als Fundament jedes tierhaltenden Betriebs. Er stellte fest, dass optimal genutzte Weidehaltung mehr Flächenleistung, besonders in der Qualität, erbringe als reine Schnittnutzung. „Entscheidend ist nicht, was wächst, sondern was gefressen wird“, erklärte er und empfahl kurze, intensive Kurzrasen- oder Portionsweiden mit stets jungem Gras. Auch andere Referenten unterstützten diese Ansicht. Bruno Deutinger, Tierzuchtdirektor der LK Salzburg, hob die Bedeutung des frühen Beweidens hervor, basierend auf den Erfahrungen des Betriebes seines Sohnes Ruben. Weidehaltung funktioniere nur, wenn Tiere vor dem Austrieb weidefit seien. Körperkondition, Herdenverhalten und „Zaunkenntnis“ müssten vorher stimmen.
„Kraftfutterernte“ im Frühjahr
Florian Scharf vom AELF Abensberg-Landshut konzentrierte sich auf den hohen Energie- und Rohproteingehalt des „günstigsten Kraftfutters“. Er fragte: „Lohnt sich frühes Mähen?“, und kam anhand zahlreicher Daten zu dem Schluss, dass nicht nach Kalender, sondern nach Bestand gemäht werden sollte. Qualität sei entscheidend: „Im Frühjahr bringe ich Kraftfutter nach Hause – das muss ich in der Ration berücksichtigen und mit Faser ausgleichen“, so der Experte und gab den Landwirten auf den Weg: „Wenn ihr euch nicht sicher seid, ob es schon zu mähen geht, dann ist es meist der richtige Zeitpunkt!“
Praktische Vorführungen am Landesgut rundeten die Veranstaltung ab. Nach- und Einsaaten trockenheitstoleranter Arten sichern auch in Zukunft widerstandsfähiges Grünland. „Die Trockenheit hat gezeigt, dass wir unser Grünland durch Sortenwahl anpassen müssen“, sagte Walter Starz von der HBLFA Raumberg-Gumpenstein und fügte hinzu: „Neben dem Einsatz später Sorten wird der Feldfutterbau immer wichtiger.“ Der Bestand und die Nachsaaten entfalten ihr Potenzial nur, wenn der Boden gesund ist. Entscheidend dafür ist Kalk, der unter anderem den pH-Wert anhebt. Zudem verbessert Kalzium die Bodenstruktur und unterstützt das Bodenleben. Beim Kalkkauf zählt die Qualität. Dabei ist die Mahlfeinheit ausschlaggebend. Je feiner der Kalk, desto größer die Oberfläche und desto besser löst er sich.
Ein herzlicher Dank gilt auch den Sponsoren der Interreg-Bayern-Österreich geförderten Veranstaltung: Salzburg Milch, Maschinenring Salzburg, Molkerei Berchtesgadener Land, Bodenkalk, Salzburger Lagerhaus, Käserei Woerle und Heumilch.